Es ist noch nicht so lange her, da konnte Toni Kroos völlig unbehelligt über das Trainingsgelände an der Säbener Straße laufen. Kaum einer der Fans nahm Notiz von ihm, wenn er aus dem ehemaligen Profihaus den Weg ins Jugendhaus einschlug.

Vor knapp einem Jahr war das. Damals war sein Name nur Insidern und Experten bekannt. Mittlerweile ist auch der 18-Jährige das Ziel der Autogramm-Jäger.

Bester Spieler bei der U17-WM, Siegtorschütze beim UEFA-Cup-Match in Belgrad, jüngster Bundesligaspieler des FCB aller Zeiten - gleich in seinem ersten Jahr bei den Profis sorgte Kroos für viel Furore. Und dass, obwohl er vom Alter her noch immer bei den A-Junioren spielen könnte.

Den eingeschlagenen Erfolgsweg möchte der ehemalige Rostocker nun weiter fortsetzen. fcbayern.de traf den Mittelfeldspieler zum Interview und sprach mit ihm über Ziele, Chancen und Lieblingspositionen in der neuen Saison.

Frage: Herr Kroos, inwieweit hat sich Ihr Leben in den letzten 12,13 Monaten verändert?

Toni Kroos: Da hat sich schon einiges verändert. Vor knapp einem Jahr hatte ich gerade die Saison bei den A-Junioren beendet, als ich erfahren habe, dass ich die Vorbereitung ganz bei den Profis mitmachen soll. Zuvor hatte ich ja schon ein paar Mal mittrainieren können. Die Trainer haben zu mir gesagt, dass ich mithalten kann und meine Einsätze bekommen werde. Dann ging alles ziemlich schnell.

Frage: Vor Ihren ersten Profi-Einsätzen kam aber erst noch die U17-WM.

Kroos: Genau. Das Turnier lief ja nicht so schlecht für mich. Die WM hat mir sicherlich auf meinem Weg geholfen, weil ich da voll auf mich aufmerksam machen konnte. Dann kam das Spiel in Belgrad und auch gleich die ersten Bundesligaeinsätze - und plötzlich war ich mehr oder weniger fest im Kader von Ottmar Hitzfeld dabei.

Frage: Rückblickend kann man die Hinrunde der letzten Saison sicherlich als die Phase des steilen Aufstiegs bezeichnen. Welche Überschrift bekommt für Sie die Rückrunde?

Kroos: Von den Einsatzzeiten ging es so weiter wie in der Hinrunde, vielleicht waren nicht mehr die ganz großen Ausschläge nach oben dabei. Vielleicht kann man die Rückrunde als Stabilisationsphase bezeichnen. Insgesamt bin ich auf 20 Pflichtspieleinsätze gekommen, für mein erstes Jahr bei den Profis und das beim FC Bayern war das sicherlich etwas Besonderes.

Frage: Wie lauten jetzt die Ziele für Dein zweites Jahr bei den Profis?

Kroos: Das Ziel kann natürlich nur lauten, immer mehr zu spielen. Das ist doch ganz logisch. Ich bin noch nicht da angekommen, wo ich hin möchte. Ich möchte in naher Zukunft Stammspieler beim FC Bayern werden. Das wird sicher nicht einfach bei der großen Konkurrenz hier, aber ich bin mir sicher, dass ich es vom rein Fußballerischen her schaffen kann, viele Spiele zu bestreiten.