Nach zwei Spieltagen wartet man bei Werder Bremen noch auf den ersten Saisonsieg. Doch während das 2:3 gegen Eintracht Frankfurt zum Auftakt sicher eine Überraschung war, setzten die Hanseaten mit dem Remis beim FC Bayern München ein Ausrufezeichen.

Die Abstimmung sei aufgrund später Aktivitäten auf dem Transfermarkt und der U-21-Europameisterschaft noch nicht optimal, sagt Mesut Özil im Interview mit bundesliga.de. Dabei war der deutsche Nationalspieler selbst schon zwei Mal als Vollstrecker erfolgreich.

Er spricht über das Spiel beim Rekordmeister, die Hoffnung auf eine erfolgreichere Saison und das Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach.

bundesliga.de: Herr Özil, wie fällt ihr Fazit des Bremer Gastspiels beim FC Bayern aus?

Mesut Özil: Ich denke, dass wir eine gute Leistung gezeigt haben. Wir waren defensiver eingestellt als beim 5:2 vor einem Jahr und die Bayern haben uns richtig unter Druck gesetzt, aber wir haben dagegengehalten und uns den Punkt verdient.

bundesliga.de: Werder ist in der Bundesliga zwar noch ohne Sieg, aber ein Remis in München ist ein Ausrufezeichen. Ist das Glas also halb leer oder halb voll?

Özil: Wir haben zum Auftakt gegen Frankfurt keine gute Leistung gezeigt. Aber es sind erst zwei Spiele vorbei. Wir haben jetzt mit Claudio Pizarro einen ganz wichtigen Spieler dazu bekommen. Nun müssen wir das Beste aus diesem Start machen. Dass wir gerade auswärts - bei Union Berlin und in München - überzeugt haben, spricht meines Erachtens dafür, dass es dieses Jahr wieder besser laufen wird.

bundesliga.de: Sie persönlich erwischten einen tollen Start. In beiden Spielen erzielten Sie ein Tor, bereiteten gegen Frankfurt auch noch eines vor. Es scheint, als wären Sie der Rolle des Mittelfeldregisseurs bei Werder gewachsen?

Özil: Ich bin sehr froh, dass ich in beiden Spielen getroffen habe, sehe mich aber nicht alleine in der Regisseur-Position. Wir versuchen alle gemeinsam gute Leistungen abzurufen. Ich kann sicher auch noch besser spielen.

bundesliga.de: Woran muss die Mannschaft noch arbeiten?

Özil: Marko Marin, Basti Boenisch und ich sind nach der Europameisterschaft erst später zur Mannschaft gestoßen, Tim Borowski auch, jetzt erst Claudio Pizarro. Da gibt es noch Nachholbedarf, die Abstimmung müssen wir noch besser hinkriegen. Aber gegen Bayern lief es schon besser, einer war für den anderen da. Da müssen wir weitermachen, und in der Offensive unsere Chancen konsequent ausnutzen.

bundesliga.de: Wie klappt Ihrer Meinung nach das Zusammenspiel mit Ihren Mittelfeldkollegen Tim Borowski, Marko Marin und Torsten Frings?

Özil: Ich denke, dass es schon ganz gut läuft, klar gibt es noch Verbesserungspotenzial, aber das ist in dieser frühen Phase der Saison normal.

bundesliga.de: In der Liga geht es nun daheim gegen Gladbach. Wie muss die Mannschaft auftreten, um den ersten "Dreier" einfahren zu können?

Özil: Mönchengladbach hat bisher stark gespielt. Wir müssen so kompakt sein wie in München. Und wir müssen richtig Druck machen. Wir haben ein Heimspiel und wollen unseren ersten Sieg einfahren.

Die Fragen stellte Sebastian Stolz