Ex-Profi Marco Zernicke absolvierte zwischen 1988 und 2002 für Hertha BSC, Fortuna Köln und Alemannia Aachen insgesamt 279 Spiele in der Bundesliga und 2. Bundesliga. Nach dem Ende seiner Karriere machte er eine Ausbildung zum Physiotherapeuten und eröffnet in Kürze seine eigene Praxis in Niederaußem unweit von Köln.

Für bundesliga.de stellt der ehemalige Abwehrspieler die Eckpfeiler seines Kaders im Offiziellen Bundesliga Manager (OBM) zusammen. Aus eigener langjähriger Erfahrung weiß Zernicke, dass die Mischung stimmen muss zwischen Jung und Alt um Erfolg zu haben.

"Im Tor vertraue ich auf Robert Enke. Mir gefällt seine unspektakuläre Spielweise. Er strahlt Ruhe und Sicherheit aus, genau das, was die Abwehrformation im Rücken braucht. Zu laute Torhüter können eine Abwehr auch in Unruhe versetzen.

Boateng und Timoschtschuk

In der Abwehr erwarte ich einiges von Jerome Boateng. Nach seiner überragenden U-21-EM hoffe ich, dass er diese Form konservieren kann und beim Hamburger SV den Durchbruch zum Führungsspieler schafft. Er hat das Zeug dazu, der Trainerwechsel beim Hamburger SV kann ihm eigentlich nur gut tun.

Im Mittelfeld setze ich auf Anatoli Timoschtschuk. Ein großartiger Kicker, der Lothar Matthäus zu seinen Vorbildern zählt. In puncto Dynamik kommt er ihm schon sehr nahe. Und ein bisschen Deutsch hat er schon in der Schule gelernt. Das erleichtert den Einstieg sicherlich enorm. Ich bin davon überzeugt, dass er sofort einschlägt.

Achse muss stehen

Meine Bank im Sturm heißt Mario Gomez. Miro Klose und Luca Toni werden richtig Druck bekommen. In der Rückrunde hat er im Verein und endlich auch in der Nationalelf gezeigt, dass er ein Top-Torjäger ist.

Damit steht meine Achse: vom Torhüter bis zum Angriff. Eine sichere Achse ist für jede Mannschaft ganz wichtig, sie gibt dem Rest viel Rückhalt. Der VfL Wolfsburg hatte sie in der Vorsaison in Diego Benaglio, Andrea Barzagli, Zvjezdan Misimovic und sogar zwei Top-Torjägern.

Auf die Aufsteiger achten

Oder mein Ex-Club Hertha-BSC: Keeper Jaroslav Drobny, Abwehrchef Josip Simunic, Antreiber Patrick Ebert und Torjäger Andrey Voronin hatten großen Anteil an der überraschend guten Saison. Wenn mein OBM-Geld reicht, werde ich Simunic verpflichten, auch wenn er jetzt für 1899 Hoffenheim spielt.

Als langjähriger Profi der 2. Bundesliga behalte ich diese Liga noch immer gut im Auge. Deshalb werde ich mit Sicherheit drei, vier Spieler von den Aufsteigern verpflichten. Denn einigen traue ich auch eine gute Rolle in der Bundesliga zu.

Vier Hertha-Trainer in einer Saison

Die vielen jungen Nürnberger Abwehrspieler werden sicher manchmal noch Lehrgeld zahlen. Aber Dennis Diekmeier, Dominic Maroh oder Matthew Spiranovic werden ihren Weg gehen. Genau wie der Freiburger Mittelfeldspieler Julian Schuster, der sehr gut nach hinten und vorne arbeitet.

Noch eins zum Abschluss: Das Schöne am OBM besteht darin, dass man selbst Trainer und Manager ist - und die ganze Saison auch bleibt. In meiner Bundesliga-Saison 1990/91 bei Hertha BSC hatten wir am Ende vier (!) Trainer – und sind sang- und klanglos abgestiegen."