In der Champions League ist dem VfB Stuttgart ein Volltreffer gelungen, jetzt soll auch in der Bundesliga der Befreiungsschlag gelingen. "So kann es jetzt weitergehen", sagte Sportvorstand Horst Heldt vor dem Gastspiel der Schwaben beim 1. FSV Mainz 05 am Sonntag (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Allerdings wird die Stimmung in Stuttgart nach dem Einzug ins Achtelfinale der "Königsklasse" durch Jens Lehmann getrübt.

Der Keeper, der vor dem Sieg gegen Unirea Urziceni (3:1) den Vorstand und dessen Verhalten bei der Trennung von Markus Babbel kritisiert hatte, erhielt eine Abmahnung und eine Geldstrafe. "Wir haben einen Fall, den wir nicht tolerieren können", erklärte VfB-Präsident Erwin Staudt.

Lehmann "extrem gefordert"

Der neue Trainer Christian Gross hält sich diesbezüglich erst mal raus. Er gehe davon aus, dass Lehmann am Sonntag eine "sehr gute Leistung" bringen werde, der 40 Jahre alte Torhüter sei mit seiner Erfahrung in der derzeitigen Lage des VfB "extrem gefordert", sagte der Schweizer.

Der VfB kann in seiner derzeitigen Situation alles gebrauchen, nur keinen weiteren Ärger: Nach 12 Spielen steht der Meister von 2007 in der Bundesliga nur auf Rang 16, acht Spiele nacheinander haben die Schwaben nicht gewonnen - das soll sich nun ändern, forderte der 55-jährige Gross: "Wir müssen alles mobilisieren im Abstiegskampf. Ich erwarte eine hungrige Mannschaft. Wir müssen effizient und siegreich sein. Vor allem müssen wir von Beginn an ins Spiel finden."

Auf den gesperrten Serdar Tasci wird er in Mainz verzichten müssen, fraglich ist der Einsatz von Zdravko Kuzmanovic.

Tuchel arbeitete fünf Jahre beim VfB

Am Bruchweg treffen die Stuttgarter auf einen alten Bekannten: Der Mainzer Trainer Thomas Tuchel arbeitete beim VfB fünf Jahre lang als Nachwuchstrainer. "Ich habe keine Skrupel, den VfB zu schlagen", sagt der 35-Jährige, der darüber hinaus bei Kollege Gross mal ein eintägiges Praktikum absolviert hat.

Tuchel begrüßt es, dass die Stuttgarter bereits am vergangenen Mittwoch überzeugend gespielt haben. "Da muss ich nicht groß den Mahner spielen", erklärte der Trainer des Tabellen-Neunten. Er kündigt dem VfB einen heißen Tanz an: "Wir wollen um jeden Zentimeter kämpfen. Es wird nass und kalt werden, und wir werden uns einen richtigen Fight liefern."