"Van- Nistelrooy-Mania" in Hamburg. Der HSV hat sich mit der Verpflichtung von Ruud van Nistelrooy einen echten Weltstar geangelt. Der Niederländer wechselte von Real Madrid zu den "Rothosen" und soll für frischen Wind im Sturm sorgen.

Bei seiner Ankunft sorgte van Nistelrooy schon einmal für einen absoluten Ausnahmezustand. Der Pressekonferenzraum in der HSH Nordbank Arena war mit gut 200 Medienvertretern gefüllt. Das gab es beim HSV noch nie. Im Interview spricht van Nistelrooy über seinen Start in Hamburg, seine persönlichen Ambitionen und seine Ziele mit dem HSV.

Frage: Herr van Nistelrooy, wie ist Ihr erster Eindruck vom Hamburger SV?

Ruud van Nistelrooy: Ich hatte schon im Vorfeld sehr gute Gespräche mit Bernd Hoffmann und Bruno Labbadia. Und der gute Eindruck hat sich hier in Hamburg bestätigt. Ich habe sehr viel Glück gehabt, dass ich bislang nur für Traditionsvereine spielen durfte. Und der HSV gehört auch dazu, hat eine große Geschichte. Ich freue mich auf eine sehr gute und hoffentlich erfolgreiche Zusammenarbeit.

Frage: Warum haben Sie sich für den HSV entschieden?

van Nistelrooy: Meine Ambitionen passen sehr gut zu den Ambitionen des HSV. Ich habe schon in den Niederlanden, England und Spanien gespielt. Die Bundesliga wird sicherlich auch eine sehr schöne, neue Erfahrung für mich. Schließlich gehört sie zu den stärksten Ligen in Europa. Als Kind habe ich mit meinem Vater immer am Samstag um 18 Uhr die Sportschau geguckt. Es gibt viele große Vereine in Deutschland. Und ich freue mich, gegen sie zu spielen.

Frage: Wann werden Sie das erste Mal in der Bundesliga auflaufen?

van Nistelrooy: Ich muss nach meiner Wadenverletzung noch individuell trainieren. In der kommenden Woche möchte ich dann mit der Mannschaft die Einheiten absolvieren. Und wenn alles klappt, könnte ich beim 1. FC Köln hoffentlich mein Debüt geben. Ich fühle mich gut, aber ich brauche noch etwas Zeit. Gegen Wolfsburg kommt ein Einsatz zu früh.

Frage: Sie haben die Trikotnummer 22 bekommen. Hat diese Zahl eine besondere Bedeutung für Sie?

van Nistelrooy: Nein. Meine Nummer wurde mir bislang immer vom Verein zugewiesen. Und diese Nummer werde ich auch behalten, so lange wie ich hier spiele. Bei Real sollte ich nach der ersten Saison die 9 bekommen. Aber das habe ich abgelehnt und weiter mit der 17 gespielt.

Frage: Sie haben schon viele Titel gewonnen. Was haben Sie für Ziele beim HSV?

van Nistelrooy: Ich gebe mich nicht mit den bisher erreichten Erfolgen zufrieden. Ich bin Profi und will immer das Maximum erreichen. Das primäre Ziel muss es aber für jeden Fußballspieler sein, jeden Tag professionell anzugehen.

Frage: Sie haben mit Real den Gewinn der Champions League verpasst. Das sei ein Stachel in Ihrem Herzen, haben Sie gesagt. Kann der HSV diesen Stachel irgendwie ziehen?

van Nistelrooy: Es war wirklich schade, dass ich nicht die Champions League gewinnen konnte. Aber das ist auch sehr schwer. Der HSV hat eine sehr gute, und vor allem junge Mannschaft, die nur noch besser werden kann. Ich hoffe, dass wir nach all den Jahren wieder etwas gewinnen können.

Frage: Sie sind ein absoluter Topstar. Die Erwartungen sind sehr hoch. Kann dieser Druck belastend sein?

van Nistelrooy: Wenn man neun Jahre für Manchester und Real gespielt hat, dann ist man den Druck gewohnt. Aber ich empfinde diesen Druck auch eher als Motivation, das Optimum aus sich herauszuholen. Wie schon gesagt: Es ist vor allem wichtig, dass man jeden Tag hart an sich arbeitet. Und genau das werde ich machen. Ich will die Saison mit einer guten Form abschließen.

Aus Hamburg berichtet Michael Reis