Ernst Middendorp hat sich in der Bundesliga als Trainer von Arminia Bielefeld einen Namen gemacht. Von 1988 bis 1990, von 1994 bis 1998 und von März bis Dezember 2007 schwang er bei den Ostwestfalen das Zepter. Im Jahr 2005 wurde Middendorp zum "Jahrhunderttrainer" von Arminia Bielefeld gewählt.

Erfahrungen im Ausland sammelte er als Trainer in Ghana (Accra Hearts of Oak SC, Kumasi Asante Kotoko), im Iran (Traktorsazi Tabriz) und in Südafrika (Kaizer Chiefs).

Am Samstagabend bekleidete der 49-Jährige bei Clarence Seedorfs Projekt "Goal4Africa" den Posten des Co-Trainers von Michael Ballacks CATION World Team, das gegen Seedorfs EDU (zusammen EDUCATION = BILDUNG) World Team 9:6 (5:3) gewann. Dass er aber noch immer heiß auf die Bundesliga ist, aber auch offen für Aufgaben in Afrika, Asien oder Australien, bekräftigte Ernst Middendorp im Interview mit bundesliga.de.

bundesliga.de: Was halten Sie von der Aktion "Goal4Africa"?

Ernst Middendorp: "Goal4Africa" ist eine tolle Sache. Es sind vor dem Spiel schon 535.662 Euro angesammelt worden. Nach diesem Spiel mit der SMS-Aktion wird bestimmt weit über eine Million Euro angesammelt worden sein.

bundesliga.de: Welchen Bezug haben Sie zu diesem Projekt und wieso wurden Sie als Co-Trainer für eines der Teams herangezogen?

Middendorp: Ich bin im Moment in verschiedene Projekte in Afrika involviert und dort daher kein Unbekannter. Kaizer Senior hat diese Aktion mit Clarence Seedorf ins Leben gerufen und mich gebeten zu helfen. Da bin ich natürlich auch gerne bereit zu helfen.

bundesliga.de: Welchen Beruf möchten Sie in naher Zukunft ausüben?

Middendorp: Keine Ahnung. Ich bin momentan in verschiedene Gespräche involviert und versuche für mich das Richtige zu finden, aber ohne mich selbst unter Druck zu setzen. Wichtig ist, dass ich von dieser Sache überzeugt bin, und wenn ich dafür noch ein bisschen warten muss, dann tue ich das.

bundesliga.de: Hoffen Sie weiterhin auf ein Traineramt in der Bundesliga?

Middendorp: Natürlich. Aber man muss abwarten, wie sich die Dinge entwickeln.

bundesliga.de: Bleiben Sie demnach weiter auf der Pirsch für das nächste Traineramt bei einem Bundesligisten?

Middendorp: Ich bin nicht auf der Pirsch. Ich bin verfügbar und das weltweit, egal ob Europa, Asien, Afrika, Mittlerer Osten, Australien oder Brasilien. Zum Beispiel über Paulo Rink, der Technischer Direktor bei einem Erstligaclub in Argentinien ist, habe ich gerade bei diesem Benefizspiel einen Kontakt hergestellt, dass ich mir das dort vor Ort mal anschaue.

bundesliga.de: Durch Ihre Trainererfahrung in Afrika wären Sie doch auch für eine organisatorische Aufgabe zur WM 2010 in Südafrika prädestiniert.

Middendorp: Ich bin in Kontakt mit verschiedenen Institutionen, auch mit den Medien und Kommunikationsbereich, aber natürlich auch mit verschiedenen Ländern. Die Qualifikationen laufen gerade. Man muss mal schauen, was sich entwickelt, aber ich bin zuversichtlich, dass sich in den nächsten Monaten eine klar Richtung ergibt.

bundesliga.de: Wissen Sie bei dem hin und her eigentlich noch, wo Ihr Zuhause ist?

Middendorp: (lacht) Nein, das weiß ich zurzeit nicht wirklich. Ich habe jedenfalls mehrere Wohnsitze: einen in Südafrika, einen in Bielefeld und einen in Rheine.

Das Gespräch führte Jean-Charles Fays