Hamburg - Der FC St. Pauli hat beim 2:2 in Wolfsburg ein kräftiges Lebenszeichen gesendet - auch wenn es nach dem späten Ausgleich nicht zu drei Punkte reichte. Im Interview bewertete Cheftrainer Holger Stanislawski anschließend den Zähler im Abstiegskampf.

Frage: Herr Stanislawski, waren Sie überrascht, dass sich Ihr Team den Wirbel um ihren Abschied zum Saisonende nicht anmerken ließ?

Holger Stanislawski: Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder haben sie so gut gespielt, weil sie sich bei mir bedanken wollen, oder weil sie froh sind, dass ich bald weg bin. Nein, im Ernst: Die Spieler können das gut trennen, ich kann das gut trennen. Wir lassen uns davon nicht vom Weg abbringen.

Frage: Was macht Sie so optimistisch, dass St. Pauli den Klassenerhalt noch schafft?

Stanislawski: Meine Jungs knallen sich voll rein, die werden sich am Ende dafür belohnen. So wie sie auftreten, haben sie es verdient, auch im nächsten Jahr wieder Bundesliga zu spielen.

Frage: Nach zuletzt sieben Niederlagen dürfte der Punktgewinn in Wolfsburg Balsam für die Seele sein, auf der anderen Seite hat St. Pauli erneut in der Schlussphase einen Sieg verschenkt. Überwiegt die Freude oder der Ärger?

Stanislawski: Der Fehler bei der letzten Standardsituation ist natürlich ärgerlich. Trotzdem haben wir herausragenden Fußball gezeigt, obwohl wir zuletzt viele Nackenschläge kassiert haben. Ich bin unglaublich stolz. Wir haben die Klasse und die Qualität für den Klassenerhalt.

Frage: Die Mannschaft scheint die vielen Ausfälle gut kompensieren zu können. Wie kommt das?

Stanislawski: Wir haben während der Saison gefühlte 200 Verletzte gehabt. Aber alles, was in den Rücksack kommt, tragen wir gemeinsam. Das ist unsere Stärke.