München - Wie ein Berserker rauschte Valencias Rechtsverteidiger Antonio Barragan heran, setzte zur Grätsche an und flog mit gestrecktem Bein voraus in den Zweikampf. David Alaba hat es einem guten Gespür und einer ordentlichen Portion Glück zu verdanken, dass diese Attacke - anders kann man das Foul des Spaniers nicht bezeichnen - für ihn ohne Folgen blieb.

"Es ging ganz schnell. Ich habe gesehen, dass er zur Grätsche ansetzt und konnte gerade noch hochspringen", sagte Alaba. Im bundesliga.de-Interview spricht der gebürtige Wiener über die Champions-League-Partie in Valencia, sein Verhältnis zu Franck Ribery und verrät, warum es beim FC Bayern zur Zeit rund läuft.

bundesliga.de: Herr Alaba, das Spiel beim FC Valencia war alles andere als ein Spaziergang. Warum hat sich die Mannschaft so schwer getan?

David Alaba: Wir haben uns natürlich mehr vorgenommen. Aber Valencia hat eine sehr gute Mannschaft. Das Publikum hat das Team immer nach vorne gepeitscht. Auch, als sie nur noch zu zehnt waren.

bundesliga.de: Das 0:1 ist spät gefallen. Haben Sie den Ausgleich zu diesem Zeitpunkt noch für möglich gehalten?

Alaba: Ja, wir haben weiter an uns geglaubt. Es war ja noch Zeit und wir haben das Spiel beherrscht, waren die meiste Zeit in ihrer Hälfte. Dann ist Gott sei Dank der Ausgleich gefallen.

bundesliga.de: Ihre letzten beiden Gegner haben kampfbetont gespielt. Tut sich der FC Bayern gegen solche Mannschaften momentan schwer?

Alaba: Das würde ich nicht sagen. Wir haben gegen Valencia und Nürnberg nicht unsere besten Spiele gemacht. Aber wir werden versuchen, uns nicht verrückt machen zu lassen.

bundesliga.de: Apropos kampfbetont. Beim Platzverweis gegen Antonio Barragan waren Sie der Leidtragende. Wie haben Sie die Szene erlebt?

Alaba: Es ging ganz schnell. Ich habe gesehen, dass er zur Grätsche ansetzt und konnte gerade noch hochspringen.

bundesliga.de: Nach den beiden Unentschieden kam leise Kritik an der Mannschaft auf. Grundsätzlich muss man aber sagen, dass der FC Bayern eine tolle Saison spielt. Woran liegt das?

Alaba: Wir haben richtig Spaß am Fußball. Das sieht man jeden Tag im Training. Und dann stimmen auch die Ergebnisse.

bundesliga.de: Man hat den Eindruck, dass es innerhalb der Mannschaft passt. Ist das nur so, weil der Erfolg da ist?

Alaba: Nein, die Chemie stimmt wirklich im Team. Jeder fühlt sich wohl, wir verstehen uns alle sehr gut. Und das macht sehr viel aus.

bundesliga.de: Als Franck Ribery im Derby beim 1. FC Nürnberg fehlte, hat man gesehen, welche Bedeutung er für die Mannschaft hat. Wie wichtig ist er für Sie persönlich? Es heißt ja, er sei wie ein Ziehvater für Sie.

Alaba: Ich verstehe mich mit Franck sehr gut. Nicht nur auf dem Platz, sondern auch außerhalb. Er versucht mir in allen Belangen zu helfen.

bundesliga.de: Warum verstehen Sie sich so gut mit ihm?

Alaba: Als ich zu den Profis gekommen bin, hat er mich von Anfang an sehr gut aufgenommen und vom ersten Tag an geholfen. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.

Das Gespräch führte David Schmidt