Zum 92. Mal standen sich die Nord-Rivalen Werder Bremen und der Hamburger SV gegenüber. Keine Paarung gab es häufiger in der Geschichte der Bundesliga. Für Ruud van Nistelrooy war es das erste Nord-Derby.

In der 82. Minute egalisierte der Niederländer die 1:0-Führung der Bremer durch Claudio Pizarro zum 1:1 Endstand.

"Wir haben ein gutes Spiel gemacht. Wir haben den wahren HSV gesehen", analysierte der Top-Stürmer die Partie für bundesliga.de.

Versprechen an die Fans

Das sei in der Rückrunde nicht immer der Fall gewesen. "Wir müssen die Saison jetzt genauestens analysieren", fordert van Nistelrooy. Dabei müsse sich "jeder selbst hinterfragen, ob er alles gegeben hat. Wenn nicht, sollte er sich einen neuen Verein suchen."

Der 33-Jährige ist "dem Verein sehr dankbar" für die Chance nach seiner langen Verletzungszeit noch einmal angreifen zu können und verspricht den Fans, dass der HSV in der kommenden Saison "auf jeden Fall viel weiter vorn in der Tabelle" zu finden sein wird.

bundesliga.de: 1:1 im Nord-Derby. Wie beurteilen Sie die Partie?

Ruud van Nistelrooy: Wir haben ein gutes Spiel gemacht und hatten auch Chancen zum Sieg. Aber ich glaube, das Unentschieden geht in Ordnung.

bundesliga.de: Der HSV hat das Ziel Qualifikation für den Europapokal verpasst...

van Nistelrooy: Das stimmt. Wir haben unser Ziel nicht erreicht. Aber wir haben Europa nicht heute verspielt. Zuletzt gegen Nürnberg und nun gegen Werder hat man den wahren HSV gesehen. Wir haben die Teilnahme am Europapokal in den Spielen gegen Hannover, Mainz, Mönchengladbach verspielt.

bundesliga.de: Woran lag das?

van Nistelrooy: Da gibt es viele Gründe. Wir müssen die Saison jetzt genauestens analysieren.

bundesliga.de: Ihr Kollege Mladen Petric bemängelt, dass es in der Mannschaft zu wenig "Indianer" gibt. Stimmt es im Team nicht?

van Nistelrooy: Jeder sollte sich auf jeden Fall selbst hinterfragen, ob er alles gegeben hat. Wenn nicht, sollte er sich einen neuen Verein suchen.

bundesliga.de: Auch das Traumfinale der Europa League im eigenen Stadion wurde verpasst...

van Nistelrooy: Das tut weh. Aber ein starkes Halbfinale ist einfach zu wenig.

bundesliga.de: Sie erwähnten die guten Spiele gegen Nürnberg und heute in Bremen, dazu "ein starkes Halbfinale". Bei den Spielen saß ihr Landsmann Ricardo Moniz auf der Bank. Wäre er der richtige Trainer für den HSV?

van Nistelrooy: Das liegt nicht in meiner Verantwortung. Sicher ist: Er kann das.

bundesliga.de: Sind Sie mit ihrer Leistung, seit Sie beim HSV sind, zufrieden?

van Nistelrooy: Dass ich nicht wie in Stuttgart in jedem Spiel zwei Tore machen kann, war klar. Fakt ist, ich war lange verletzt und bin immer noch nicht bei 100 Prozent, aber es wird stetig besser. Ich bin dem Verein sehr dankbar, dass er mir die Chance gegeben hat. Ich hatte Angst, meine Karriere wäre wegen der vielen Verletzungen beendet. So wollte ich nicht aufhören.

bundesliga.de: Wo wird der HSV in der kommenden Saison stehen?

van Nistelrooy: Auf jeden Fall viel weiter vorn in der Tabelle. Da bin ich ganz sicher. Vereine wie Schalke, Leverkusen, Dortmund werden sehen, wie schwierig es ist, mit der Doppelbelastung Bundesliga und Europapokal klarzukommen. Wir haben die Belastung nicht.

Das Gespräch führte Jürgen Blöhs