Mönchengladbach - Auch dank einer starken Leistung von Ibrahima Traoré hat Borussia Mönchengladbach beim 2:1 gegen Hannover 96 seine Erfolgsserie mit dem siebten Sieg in acht Spielen fortgesetzt. Der 27 Jahre alte Flügelstürmer brachte sein Team mit 1:0 in Führung und war am Ende an neun der 21 Torschüsse der Gastgeber beteiligt. Im Interview spricht er über das Zusammenspiel mit Mahmoud Dahoud und die kommende wichtige Aufgabe in der Champions League.

 Frage: Glückwunsch zum Sieg, Ibrahima Traoré. Wie lautet ihr Fazit?

Ibrahima Traoré: Ich denke, es war ein gutes Spiel von uns. Vielleicht hätten wir es schon früher entscheiden müssen, haben aber einige dicke Torchancen nicht genutzt. Aber am Ende ist ein 2:1 auch okay. 

Frage: Vor Ihrem Tor hat Sie Mahmoud Dahoud perfekt bedient. Wieviel Spaß macht das Zusammenspiel mit ihm?

Traoré: Es war ein super Pass von meinem kleinen Bruder (lacht). Er ist ein überragender Spieler. Wir haben in der Woche viel miteinander gesprochen. Ich habe ihm gesagt, dass er seine Leichtigkeit behalten soll. Wenn zu viel auf ihn zukommt, versuche ich ihn ein wenig zu schützen. Es macht sehr viel Spaß mit ihm.

"Man muss immer an sich glauben"

Frage: Hätten Sie sich nach dem fünften Spieltag vorstellen können, dass Gladbach nach 13 Runden wieder auf Champions-League-Kurs liegen würde?

Traoré: So ist Fußball. Niemand hätte wohl auch gedacht, dass wir so schlecht in die Saison starten würden. Es ist jetzt nicht so überraschend, dass wir wieder guten Fußball spielen und fleißig punkten. Man muss einfach immer weiterarbeiten, auch wenn schwere Zeiten kommen. Man muss immer an sich glauben.

Frage: Ist die Champions League nun wieder das Ziel?

Traoré: So weit denken wir doch heute noch nicht. Ich wusste nicht einmal, dass wir heute auf Platz vier kommen konnten. Wir versuchen einfach jedes Spiel zu gewinnen. Wichtig ist jetzt erst einmal das Champions-League-Spiel gegen Sevilla, nicht die Champions League in der nächsten Saison.

"Mit zu viel Druck klappt es nicht"

Frage: Muss man jetzt mit einer gewissen Lockerheit in diese Partie gehen?

Traoré: Ich denke schon. Wenn man sich gegen solche Mannschaften zu viel Druck macht, dann klappt es nicht. Wir müssen so spielen wie gegen Juve, aber mit etwas mehr Erfolg.

Frage: Mit Sevilla hat Ihr Team noch eine Rechnung offen. Wie zuversichtlich sind Sie?

Traoré: Wir haben momentan viel Selbstvertrauen, während Sevilla in der Liga nicht so gut spielt. Wir spielen zu Hause und werden alles dafür geben, um zu gewinnen. Wir haben gezeigt, dass wir die internationale Qualität haben. Ein Sieg wäre wichtig, um die Europa League zu sichern.

Frage: Ist es für Sie persönlich momentan Ihre beste Phase bei der Borussia und inwieweit kommen Ihnen die taktischen Änderungen von Trainer Schubert entgegen?

Traoré: Das kann man schon sagen. Ich spiele zwar nicht immer gut (lacht), aber ich bin insgesamt besser geworden. Es ist auch einfacher, wenn man viel spielt. Ich muss nicht mehr nur die Linie entlang laufen, sondern kann mehr nach innen ziehen und mich im Zentrum ins Spiel einschalten. Diese Änderung hat mir auf jeden Fall gut getan. 

Aus Mönchengladbach berichtet Markus Hoffmann