Köln - Um kurz nach halb zwei betrat Huub Stevens am Dienstagnachmittag das Podest im Pressekonferenzraum der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena. Der neue, alte Trainer des VfB Stuttgart wirkte relaxed und voller Elan.

Sein neuer Vertrag läuft vorerst bis zum Saisonende. bundesliga.de präsentiert die wichtigsten Aussagen des Niederländers im Überblick.

Huub Stevens über...

...seine Rückkehr in die Bundesliga:

"Ich freue mich, dass ich wieder hier und zurück im Geschäft bin. In den letzten Wochen hat es bei mir wieder gekribbelt, von daher bin ich wieder absolut bereit, diese Aufgabe hier beim VfB anzugehen. Ich freue mich auf die Herausforderung!"

...die Kontaktaufnahme des VfB Stuttgart:

"Es ging unglaublich schnell, da muss ich Bernd Wahler und Jochen Schneider ein großes Kompliment machen, das wurde wirklich kompetent gelöst. Ich habe gestern um 12 Uhr bei mir zuhause erfahren, dass Armin Veh geht. Zwei Stunden später hat mich Bernd Wahler angerufen und gefragt, ob ich interessiert bin. Dann haben wir uns am Nachmittag in Düsseldorf getroffen und Details geklärt. Am Abend bin ich zurück nach Eindhoven nach Hause, um ein paar Klamotten zu holen. Jetzt bin ich hier. Nur zum Friseur zu gehen habe ich leider nicht mehr geschafft"

...die "fußballfreie" Zeit seit Mai:

"Ich habe mich seit Mai sehr wenig mit dem Fußball beschäftigt und sehr viel Zeit mit meiner Familie verbracht, mit meinen Enkelkindern gespielt. Das ist sehr schön und hat mir viel Spaß gemacht. Jetzt werde ich wieder weniger Zeit dazu haben, denn ich muss mich auf das Wesentliche fokussieren. Das ist jetzt der VfB Stuttgart!"

...den Reiz, zum VfB zurückzukehren:

"Was mich an dieser Aufgabe reizt, ist es, den VfB wieder nach oben zu führen. Wir müssen mit der Mannschaft und den anderen Trainern ein Team, eine Einheit bilden. Genau so, wie wir es Ende letzter Saison auch geschafft haben. Ich habe immer gesagt, dass ich in meiner gesamten Karriere noch nie so gut mit einem Trainerteam zusammengearbeitet habe, wie in den drei Monaten beim VfB letzte Saison. Ich hoffe, dass bekommen wir wieder hin."

...den Abstiegskampf:

"Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass wir das schaffen. Meiner Meinung nach ist die Situation im Moment noch schwieriger, als die letzte Saison. Ich glaube aber, dass die Qualität in der Mannschaft vorhanden ist. Jetzt müssen wir das aber auch zeigen."

...mögliche Zweifel nach der Anfrage des VfB:

"Ich habe in keinem Moment daran gezweifelt, zum VfB zurückzukehren. Der erste Verein, bei dem es bei mir wieder richtig gekitzelt hat, war der VfB Stuttgart. Ich hatte auch Anfragen aus den Niederlanden, aber ich glaube, Deutschland ist der bessere Platz zum Arbeiten für mich. Natürlich ist das hier in Stuttgart jetzt sehr schnell gegangen, aber ich habe keine Bedenken, dass das Team nicht genügend Qualität hat. Letztes Jahr haben wir es hinbekommen, dieses Jahr schaffen wir es auch."

...seinen Ruf als "Feuerwehrmann":

"Natürlich komme ich nicht zum VfB, um Deutscher Meister zu werden, sondern um den Club wieder nach oben zu führen. Ich hoffe sehr, dass wir es hinbekommen, nicht abzusteigen. Langfristige Engagements sind in diesem Geschäft ohnehin sehr selten geworden, aber ich fühle mich nicht als Retter. Diesen Namen haben mir die Medien verliehen."

...die Methoden, die er nun anwenden will:

"Ich werde die Mannschaft jetzt keine Dauerläufe machen lassen, oder sie Treppenstufen hoch und runter jagen. Es ist gefährlich, wenn man zu viel tut. Gerade weil das nächste Spiel schon in drei Tagen ansteht. In der kurzen Zeit kann man vor allem im taktischen und mentalen Bereich viel machen, um das Team richtig einzustellen. Ich werde viele Gespräche mit den Spielern führen."

...die Ziele bis zur Winterpause:

"Wir müssen jetzt von Spiel zu Spiel gucken. Natürlich hoffen wir, dass wir in der Winterpause nicht mehr dort unten stehen. Dazu ist es aber nötig, dass wir in jedem Spiel versuchen, drei Punkte zu holen. Das wird nicht einfach."

...mögliche Neuverpflichtungen im Winter:

"Das sind Dinge, die geplant werden müssen, darüber mache ich mir aber im Moment noch keine Gedanken. Der Fokus liegt ganz eindeutig auf dem schweren Spiel gegen Freiburg am Freitag."