Die Vorzeichen für die neue Bundesliga-Spielzeit könnten bei 1899 Hoffenheim nach einer Premierensaison zwischen Euphorie und Frust kaum vielversprechender sein.

Doch Trainer Ralf Rangnick erhebt vor dem Auftakt in viereinhalb Wochen gegen Rekordmeister Bayern München auch den Zeigefinger und warnt vor möglichen Misserfolgen.

Erfolg oder personeller Aderlass

"Klar ist, dass wir die jetzige Mannschaft über die Saison hinaus nur zusammenhalten können, wenn wieder ein echter Entwicklungsschritt stattfindet", sagte der 51-Jährige und begründete dies in der FAZ: "Es stecken einfach zu viele Spieler drin, die das Potenzial haben, auch bei internationalen Spitzenclubs zu spielen."

Um Siege einzufahren und Abgänge zu vermeiden, will Rangnick weiter auf den Hoffenheimer Offensiv-Fußball setzen. "Ich sehe keinen Grund, warum wir daran etwas ändern sollten. Wenn du bei so einer jungen Mannschaft plötzlich kommst und willst abgeklärter spielen und den Ball hinten zirkulieren lassen, dann regulieren wir uns zu Tode", sagte Rangnick - ungeachtet der Negativ-Erlebnisse in der vergangenen Rückrunde.

Hoffnungsvolle Neuzugänge

Nach der Winterpause war der Herbstmeister trotz seiner Angriffsqualitäten in zwölf Spielen sieglos geblieben und letztlich bis auf Platz 7 durchgereicht worden. Rangnick hat das längst abgehakt und blickt optimistisch nach vorne. Kein Wunder, bislang war Hoffenheim auf dem Transfermarkt recht aktiv.

Abwehr-Routinier Josip Simunic (Hertha BSC), der argentinische Jung-Nationalspieler Franco Zuculini (RC Avellaneda), der Ghanaer Prince Tagoe (Al-Ittifaq Dammam), Linksverteidiger Christian Eichner (Karlsruher SC) und der Brasilianer Maicosuel (Botafogo Rio de Janeiro) wurden verpflichtet. "Ich bin mir sicher, dass die Mannschaft in der Leistungsdichte deutlich stärker ist als letztes Jahr", gibt sich Rangnick für die neue Spielzeit zuversichtlich.

Maradona in Sinsheim?

Neben Torjäger Vedad Ibisevic, der nach über halbjähriger Pause wegen eines Kreuzbandrisses wieder zurückkehrt, ist der 18-jährige Zuculini ein Hoffenheimer Hoffnungsträger. Der Neuzugang aus Argentinien hat große Pläne mit dem letztjährigen Aufsteiger. "Mein Ziel ist es, im kommenden Jahr um die Champions-League-Plätze zu kämpfen, wenigstens aber die Europa League zu erreichen", sagte Zuculini.

Und weil der versierte Mittelfeldspieler Ende Mai sein Debüt in der argentinischen Nationalelf feierte, wird wohl auch Trainer Maradona, der in Zuculini schon einen möglichen Star der WM 2010 in Südafrika sieht, ab und an den Weg in die Rhein-Neckar-Arena in Sinsheim finden.

Zumal Hoffenheim auch bei den Kennern der Bundesliga-Szene hoch im Kurs steht. "1899 ist ein Anwärter auf die internationalen Plätze", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger in der Rhein-Neckar-Zeitung. Der Jurist aus Altendiez sieht in dem Verein einen Musterclub und zieht immer wieder seinen Hut vor Mäzen Dietmar Hopp. "Was er in der Nachwuchsarbeit leistet, ist großartig. Wenn der DFB die finanziellen Möglichkeiten hätte, würden wir das Hoffenheimer Modell übernehmen", sagte Zwanziger.