Bremen - Der FC Schalke 04 ist mit einem starken 3:0 bei Werder Bremen in die Saison gestartet (Spielbericht). Den dritten Treffer schoss Stürmer Klaas-Jan Huntelaar, der damit einen Bundesliga-Rekord aufgestellt hat. Der Niederlande lobte die Leistung seines Teams, sieht aber noch Steigerungspotenzial.

Frage: Herr Huntelaar, das war für den FC Schalke ein Auftakt nach Maß. Wussten Sie, dass Sie mit ihrem Tor zum 3:0 einen Rekord aufgestellt haben? Zum vierten Mal in Folge haben Sie im ersten Saisonspiel getroffen. Neben Ihnen schaffte das heute allerdings auch Leverkusens Stefan Kießling.

Klaas-Jan Huntelaar: Ja, ich wusste, dass ich heute einen Rekord aufstellen kann, aber meine Mitspieler wussten das nicht. Ich habe ihnen das auch nicht gesagt. Es war schön, dass es noch mit dem Tor geklappt hat. Stefan Kießling ist ja im gleichen Alter wie ich und auch ein guter Stürmer. Ich hole mir dann in der nächsten Saison den alleinigen Rekord (lacht).

Frage: Nur kurz nach der Halbzeit kam Werder besser auf und setzte ihr Team gehörig unter Druck. Hatten Sie zu diesem Zeitpunkt Angst, dass das Spiel noch kippen könnte?

Huntelaar: Ich habe keine Angst gehabt, aber im Fußball kann alles passieren. In der Halbzeit haben umgestellt und wollten den Zugriff auf Werder verbessern. Wir wollten nicht das 1:0 halten, sondern das 2:0 schießen. Das hat dann ja auch gut geklappt.

Frage: Das Eigentor von Werder hat Ihnen aber perfekt in die Karten gespielt, oder?

Huntelaar: Ja, klar. Joel Matip hat beim 1:0 den Bremer Gebre Selassie sehr gut freigespielt (lacht).

Frage: Haben Sie sich trotzdem über einige vergebene Torchancen geärgert? Sie hätten ja schon vor Ihrem Tor treffen können.

Huntelaar: Wir haben als Mannschaft gut gespielt und uns gute Chancen herausgearbeitet. Klar ärgert man sich über vergebene Chancen, aber ich bin ja kein Roboter. Wichtig ist, dass wir als Mannschaft gut spielen. Wenn ich vorne die richtigen Laufwege mache, weiß ich, dass immer ein Tor drin ist.

Frage: Nach dem Sieg bildete das Team einen Kreis. Beim FC Schalke scheint wieder Harmonie eingekehrt zu sein? Der Zusammenhalt wird nach außen symbolisiert. Welchen Anteil hat Ihr Trainer daran?

Huntelaar: Das Wichtigste sind immer noch die Ergebnisse und die Art und Weise wie man spielt. Es ist besser, wenn man selbst die Initiative ergreift, als immer wenn man immer hinterher laufen muss. Wir wollen immer das Spiel machen und den Ball haben. Unter Breitenreiter spielen wir offensiver und das ist für mich als Stürmer immer besser, denn die meisten Tore werden in der gegnerischen Hälfte erzielt.

Frage: Wie haben Sie die Rückkehr Ihres Sturmkollegen Franco di Santo empfunden. Wie hat er sich geschlagen?

Huntelaar: Natürlich waren da einige Pfiffe von den Werder-Fans, die böse und unzufrieden waren, dass dürfen die auch sein. Aber Franco sollte die Pfiffe als Kompliment nehmen, wäre den Fans der Wechsel egal gewesen, hätte Franco in Bremen nicht gut gespielt.

Frage: In der nächsten Woche steht das Heimspiel gegen den Aufsteiger SV Darmstadt auf dem Programm. Mit einem weiteren Sieg könnte das ein richtig guter Saisonstart werden?

Huntelaar: Wir müssen zu Hause unser Spiel machen und das wollen wir auch. Ich denke, heute war unsere Leistung okay. Wir sollten aber nicht übertreiben. Auswärts gewinnt man zwar nicht immer 3:0, aber es gibt noch sehr viel zu verbessern!

 

Aufgezeichnet von Alexander Barklage