Dank seiner hervorragenden Leistung in Nürnberg kürten die bundesliga.de-User Werder-Spieler Aaron Hunt folgerichtig zum Spieler des 11. Spieltags. 47 Prozent aller abgegebenen Stimmen entfielen auf ihn.

Der Wolfsburger Obafemi Martins, an diesem Spieltag gegen Mainz ebenfalls zwei Mal erfolgreich, war mit 14 Prozent chancenlos. Den 3. Platz eroberte der Schalker Abwehrrecke Marcelo Bordon (12,2 Prozent) knapp vor dem Führenden in der aktuellen Torjägerliste Stefan Kießling (11,8 Prozent). Für den Mainzer Kapitän Tim Hoogland votierten neun Prozent und für das Hannoveraner Eigengewächs Jan Rosenthal sechs Prozent.

Hunt in der Form seines Lebens?

Hunt befindet sich bereits seit Wochen in bestechender Form: Am vergangenen Wochenende schnürte er einen "Doppelpack" in Nürnberg und rettete somit in letzter Sekunde den Bremern einen Auswärtspunkt. Mit seiner aktuellen Leistung rückt er zudem wieder in den erweiterten Kreis der deutschen Nationalelf.

Aufmerksamkeit wecken seine Auftritte allerdings nicht nur in Deutschland. Gerüchte besagen auch ein angebliches Interesse des englischen Fußball-Verbandes an ihm. So soll der englische Nationaltrainer Fabio Capello bereits seine Fühler ausgestreckt haben.

Da Hunts Mutter Engländerin ist und er bisher noch kein Pflichtspiel für die deutsche A-Nationalmannschaft bestritten hat, könnte er somit theoretisch noch vor der Weltmeisterschaft den Verband wechseln.

Hunt: "Ich will nur für Deutschland spielen"

Angesprochen auf diese Nachrichten lächelte Hunt jedoch nur entspannt: "Ich bin in Deutschland aufgewachsen, ich habe hier das Fußballspielen gelernt. Sollte es Interesse aus England geben, freut mich das natürlich. Aber ich habe davon noch nichts gehört und es wäre auch kein Thema. Ich will nur für Deutschland spielen und werde auch nicht schwach."

Ein Teil seiner Familie hätte es zwar durchaus gerne gesehen, wenn seine Entscheidung anders ausgefallen wäre, schmunzelte er, dennoch hätten alle akzeptiert, dass er für Deutschland spielen wolle.

Bisher stehen fünf Saisontore zu Buche

Und in den Fokus von Nationaltrainer Joachim Löw spielte sich Hunt nicht zuletzt wieder vergangenes Wochenende in Nürnberg. Seine Quote in dieser Saison kann sich mehr als sehen lassen: Er traf in der laufenden Runde in elf Spielen bereits fünf Mal und das, obwohl er von Werder-Trainer Thomas Schaaf meist im Mittelfeld und nicht mehr in der Stürmerposition aufgeboten wird.

Dass der gebürtige Goslarer für den fehlenden Goalgetter Pizarro in die Bresche sprang, ist jedoch kein Zufall. Nachdem der frühere U-21-Nationalspieler (13 Einsätze) jahrelang mit vielen Verletzungen zu kämpfen hatte, macht er seit dieser Saison zur Vorbeugung spezielle Stabilisierungsübungen.

Somit kann Hunt seine Klasse nun einmal auch über einen längeren Zeitraum konservieren. In vier der vergangenen fünf Bundesliga-Spielen erzielte er mindestens einen Treffer.

Seit der U 16 für Deutschland

In seiner bisherigen Bundesliga-Karriere gelangen Hunt, der für Deutschland in der U-16-Nationalmannschaft debütierte, bei insgesamt 88 Einsätzen für Werder 18 Tore. Hinzu kommen für den 23-jährigen Hunt noch zwölf Assists. Zudem ist er jüngster Werder-Torschütze aller Zeiten. In seinem ersten Spiel von Beginn an erzielte er am 12. Februar 2005 im Alter von 18 Jahren und 161 Tagen gegen Borussia Mönchengladbach sein erstes Bundesligator.

Nationaltrainer Joachim Löw habe sich allerdings noch nicht bei ihm gemeldet, sagte Hunt mit einem Grinsen im Gesicht.