Wien - Nationalspieler Mats Hummels hält nichts von althergebrachten Hierarchie-Modellen in Fußball-Mannschaften. "Dieses Machtgehabe, nur weil man älter ist, hat für mich schon immer etwas von Kindergarten gehabt", sagte Hummels.

"Deswegen finde ich es gut, wie es geworden ist: dass man sich Autorität verdienen und erarbeiten kann und nicht allein deshalb hat, weil man ein paar Jahre älter ist", sagte der Abwehrspieler des Deutschen Meisters Borussia Dortmund im Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

In Dortmund sagt jeder seine Meinung

Beim BVB fahre man mit dieser Philosophie sehr gut: "Das verwächst sich immer mehr zu einer flachen Hierarchie. Wir gehen alle sehr gut miteinander um, sind alle Freunde, da gibt es keinen Grund, warum der eine dem anderen etwas befehlen sollte. Alle, die spielen, haben den gleichen Stellenwert untereinander. Und jeder sagt seine Meinung, wenn sie sinnvoll ist."

Gleichzeitig gab er dem ehemaligen Nationalspieler Torsten Frings Recht, der in einem Interview die junge Fußballer-Generation kritisiert hatte, weil dieser "nichts Unbedachtes" mehr rausrutsche und sie nicht anecken wolle.

Hummels kämpft um Stammplatz

"Ich glaube, dass es wirklich so ist, dass man immer mehr darauf achten muss, was man sagt, weil es immer gleich höhere Wellen schlägt, wenn mal etwas überraschend ist oder als nicht passend interpretiert wird. Die größte Gefahr besteht darin, dass aus einem Interview nur zwei, drei Sätze ohne den Gesamtzusammenhang zitiert werden - und schon hast du die tollsten Schlagzeilen", sagte der 22-Jährige.

Einen Tag vor der Abreise der DFB-Auswahl zum EM-Qualifikationsspiel nach Aserbaidschan stellte Hummels auch klar, dass er sich auf Dauer einen Stammplatz in der Nationalmannschaft erkämpfen wolle. "Ich reise nicht an, um auf der Bank zu sitzen", sagte der BVB-Spieler, der bislang sechs Länderspiele absolviert hat.