Dortmund - Es hätte ganz sicher schlimmer kommen können, da herrschte nach der Achtelfinal-Auslosung große Einigkeit. Mit Zenit St. Petersburg hat Borussia Dortmund einen vermeintlich machbaren Kontrahenten erwischt - aber auch der will erst einmal geschlagen werden. 

Vor dem Hinspiel am Dienstagabend (ab 17:45 Uhr im Live-Ticker) spricht Sportdirektor Michael Zorc im Interview mit bundesliga.de über die Rollenverteilung, die Schlüsselspieler und die besonderen Witterungsbedingungen in Russland. 

bundesliga.de: Herr Zorc, in der Champions League wartet am Dienstag Zenit St. Petersburg, das als leichtester Gegner für den BVB ausgemacht wurde. Wird diese vor allem mediale Einschätzung der durchaus hochkarätig besetzten Mannschaft gerecht?

Michael Zorc: Im Vergleich zu den anderen Teams, die ebenfalls als Gegner zur Debatte standen wie etwa Manchester City, hat der eine oder andere Fan bei Zenit St. Petersburg möglicherweise aufgeatmet. Wir wissen aber, dass es auf dieser Basis - wir reden hier über das Achtelfinale in der Champions League - keine leichten Spiele mehr gibt. Zenit hat zudem in der Winterpause auf dem Transfermarkt noch einmal nachgelegt. Ich denke, dass die Chancen 50:50 stehen. Wir wollen auf jeden Fall alles versuchen, um weiterzukommen. Das ist die klare Zielsetzung.

bundesliga.de: Macht eine Berichterstattung, die Zenit als "leichten Gegner" verunglimpft, die Sache für den BVB schwieriger?

Zorc: Letztlich spielt das für uns keine Rolle. Unsere Jungs haben richtig Spaß an und in der Champions League und jeder weiß ganz genau, dass gegen St. Petersburg ein Weiterkommen nur mit hundert Prozent Leistung möglich ist.

bundesliga.de: Wie sehen Sie diese Mannschaft?

Zorc: Im Sommer 2012 etwa hat Zenit in Hulk und Axel Witsel zwei Topleute geholt. Hulk ist ein Klassestürmer, den man erst einmal ausschalten muss. Witsel wiederum ist ein herausragender Mittelfeldspieler, der auch in der starken belgischen Nationalmannschaft das große Rad dreht. Und in der abgelaufenen Winterpause hat man für den Angriff unter anderem Rondon von Rubin Kasan verpflichtet - ebenfalls ein Top-Mann und für die Champions League spielberechtigt.

bundesliga.de: Glauben Sie, dass es ein Problem werden könnte sich vom fast frühlingshaften deutschen Spätwinter auf den russischen Winter umzustellen, der allerdings aktuell ebenfalls sehr mild scheint?

Zorc: Ich habe noch vor einigen Tagen nachgeschaut, da lag der Temperaturunterschied zwischen Dortmund und St. Petersburg bei einem Grad. Ob Regen, Schnee oder Sonnenschein - alles egal! Wir spielen bei jedem Wetter (lacht)!

Das Gespräch führte Andreas Kötter