Köln - Während am Samstagnachmittag klangvolle Ex-Stars wie Mladen Petric, Sergej Barbarez oder Mehdi Mahdavikia zum Abschiedsspiel von David Jarolim in der Imtech Arena zauberten, stellt sich der Hamburger SV nach der Freistellung von Joe Zinnbauer neu auf.

Noch acht Spieltage hat der Dino Zeit, das Ruder herumzureißen und den ersten Abstieg der Vereinsgeschichte zu verhindern (Jetzt im Tabellenrechner den Endspurt tippen!).

Knäbel: "Alle ziehen voll mit"

Sportdirektor Peter Knäbel übernahm den Cheftrainerposten, dafür leitet Dietmar Beiersdorfer die Personalgeschicke. Und der Vorstandsvorsitzende setzt auf klare Signale: Langjährige Stützen wie Rafael van der Vaart und Marcell Jansen haben keine Zukunft an der Elbe.

"Rafael und Marcell wissen, dass wir mit ihnen keine Gespräche über eine Vertragsverlängerung führen werden", erklärte Beiersdorfer auf "HSV.de". Ivo Ilicevic und Gojko Kacar müssen sich ebenfalls einen neuen Verein suchen, auch ein Verbleib von Heiko Westermann sei laut Beiersdorfer noch "offen".

Motivationsprobleme erwarten die Verantwortlichen ob der Aussagen nicht. Knäbel setzt vielmehr auf den positiven Effekt: "Keiner lässt sich hängen. Alle ziehen voll mit und haben in unseren Gesprächen betont, dass ihre ganze Konzentration auf unser gemeinsames Ziel gerichtet ist."

Wunschtransfer Peter Hermann

Vor dem Umbruch im Sommer muss die aktuelle Truppe also den Klassenerhalt schaffen. Helfen soll dabei ein Neuzugang auf dem Trainingsplatz: Peter Hermann wurde kurzfristig verpflichtet.

Im Norden hatte man den langjährigen Co-Trainer von Jupp Heynckes bei Bayer Leverkusen und Bayern München schon länger im Auge. "Ich sollte schon im Januar hier anfangen, doch mich hat ein schlimmer Trainingsunfall gestoppt", erklärte der 63-Jährige. Der Fachmann, der in der Szene hohes Ansehen genießt, zog sich bei einem Hobbykick einen Sehnenriss zu und musste kürzer treten. Nach dem erneuten Anruf von Knäbel zögerte er nicht lange, im Gegenteil: "Ich habe mich in der moralischen Pflicht gesehen, ihn jetzt zu unterstützen."

Worauf ist nun vor allem ankommt, weiß der neue Assistent ganz genau: "Wir haben acht Wochen vor uns, in denen wir uns voll fokussieren müssen. Wir müssen alle Kräfte bündeln und alle zusammenstehen, um unser Ziel zu erreichen." Inwieweit die Personalentscheidungen auf und neben dem Platz in der Kürze der Zeit greifen, wird sich in den entscheidenden acht Wochen zeigen...

Yannik Schmidt