Auf einmal berühmt: Julian Pollersbeck hält den entscheidenden Strafstoß gegen England - © © imago / Sportimage
Auf einmal berühmt: Julian Pollersbeck hält den entscheidenden Strafstoß gegen England - © © imago / Sportimage
Bundesliga

HSV-Neuzugang Pollersbeck: Elfmeterheld und Spätstarter

Köln - War Julian Pollersbeck bis zum Halbfinale der U21-EM gegen England noch ein relativ unbeschriebenes Blatt, ist der deutsche Nachwuchstorhüter nach einigen Glanztaten während der Partie und zwei gehaltenen Elfmetern im Elfmeterschießen in aller Munde. Seine Ruhe, seine Ausstrahlung und sein mutiges Torwartspiel haben tiefen Eindruck hinterlassen. Aber wer ist dieser 22-jährige Teufelskerl eigentlich? bundesliga.de hat den Werdegang des HSV-Neuzugangs einmal genauer beleuchtet.

14 "Weiße Westen" in einer Saison

>>> Alle Bundesliga-Transfers im Überblick

Bis zum 30. August 2016 war die Heimat von Julian Pollersbeck noch die Regionalliga Südwest. An einem Dienstagabend spielte der 1. FC Kaiserslautern II da gegen die TSG 1899 Hoffenheim II. Ein später Treffer von Robert Glatzel sicherte der Reserve der Roten Teufel immerhin ein 1:1. Zwölf Tage später stand Pollersbeck erstmals in der 2. Bundesliga zwischen den Pfosten. Das ist jetzt zehn Monate her.

Seitdem ist viel passiert im Leben des jungen Torhüters. Auf seinen ersten Zweitliga-Einsatz folgten 30 weitere. Pollersbeck wurde zur Lauterer Nummer eins, hielt seinen Kasten 14 Mal sauber und hatte mit seinen starken Leistungen einen großen Anteil am Klassenerhalt des FCK. Pollersbeck erhielt eine Einladung für die U21-Europameisterschaft in Polen und wurde von Bundestrainer Stefan Kuntz zur Nummer eins gemacht. Diverse Bundesligisten buhlten um seine Dienste, am Ende erhielt der HSV den Zuschlag.

Pollersbeck ist bereit für die Bundesliga

Diese Situation ist für Pollersbeck allerdings nicht ungewohnt. In Kaiserslautern wurde ihm nach dem Abgang von Marius Müller zu RB Leipzig vor einem Jahr Andre Weis vor die Nase gesetzt. Der Neuzugang spielte die ersten vier Spiele, sah dann nach einem Handspiel außerhalb des Strafraums die Rote Karte - und plötzlich schlug Pollersbecks Stunde.

Es war der Beweis, dass es im Profifußball manchmal auch eines glücklichen Zufalls bedarf. Niemand vermag zu sagen, wie das vergangene Jahr für Pollersbeck ohne den Platzverweis für seinen Konkurrenten verlaufen wäre. Vielleicht wäre seine Heimat auch weiterhin die Regionalliga Südwest gewesen.

Zum Glück kam es anders und Deutschland darf sich über einen weiteren talentierten Torwart in der Bundesliga freuen. "Julian ist bereit, den nächsten Schritt zu machen", glaubt HSV-Sportchef Jens Todt. Auch Pollersbeck selbst ist davon überzeugt und freut sich "auf ein neues Kapitel in der Bundesliga beim HSV". Am liebsten würde er dieses neue Kapitel natürlich als frischgebackener Europameister aufschlagen.

Tim Müller

Quiz: Teste Dein Wissen!