Hamburg - Eigentlich wollte der Hamburger SV bereits am letzten Spieltag ein Ausrufezeichen setzen. Gegen den 1. FSV Mainz 05 hätten die Rothosen durch einen Erfolg den Relegationsplatz hinter sich lassen und den direkten Konkurrenten aus Rheinhessen genau dort hinbefördern können. Am Ende gingen HSV und FSV torlos auseinander, der Dino hat den Klassenerhalt weiter in eigener Hand. Wenn das Remis am vergangenen Sonntag auch erstmal für ein paar hängende Köpfe sorgte - es bedeutet nach drei Niederlagen in Folge und sechs Partien, in denen das eigene Netz immer zappelte, eine Trendwende.

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In der niedersächsischen Kreisstadt Rotenburg (Wümme) hatten sich die Hanseaten im Rahmen eines Kurztrainingslagers auf Mainz vorbereitet. Das ruhige Umfeld sollte Konzentration und Teamgeist stärken - Charakteristika, die im Kampf gegen den Abstieg unabdinglich sind. Das Duell, in dem die Kontrahenten sich intensive Zweikämpfe lieferten, endete dennoch unentschieden. Konzentration und Teamgeist aber waren im Vergleich zu den Vorwochen aus Hamburger Sicht deutlich erkennbar.

Buchstäblicher Abstiegskampf

"Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass wir mehr Chancen herausspielen, aber das war einfach der Situation geschuldet", sagte HSV-Trainer Markus Gisdol nach dem 0:0. "Wenn du so ein Spiel nicht gewinnen kannst, dann darfst du es zumindest nicht verlieren. Ich kann mir vorstellen, dass dieser Punkt für uns noch Gold wert sein kann." Seinen Anteil an diesem möglicherweise noch überlebenswichtigen Zähler hatte auch und vor allem Schlussmann Christian Mathenia. Die wiedergenesene etatmäßige Nummer zwei im Tor richtete den Blick danach gleich nach vorne, der Wille ist da: "Wir werden bis zum allerletzten Atemzug dafür kämpfen, den HSV in der ersten Liga zu halten. Es geht nächste Woche auf Schalke weiter. Dort werden wir alles raushauen und Punkte mitnehmen." Punkte.

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Zwei Partien stehen für die Raute noch aus, beim FC Schalke 04 und gegen den VfL Wolfsburg. Gewinnen die Hamburger beide, ist der Bundesliga-Verbleib mit 40 Zählern - nicht nur im Sinne der Stammtischparole, sondern auch rechnerisch - sicher. Der Abstiegskampf wird seinem Namen an der Elbe gerecht. "Diese engen Spiele zum Schluss wirst du nicht über spielerische Akzente lösen können", äußert Gisdol.

Rückblick: HSV-Sieg gegen Schalke

Zwei Duelle stehen noch aus. Dann steht fest, ob der Dino in der Bundesliga bleibt oder im kommenden Spieljahr erstmals in der Vereinsgeschichte in der 2. Bundesliga antritt - oder möglicherweise in der Relegation nochmals unter Beweis stellen muss, wie unabsteigbar er denn ist.

Felix Tschon