In einem nervenaufreibenden Elfmeter-Krimi hat Bundesligist Hamburger SV ein Aus im DFB-Pokal gerade noch abgewendet.

Beim Zweitliga-Aufsteiger Fortuna Düsseldorf retteten sich die Hanseaten zu einem 1:4-Erfolg im Elfmeterschießen und verhinderten damit den ersten herben Rückschlag der Saison. Den entscheidenden Elfmeter verwandelte Marcell Jansen. Nach regulärer Spielzeit hatte es 2:2 gestanden, nach Verlängerung 3:3.

Ausgleich durch Lambertz

Nationalspieler Piotr Trochowski hatte die Hamburger mit seinen beiden Treffern (54. und 95./Foulelfmeter) überhaupt erst in die Verlängerung gerettet.

Den Elfmeter verwandelte Trochwoski nach einem Foul von Fortuna-Torwart Michael Melka an Jonathan Pitroipa sicher. Nach der frühen Führung durch Torjäger Mladen Petric (5.) hatten die von Norbert Meier trainierten Außenseiter durch Oliver Fink (11.) und das Eigentor von U21-Europameister Jerome Boateng (16.) den Spieß zwischenzeitlich umgedreht. Das Elfmeterschießen erzwang schließlich Andreas Lambertz (120.).

Optimaler Start

Während die Düsseldorfer nach 13 Jahren ein großartiges Comeback auf der großen Fußball-Live-Bühne feierten, steht Labbadia bis zum Rückspiel in der Europa-League-Qualifikation am Donnerstag gegen den FC Randers sowie zum Punktspiel-Auftakt am Sonntag bei Aufsteiger SC Freiburg noch einige Arbeit bevor. Immerhin feierten die Hanseaten nach dem 4:0 in Dänemark auch im zweiten Pflichtspiel der Saison einen Sieg.

Für den HSV begann das Spiel vor 35.400 Zuschauern im vollen Düsseldorfer Stadion optimal. Petric traf nach einer herrlichen Flanke von Pitroipa zum 0:1 (5.). Wenig später hätten Ze Roberto und Pitroipa (10.) erhöhen müssen.

Ohne namhafte Neuzugänge

Das rächte sich. Nach einem Freistoß von Marco Christ auf den kurzen Pfosten bekam Fink die Fußspitze an den Ball und erzielte den Ausgleich. Wenig später musste Labbadia, der erneut ohne die Einkäufe Marcus Berg, Elijero Elia und David Rozehnal antrat, erstmals auswechseln und Eric Maxim Choupo-Moting für den angeschlagenen Stürmer Paolo Guerrero bringen (13.).

Danach setzten die vom Ausgleich angestachelten Außenseiter den HSV weiter unter Druck und gingen in Führung. Olivier Caillas bekam einen langen Ball in den Strafraum, hob diesen an Torhüter Frank Rost vorbei an die Brust von Boateng, von wo aus die Kugel zum 2:1 ins Netz trudelte.

Trochowski mit tollem Tor

Hamburg, das den rotgesperrten Kapitän David Jarolim durch Neuzugang Robert Tesche ersetzen musste, verlor zusehends die Linie und tat sich äußerst schwer, zu guten Aktionen zu kommen. Aus einer dichten Abwehr heraus lauerte die Fortuna immer wieder auf Konter. Dabei hätten Marco Christ (40.) und Ranisav Jovanovic (43.) erhöhen müssen, scheiterten aber am hervorragend reagierenden Torhüter Frank Rost.

Zu Beginn der zweiten Hälfte übernahmen die Hanseaten wieder die Initiative. Dennoch waren es Einzelaktionen, die Gefahr brachten. Zunächst scheiterte Neuzugang Ze Roberto nach einem Solo mit einem Schuss aus 16 Metern an Fortuna-Keeper Melka. Der war dann machtlos, als Trochowski mit einem Distanzschuss in den Winkel den Ausgleich besorgte.