Matchwinner Fin Bartels - © Stuart Franklin/Getty Images
Matchwinner Fin Bartels - © Stuart Franklin/Getty Images
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Holstein Kiel überrascht den FC Bayern im DFB-Pokal: "Wir haben uns das verdient"

"Das lange Wachbleiben hat sich gelohnt", sagte Holstein Kiels Trainer Ole Werner nach dem sensationellen Erfolg seiner Mannschaft nach Elfmeterschießen im Nachholspiel der 2. Runde des DFB-Pokals gegen den zuvor für einen Zweitligisten wohl unbesiegbar anmutenden FC Bayern München. "Wir haben uns das verdient."

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Über 120 Minuten hielt Kiel vorher mit dem Tripleteam mit, sorgte gar für ein Duell auf Augenhöhe. Vor allem defensiv lieferten die Störche eine starke Leistung ab. Zwar fiel ihr Ausgleichstreffer zum 2:2 und damit das Tor zur Verlängerung durch Hauke Wahl in der fünften Minute der Nachspielzeit etwas glücklich - der Kapitän hatte die Kugel beim Kopfball nicht richtig getroffen, aber netzte dennoch ein -, auf keinen Fall jedoch unverdient.

Sechs von sechs Elfmetern drin

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"Es ist unfassbar", erklärte Fin Bartels nach seinem Siegerstrafstoß bei der Entscheidung vom Punkt. Bereits am Mittelkreis konnte sich der KSV-Routinier, der auch das Ausgleichstor zum 1:1 erzielt hatte, vor Beginn des Elferschießens trotz aller Spannung ein Lächeln ob des schon Erreichten im David-gegen-Goliath-Vergleich nicht verkneifen. "Wir waren mutig und haben immer dran geglaubt."

Zuvor hatte Ioannis Gelios gegen Marc Roca dafür gesorgt, dass Bartels den Erfolg auf dem Fuß hatte. "Wir hatten nichts zu verlieren. Das hat man von Anfang gemerkt", sagte der Torwart.

Genau diese Einstellung dürfte viel mit der Kieler Überraschung zu tun haben. Denn Holstein präsentierte sich enorm zielorientiert, während der regulären Spielzeit und Verlängerung genauso wie vom Punkt - vom Punkt gar so zielorientiert wie möglich, verwandelten die Schleswig-Holsteiner doch alle ihre sechs Strafstöße souverän.

Kieler Pokaltriumph im Schneetreiben - Stuart Franklin/Getty Images

"Ein Erlebnis, an das wir noch lange denken werden"

"Im Elfmeterschießen ist es Glückssache, aber dass wir alle Elfmeter verwandelt haben, spricht für die Klarheit der Jungs", äußerte Werner noch. "Es ist ein Erlebnis, an das wir und alle, die dem Verein und der Stadt verbunden sind, noch lange denken werden."

Sicher hatte die Kieler Sensation schließlich etwas mit Glück zu tun, ihr Glück haben sie sich vorher allerdings redlich verdient. Bereits nach dem Abpfiff wiesen die Störche daraufhin, dass ihr Pokalcoup einerseits wegen der besonderen Situation im Rahmen des Coronavirus nicht ausgiebig gefeiert werden könne und andererseits, weil für den Tabellendritten der 2. Bundesliga schon am Sonntag das nächste Ligaspiel anstehe. Gegen Karlsruhe dürfte die nur einen Punkt hinter Spitzenreiter Hamburg platzierte KSV dann mit viel Selbstvertrauen an einem weiteren Ziel arbeiten, das viele vor der Saison nicht für möglich gehalten hätten: dem Aufstieg in die Bundesliga.