Der HSV ist erfolgshungrig: Zum Saison-Auftakt wollen die Hanseaten unbedingt den Premiere-Ligapokal gewinnen. Wie, weiß bundesliga.de.

"Wir wollen der Liga zeigen, dass mit dem HSV wieder zu rechnen ist", kündigt Trainer Thomas Doll an. Der Hunger auf diesen Titel ist groß bei den Hamburgern. Verständlich, denn der Gewinn des Ligapokals 2003 ist in bester Erinnerung. Damals setzte sich der HSV gegen Konkurrenten wie Hertha BSC, Borussia Dortmund und Bayern München mit spektakulärem Offensiv-Fußball durch.

Entwicklung wohl noch nicht abgeschlossen

Der Hamburger SV hat sich mittlerweile zu einer nationalen Spitzenmannschaft entwickelt, deren Entwicklung längst nicht abgeschlossen scheint.

Auch das Verpassen der direkten Champions-League-Qualifikation in der vergangenen Saison trübte die Euphorie rund um die AOL-Arena nicht. "Man weiß nie, wofür es gut ist, dass wir nur Dritter geworden sind. So kann sich keiner zurücklehnen und sagen:‚Wir haben schon alles erreicht"', sagte HSV-Coach Thomas Doll dazu.

Zwei Leistungsträger gingen

Und so steckt sich Hamburg neue, höhere Ziele. Die Mannschaft wurde punktuell verstärkt und vor allem verjüngt. Abgänge von Leistungsträgern wie Daniel van Buyten (Bayern München) und Sergej Barbarez (Bayer Leverkusen) wurden mit entwicklungsfähigen, jungen Spielern kompensiert.

Die Abwehr wurde mit Vincent Kompany (RSC Anderlecht) verstärkt. An dem 20-jährigen belgischen Nationalspieler waren mehrere Top-Vereine aus Europa interessiert. Im Angriff soll der 22-jährige Paolo Guerrero sein bei den Bayern angedeutetes Talent verfeinern. "Das sind Leute, die ihr Potenzial noch nicht ausgeschöpft haben", sagt Sportchef Dietmar Beiersdorfer.

Guerrero ein "hochtalentierter Angreifer"

Und selbst, wenn Guerrero noch in die Kategorie "hochtalentierter Angreifer" fällt - verbal setzte der Peruaner bereits ein Ausrufezeichen. "Ich will alle vier Titel gewinnen, auch die Champions League", sagte Guerrero bei seiner Vorstellung in der Hansestadt.

Nimmt man Guerrero beim Wort, so wäre also der Gewinn des Premiere-Ligapokals der Startschuss zu einer grandiosen Saison...


Kurzportrait - Der Trainer: Thomas Doll


Als Thomas Doll am 18. Oktober 2004 das Traineramt bei den Profis des Hamburger SV übernahm, ahnte der gebürtige Malchiner (Mecklenburg-Vorpommern) noch nicht, dass dies der Beginn einer beeindruckenden Erfolgs-Serie sein würde.

Doll, der zuvor die HSV-Amateure in der Regionalliga betreute, hievte das Team innerhalb von sieben Monaten von Platz 18 auf Platz 8, führte es über den UI- in den UEFA-Cup und erreichte als Krönung mit der durch Stars wie Rafael van der Vaart und Nigel de Jong verstärkten Mannschaft in der vergangenen Saison Platz 3.

Zwischenzeitlich herrschte eine regelrechte Euphorie um "Dolli", der in der Hansestadt gar zum "Mann des Jahres 2005" gekürt wurde. In seiner aktiven Zeit als Fußball-Profi durchlief der 40-Jährige Stationen im In- und Ausland.

Für Eintracht Frankfurt und HSV am Ball

In der Bundesliga spielte er für den Hamburger SV und Eintracht Frankfurt. In Italien stand Doll bei Lazio Rom und dem AS Bari unter Vertrag. Zudem absolvierte der Vater zweier Kinder 18 Einsätze in der deutschen Nationalmannschaft. Mit der DFB-Elf wurde er bei der EM 1992 in Dänemark Vize-Europameister.

Bei den Fans und Medienvertretern bringt ihm besonders seine Offenheit Sympathien ein. "Wenn 30 Fans mich ansprechen, versuche ich, auch zum 30. freundlich zu sein. Was kann er dafür, dass schon 29 vor ihm da waren?" Thomas Doll, ein Mann aus dem Volk - für das Volk. Und für den HSV ein Glücksfall.

Gregory Straub

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