München - Im Abstiegskampf der Bundesliga geht es für vier Vereine ums Überleben. Der SV Werder Bremen und Fortuna Düsseldorf trennten sich im direkten Duell am Wochenende , während der FC Augsburg mit einem über Eintracht Frankfurt bis auf drei Punkte an die Rheinländer heranrückte. Auch die TSG Hoffenheim, derzeit auf dem direkten Abstiegsplatz, befindet sich im Aufwärtstrend und holte unter Neu-Trainer Markus Gisdol vier Punkte in zwei Spielen.

Welche Akteure stehen bei den vier Clubs im Endspurt um den Klassenerhalt besonders im Fokus? bundesliga.de blickt auf die Form der Schlüsselspieler: in diesem Teil Werder Bremen.

Kevin De Bruyne



Kevin de Bruyne könnte zum Trumpf im Abstiegskampf bei Werder Bremen werden. Der 21-jährige spielt in der Regel im zentralen Mittelfeld und entwickelt viel Zug zum Tor. Zuletzt stellte Trainer Thomas Schaaf jedoch um. Der Belgier agierte fortan beispielsweise als einer von zwei Stürmern oder links im Mittelfeld. Seine 15 Scorer-Punkte (sechs Tore, neun Vorlagen) sind Spitze bei Bremen - gemeinsam mit Nils Petersen.

De Bruyne hätte noch häufiger treffen können, allerdings scheiterte er vier Mal am Aluminium - ligaweit sind nur Leverkusens Andre Schürrle (sechs Mal) und Teamkollege Nils Petersen (fünf Mal) größere Pechvögel. Neun Torvorlagen sind alleiniger Bestwert bei Werder, 107 Torschussvorlagen sind sogar Ligaspitze. Ungewöhnlich für einen reinen Offensivspieler hat de Bruyne die meisten Ballkontakte im Team (im Schnitt 74 pro 90 Minuten). Der 21-Jährige ist gesetzt, neben Keeper Mielitz ist er der einzige Werder-Spieler, der alle 29 Saisonspiele bestritt und immer in der Startelf stand - ligaweit kommt von allen Feldspielern nur Frankfurts Bastian Oczipka auf mehr Einsatzzeit. Hinzu kommt, dass der Belgier in dieser Saison insgesamt 344 Kilometer zurücklegte - ligaweiter Bestwert.

Aaron Hunt



Aaron Hunt spielt insgesamt eine starke Saison und war an 13 Treffern beteiligt (zehn Tore, drei Vorlagen). Lediglich Nils Petersen erzielte bei den Bremern mehr Tore als Hunt - erstmals kommt Hunt somit auf eine zweistellige Trefferzahl in einer Bundesliga-Saison. Im Heimspiel gegen Fürth trat Hunt als Joker zweimal zum Strafstoß an und verwandelte jeweils. Insgesamt stand diese Saison einzig Ibisevic öfter am Punkt (sieben Mal) als Hunt, der vier seiner fünf Strafstöße versenkte.

Der offensive Mittelfeldspieler schwächelte aber auch schon vom Punkt: Hunt scheiterte am 2. Spieltag gegen den HSV in der 42. Minute beim Stand von 0:0 mit einem Elfmeter an Rene Adler. In der 51. Minute trat er dennoch erneut an und verwandelte diesmal. Bei Bremen wurde in dieser Saison nur Junuzovic öfter gefoult (64 Mal) als Hunt (61 Mal). Der 26-jährige gab ligaweit die drittmeisten Weitschüsse ab (44 von insgesamt 68), acht seiner zehn Tore fielen aber aus einer Position im Sechzehner. Komplett erfolglos waren seine Ecken - nach keiner seiner 61 Hereingaben fiel ein Tor.

Sokratis



Sokratis stand seit seinem Wechsel nach Bremen immer in der Startelf (zu Beginn seiner Zeit in Deutschland als Linksverteidiger, in der Folge in der Zentrale), wenn er fit und spielberechtigt war. In dieser Saison ist er in der Innenverteidigung gesetzt, rückte lediglich im vorletzten Heimspiel gegen Fürth einmalig ins defensive Mittelfeld und zuletzt gegen S04 auf die Rechtsverteidigerposition.

Im Spiel gegen Fürth führte der Grieche Werder erstmals als Kapitän auf das Feld (Fritz fehlte verletzt, Hunt saß auf der Bank). In der Rückrunde fehlte der Grieche vier Mal - ohne ihn kassierte Werder zwölf Gegentore und holte nur zwei Punkte. Der 24-jährige gewann Sokratis gute 64 Prozent seiner Zweikämpfe. Sechs Gelbe Karten sind für ihn eher wenig: In der vergangenen Spielzeit hatte er zwölf Mal Gelb gesehen. Sokratis erzielte am 16. Spieltag 11/12 gegen Wolfsburg sein erstes Bundesliga-Tor und ließ am 19. Spieltag 12/13 in Hamburg per Weitschuss seinen zweiten Treffer folgen. Bei Standards ist der Grieche immer wieder gefährlich, geht mit großer Vehemenz zum Ball - er kam diese Saison 24 Mal zum Abschluss, davon gab er die Hälfte der Torschüsse nach Ecken ab (zwölf).


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