Hannover - Im dritten Anlauf klappte es dann doch noch: Nachdem die "Kiebitze" auf dem 96-Vereinsgelände zwei Tage lang umsonst auf den Trainingseinstand des Neuzugangs von Manchester United gewartet hatten, war es am Mittwoch endlich soweit.

Mame Diouf, der eigentlich schon Anfang der Woche die ersten Trainingseinheiten absolvieren sollte, wegen formaler Angelegenheiten aber zurück nach England flog, präsentierte sich endlich den Fans im 96-Outfit.

Entlastung für Abdellaoue

Bei eisigen Temperaturen deutete der Senegalese gleich sein Können an und beeindruckte nicht nur Ron-Robert Zieler: "Es ist sofort zu sehen, dass er seine Qualitäten hat", schwärmte der 96-Keeper. Bereits jetzt dürfte klar sein: Diouf wird am Samstag bei der Auswärtspartie in Berlin zumindest auf der Ersatzbank der Niedersachsen Platz nehmen.

Für Hannovers Trainer Mirko Slomka ist die Ankunft des Angreifers elementar. "Wenn wir unsere Ziele im Auge behalten wollen, müssen wir uns im Spiel nach vorn verbessern - spielerisch und personell", hatte der Coach Anfang Januar gefordert. Umso mehr, als Didier Ya Konan derzeit beim Afrika-Cup weilt und von seiner Form aus der vergangenen Saison meilenweit entfernt ist.

Mit Diouf hat Slomka nun deutlich mehr Alternativen im Sturm und muss nicht mehr auf "Alleinunterhalter" Mohammed Abdellaoue setzen. Der mit zehn Saisontreffern beste 96-Torschütze ist vom Transfer des neuen Sturmkollegen begeistert - zumal er Diouf bereits in der norwegischen Liga schätzen gelernt hat. "Wir haben damals gegeneinander gespielt. Ich weiß, dass er ein sehr guter Spieler ist", so Abdellaoue. "Es ist gut, eine weitere Option zu haben. Wir brauchen Spieler, die das Team nach vorne bringen. Das ist wichtig. Dann hat der Trainer mehr Spieler zur Auswahl und der Konkurrenzkampf ist größer."

Keine Chance bei ManUnited

Dabei ist der Name Diouf in Hannover kein unbekannter. In der Saison 2002/03 trug dessen Namensvetter Dame Diouf bereits sechs Mal das 96-Trikot. Der 24-Jährige Neuzugang ist demnach nicht nur der zweite Diouf, sondern auch noch der zweite Senegalese bei den "Roten". Dass Mame Diouf mehr Eindruck hinterlassen wird als sein Vorgänger, dürfte schon jetzt klar sein - auch wenn der Nationalspieler bei ManUnited in der laufenden Premier-League-Saison nicht zum Einsatz kam. Seine Qualitäten zeigte der Stürmer gleichwohl im Ligapokal, wo er drei Mal gegen unterklassige Teams zum Einsatz kam. Größtenteils spielte er im Reserveteam der "Red Devils" und erzielte dort regelmäßig Tore.

In der vergangenen Spielzeit wurde Diouf von United an die Blackburn Rovers ausgeliehen. Dort erzielte er in 26 Spielen drei Tore. In Norwegen war der Senegalese ein echter Torjäger: 2009 wurde er mit Molde FK Vize-Meister, steuerte 16 Treffer dazu bei und verpasste Platz 1 der Torschützenliste nur knapp.

Nun also will Mame Diouf in der Bundesliga auf Torejagd gehen - allerdings nicht mit der ursprünglich vorgesehenen Nummer 18 auf dem Trikot. Der Neuzugang wollte partout eine ungerade Zahl auf seinem Dress und bekam das Trikot mit der Nummer 39. Den Club-Verantwortlichen soll diese Marotte recht sein - solange er seinen Job als Torjäger zufriedenstellend erfüllt.

Johannes Fischer