Kaiserslautern - Als alle sich mit dem Unentschieden schon abgefunden zu haben schienen, flankte Florian Dick ein letztes Mal in den Freiburger Strafraum, der Ball kam zu Erwin Hoffer und der österreichische Nationalspieler traf mit der allerletzten Aktion des Spiels zum Siegtreffer für den 1. FC Kaiserslautern.

Durch das 2:1 in allerletzter Sekunde gegen den SC Freiburg gewinnt der FCK nicht nur das erste Spiel in der Rückrunde, sondern auch wichtiges Selbstvertrauen im Abstiegskampf.

Erster Sieg in der Rückrunde

Der Jubel war riesig im Fritz-Walter-Stadion auf dem Betzenberg, erstmals gelang den Pfälzern ein Sieg in der Rückrunde. Dementsprechend groß war die Erleichterung beim FCK, der die Abstiegszone durch diesen Sieg verlassen konnte.

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"Es ist schön, ein Spiel so zu gewinnen", erklärte Mittelfeldspieler Christian Tiffert, der erneut zu den Besten beim FCK gehörte. Für Hoffer, den alle "Jimmy" nennen, war es einfach nur ein "schönes Gefühl". Die Leihgabe vom SSC Neapel hatte zuvor kurioserweise ja seine drei Saisontreffer immer in Spielen gegen Hoffenheim erzielt.

"Erwin hat für das alte Betze-Feeling gesorgt, bei dem der Schiedsrichter erst abpfeift, wenn wir gewonnen haben", freute sich Stefan Kuntz, der Vorstandsvorsitzende des Fritz-Walter-Clubs.

Umstellungen bringen den Erfolg

Es war wirklich ein kurioser Tag in der Pfalz. FCK-Trainer Marco Kurz war kurzfristig gezwungen, zwei Umstellungen vorzunehmen. Kapitän Srdjan Lakic, konnte wegen einer Fußprellung nicht auflaufen. Kurz stellte deshalb auf ein System mit zwei Angreifern um: Hoffer und Nemec.

Beide trafen, Adam Nemec sogar zwei Mal: Nachdem der groß gewachsene Slowake in der 21. Minute den Ball nach einem Freistoß des Freiburgers Felix Bastians noch unglücklich zur Führung für die Badener ins eigene Tor verlängert hatte, traf er dann 13 Minuten später nach Vorlage von Ivo Ilicevic zum Ausgleich ins richtige Tor. "Das war das erste Eigentor meiner Karriere, ich hoffe, es bleibt das einzige", sagte Nemec nach einem "verrückten Spiel".

Gelungener Einstand von Trapp

Ein besonderes Erlebnis waren die 92 Minuten auf dem Betzenberg auch für Kevin Trapp. Der 20-jährige Torhüter feierte sein Bundesligadebüt. Trainer Marco Kurz entschied kurz vor dem Warmmachen, dass Stammtorwart Tobias Sippel nicht zum Einsatz kommt. Sippel plagte ein Magen Darm-Virus, er saß mit Schüttelfrost in der Kabine.

"Der Trainer hat nur gesagt, du spielst. Ich hatte gar keine Zeit, nervös zu werden, obwohl eine Anspannung schon da war", erzählte der erst 20 Jahre alte Trapp hinterher. Mit zwei tollen Paraden bewahrte der U-21-Nationalspieler den FCK nach Schüssen des Freiburger Stürmers Papis Cisse vor einem Rückstand (47., 70.).

Erneut zeigte ein Schützling des Lauterer Torwarttrainers Gerry Ehrmann die Reife für die Bundesliga. "Kevins Leistung wundert mich nicht. Er besitzt eine gute Ausstrahlung", lobte Trainer Kurz.

Defensive verbessert sich

Trapp konnte sich aber auch auf eine in den letzten Spielen verbesserte Defensive der Lauterer verlassen, die in den vergangen drei Spielen nur zwei Gegentreffer kassierte. Dort hat der gebürtige Lauterer Mathias Abel den zweiten Kapitän Martin Amedick in der Innenverteidigung abgelöst, gegen Freiburg trug Abel erstmals die Binde.

"Das ist natürlich eine Ehre", sagte Abel, "die mit diesem wichtigen Sieg gekrönt wurde." Nun geht es für den FCK am Freitag zum Tabellenletzten nach Mönchengladbach. Vorstandschef Stefan Kuntz gibt sich zuversichtlich: "Wir werden am Freitag merken, dass wir den Bock umgestoßen haben."

Tobias Schächter