Zusammenfassung

  • Vargas erzielt vier Tore bei Chiles Viertelfinalerfolg gegen Mexiko

  • Topscorer der Copa America 2015

  • Viert erfolgreichster Torjäger in der Geschichte von La Roja

Köln - Eduardo Vargas ist der neue Volksheld in Chile. Der Stürmer der TSG 1899 Hoffenheim erzielte bei Chiles 7:0-Erfolg im Viertelfinale der Copa America gleich vier Tore. Damit ist der Kraichgauer mit bisher sechs Treffern aktuell der Torschützenkönig der Copa, zwei Treffer vor Argentiniens Lionel Messi.

Vargas fühlt sich in "La Roja", wie die Nationalelf in Chile genannt wird, pudelwohl. Im Trikot seines Heimatlandes blüht der 26-Jährige stets richtig auf. So war es schon im vergangenen Sommer, als er bei der Copa vier Tore erzielte und Chile als Torschützenkönig des Turniers zum ersten Copa-America-Titel in der Geschichte führte. Und so ist es auch jetzt wieder. Schon im letzten Gruppenspiel gegen Panama war der in Santiago geborene Vargas mit zwei Toren am 4:2-Sieg beteiligt. Jetzt schoss er Mexiko fast im Alleingang ab, machte nach der Pause innerhalb von 22 Minuten einen Hattrick. In die Geschichtsbücher hat er sich damit schon jetzt eingetragen: vier Tore in einem Länderspiel gelangen einem Chilenen zuletzt vor 90 Jahren.

"Wir sind die Champions"

"Wir sind die Champions. Das haben wir heute unter Beweis gestellt", sagt Vargas nach dem historischen Triumph der Chilenen, die durch den Sieg ins Halbfinale einziehen und dort am Donnerstag auf Kolumbien treffen. "Wir sind schlecht in die Copa gestartet, haben aber von Partie zu Partie an Selbstvertrauen und den Rhythmus der vergangenen Copa gewonnen", sagt Vargas. Chile, bei dem die beiden Bundesliga-Stars Arturo Vidal vom FC Bayern München und Charles Aranguiz von Bayer 04 Leverkusen, im Mittelfeld die Fäden ziehen, hatte das erste Spiel gegen Argentinien verloren, anschließend Bolivien knapp 2:1 besiegt.

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Vargas ist wieder heiß, so wie er es in seiner Heimat in der Vergangenheit schon öfter war. Schon 2011 wurde er Torschützenkönig der Copa, anschließend zum Fußballer des Jahres in Chile und zweitbesten Spieler Südamerikas gewählt. Doch in Europa hat er bisher noch nicht so glanzvolle Leistungen zeigen können. 2012 wechselte er zum SSC Neapel nach Italien. Da wurde er zwar der erste Chilene, dem bei einem 4:0-Sieg gegen AIK Solna ein Hattrick in der Europa League gelang. Durchsetzen konnte er sich in Napoli aber nicht. Stattdessen wurde er in den folgenden Jahren zu Gremio Porto Alegre, Valencia FC und den Queens Park Rangers verliehen.

Schwierige Saison in Hoffenheim

Schließlich griff im vergangenen Sommer die TSG Hoffenheim zu und holte den frisch gebackenen Copa-Sieger in die Bundesliga. Bei der TSG erlebte Vargas jedoch eine schwierige Saison mit drei Trainern und einem erst spät gesicherten Klassenerhalt. Nicht immer erfüllte der Offensivspieler die Erwartungen, in 24 Einsätzen stehen nur zwei Tore aber immerhin fünf Vorlagen auf dem Konto des starken Technikers. Stammspieler war er nur kurzfristig, insgesamt stand er lediglich 752 Minuten auf dem Platz.

In den USA holt er sich bei der Copa aktuell sein Selbstvertrauen zurück. Die Treffer gegen Mexiko widmete er seiner Mutter Paloma, die vor wenigen Tagen einen leichten Herzinfarkt erlitten hatte. "Kraft, Mama. Ich liebe dich", stand auf seinem T-Shirt, das er bei jedem seiner vier Tore zeigte. In der Nationalelf hat er damit zu den ganz Großen seines Landes aufgeschlossen. Mit nun 31 Toren für "La Roja" ist er Chiles viertbester Goalgetter aller Zeiten - knapp hinter den Legenden Alexis Sanchez (34), Ivan Zamorano (34) und Marcelo Salas (37). Bei der Copa hat Vargas nun auf jeden Fall noch zwei Chancen, sein Torekonto weiter aufzustocken (Halbfinale und Finale oder Spiel um Platz 3).

Sein Ziel ist natürlich der erneute Gewinn der wichtigsten Trophäe Südamerikas - um dann mit viel Selbstvertrauen nach Hoffenheim zurückzukehren und auch dort mit Spitzenleistungen und Toren zum Erfolg beizutragen.

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