Berlin – Mit dem Sieg beim Mitkonkurrenten Hertha BSC hat die TSG Hoffenheim ihre Champions-League-Ambitionen unterstrichen. Nun kommt der FC Bayern München.

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"Wir haben noch ein knackiges Restprogramm", konstatierte Hoffenheim-Coach Julian Nagelsmann nach dem Sieg bei Hertha BSC – für ihn angesichts der Heimstärke der Gastgeber ebenfalls ein "sehr knackiges Auswärtsspiel". Diese erste Nuss jedenfalls haben die Kraichgauer geknackt. Hoffenheim gewann damit beide Saisonspiele gegen die Berliner. Fakt ist, dass die 48 Punkte, die die TSG jetzt nach 26 Spieltagen auf dem Konto hat, neuen Clubrekord bedeuten. Und die Schlussfolgerung, dass die erste Europacup-Teilnahme der Kraichgauer immer wahrscheinlicher wird, ist nicht abwegig.

Schon acht Punkte auf Platz 5

"Ich beschäftige mich nicht so sehr mit der Tabelle", wollte sich Nagelsmann aber nicht auf Rechenspiele einlassen. "Zwei Spieltage vor Schluss und wir haben die Chance auf acht Punkte Vorsprung"  – dann würde er jubeln, so der Trainer-Youngster. Immerhin: Daduch, dass nicht nur Hoffenheim mit Hertha einen direkten Konkurrenten schlug, sondern auch die weiteren Mitbewerber ums internationale Geschäft aus Dortmund, Köln und Frankfurt nicht gewannen, haben sich die Ausgangsbedingungen nochmals verbessert. Wie schon zum Abschluss der Hinrunden steht die TSG nun mit einem Zähler vor dem BVB, hat aber nun bereits acht Punkte Vorsprung auf Rang fünf.

© gettyimages / Maya Hitij

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Neben Matchwinner Andrej Kramaric, der mit seinem Doppelpack Hoffenheim auf die Siegerstraße brachte, war einer nach der Partie in der Hauptstadt besonders glücklich: Niklas Süle. Für den Innenverteidiger war es ein kleines Jubiläum. Mit seinen gerade mal 21 Jahren absolvierte die 1-Meter-94-Kante bereits den 100. Einsatz in der Bundesliga – und erzielte dann noch den schönsten Treffer des Tages. Aus 25 Metern hämmerte er die Kugel mit viel Effet unhaltbar für Hertha-Torwart Rune Jarstein in den Winkel. "Für mich war das heute ein besonderes Spiel: 100. Bundesliga-Spiel und dann so ein Tor - das ist für mich natürlich richtig geil."

 Jetzt der nächste "Klopper"

Gleichzeitig zeigte der gebürtige Frankfurter, was 1899 Hoffenheim derzeit wohl besonders auszeichnet: Er war mit seiner Leistung unzufrieden und sah vor allem das Verbesserungspotenzial. "Viele Abspielfehler" habe er drin gehabt. Es war diese Unzufriedenheit, die den Jung-Nationalspieler, der nach der EM im Test gegen Finnland debütierte, auch zu seinem Tor verhalf. Immer wieder, so berichteten Süle und Nagelsmann nach der Partie, habe der Innenverteidiger im Training Distanzschüsse geübt. So sollte mehr Torgefahr aus der zweiten Reihe entwickelt werden – in Berlin trug es Früchte.

Video: Hinspiel Bayern gegen Hoffenheim

"Am Dienstag wartet der nächste Klopper auf uns", blickte Süle schumzelnd voraus auf den Spieltag unter der Woche. Da empfängt die TSG keinen geringeren als den deutsche Rekordmeister.  Hoffenheim konnte noch nie gegen den FC Bayern gewinnen. "Aber wir haben zuhause gegen sie meistens ganz gut ausgesehen", sagte Süle. Was den Kraichgauern auch noch Mut machen dürfte: In der Hinrunde haben sie einen Punkt aus München entführt. "Wir haben es im Hinspiel bis zur 60. Minute ganz gut gemacht", erinnert sich Nasgelsmann und verspricht: "Das wollen wir auch jetzt wieder versuchen – wir werden mutig auftreten!" Ein bisschen Glück, dass die Bayern mal keinen "Supersahnetag" erwischen, gehöre natürlich auch dazu, weiß der 29-Jährige.

Besonderes Spiel für Wagner, Süle und Rudy

Für drei Hoffenheimer dürfte die Partie eine ganz besondere Note haben. Stürmer Sandro Wagner wurde in München geboren, beim FCB ausgebildet und gab bei den Bayern sein Bundesliga-Debüt, ehe er über mehrere Zwischenstationen in Hoffenheim landete. Süle und 1899-Kapitän Sebastian Rudy gehen den entgegengesetzten Weg: Wie im Januar bekannt gegeben wurde, wechseln beide nach der Saison von der TSG zu den Bayern. Nun spielen sie nochmal gegen ihren künftigen Club. "Wir wissen, was auf uns zukommt", räumt Süle ein, der aber zuversichtlich ist: "Julian wird uns wieder einen Superplan an die Hand geben, so dass wir top vorbereitet sind."

>>> Süle und Rudy ab kommender Saison bei Bayern

Aus Berlin berichtet André Anchuelo