Mal "hui", mal "pfui" - so könnte man die Spiele von Werder Bremen in dieser Saison beschreiben. Sowohl in der Bundesliga als auch auf internationalem Parkett macht das Team von der Weser vor allem durch schwankende Leistungen auf sich aufmerksam.

Zurzeit schwimmen die Bremer wieder ganz oben auf der Euphoriewelle. Beim 4:0-Galasieg gegen den VfB Stuttgart am vergangenen Bundesliga-Spieltag zeigte sich vor allem die zuletzt schwächelnde Offensive wieder in Bestform.

Wer die tollen Tore von Claudio Pizarro, Markus Rosenberg (2) und Diego gesehen hat, konnte sich kaum vorstellen, dass Bremen bis zu diesem Spiel nur drei Treffer in der Rückrunde erzielt hatte.

Mit Selbstvertrauen ins Rückspiel

Das Selbstvertrauen, das die "Grün-Weißen" in dieser Partie getankt haben, wollen sie mit nach Frankreich nehmen, wo am Mittwochabend das Rückspiel im Achtelfinale des UEFA-Pokals bei AS Saint-Etienne ansteht (ab 20:15 Uhr im Live-Ticker).

Gelingt der Einzug ins Viertelfinale, würde das ein bisschen über die enttäuschende Bundesliga-Saison hinwegtrösten, in der der Vizemeister Bremen mit Platz 10 derzeit im Niemandsland der Tabelle versunken ist.

Und die Chancen in die nächste Runde einzuziehen, stehen gar nicht so schlecht. Das Hinspiel gewannen die Bremer zwar nur knapp mit 1:0, aber dafür verhinderten sie ein Auswärtstor der Franzosen. Trainer Thomas Schaaf hätte sich trotzdem eine bessere Ausgangslage für das Rückspiel erhofft: "Mit unseren Chancen sind wir viel zu sorglos umgegangen. Damit können wir nicht zufrieden sein. Jetzt wird es noch einmal ein ganz spannendes Spiel in Frankreich."

Für Saint-Etienne ist "noch was drin"

Und auch der Trainer von Saint-Etienne, Alain Perrain, hält es noch für möglich, dass seine Mannschaft das Viertelfinale erreicht: "Das Ergebnis aus dem Hinspiel lässt uns noch alle Chancen. Wir müssen einfach effektiver vor dem Tor sein, dann ist noch was für uns drin."

Die Torausbeute ihrer Teams ist also das, was beide Trainer für das Rückspiel verbessert sehen wollen. Ein Blick in die Statistik des Hinspiels zeigt: Bremen gab 23 Torschüsse ab, aber nur einer saß. Die Gäste aus Frankreich verzeichneten 13 Schüsse.

Mertesacker wieder fit

Dafür, dass es im Rückspiel noch weniger Torschüsse für AS werden, soll Per Mertesacker sorgen. Der Abwehrchef, der im Hinspiel wegen einer Grippe gefehlt hatte, trainiert seit kurzem wieder mit der Mannschaft: "Normalerweise ist es schwierig wieder in Tritt zu kommen, wenn man einige Tage krank im Bett lag, aber ich fühle mich gut."

Verzichten muss Trainer Schaaf auf Petri Pasanen (Bänderdehnung), Daniel Jensen (Nasenbeinbruch) sowie den erkrankten Clemens Fritz. Außerdem fehlt Kapitän Frank Baumann, der im Hinspiel die dritte Gelbe Karte sah und deswegen gesperrt ist.

Bleibt zu hoffen, dass es auch ohne die Verletzten ein weiteres "hui"-Spiel der Bremer zu sehen gibt.

Karolina Mahrla