Jens Lehmann verlor 2006 das Finale der Champions League mit dem FC Arsenal gegen den FC Barcelona
Jens Lehmann verlor 2006 das Finale der Champions League mit dem FC Arsenal gegen den FC Barcelona

Hoffen auf den Wunder-Lehmann

52 Minuten hatte der VfB Stuttgart von der Sensation gegen den FC Barcelona träumen dürfen, jetzt müssen die Schwaben auf das "Wunder von Camp Nou" hoffen:

Doch trotz einer schwierigen Ausgangsposition hat der Bundesligist nach dem respektablen 1:1 (1:0) gegen den Titelverteidiger den Glauben an das Viertelfinale in der Champions League noch längst nicht verloren.

"Nicht als Sparringspartner nach Barcelona"

"Es ist noch alles möglich. Wir fahren nicht nach Barcelona, um dort nur ein Sparringspartner zu sein. Mit so einer Leistung wie in der ersten Hälfte haben wir eine Chance", sagte Sami Khedira nach dem Achtungserfolg im Achtelfinal-Hinspiel gegen das Starensemble um Weltfußballer Lionel Messi trotzig.

Auch Torwart Jens Lehmann hält vor dem "Showdown" in Barcelona am 17. März eine Überraschung des krassen Außenseiters durchaus für möglich: "Es war für die jungen Spieler wichtig zu sehen, dass man, wenn man zusammenhält, gegen so eine Mannschaft ein gutes Ergebnis rausholen kann. Das gibt Selbstvertrauen. Die Chancen sind jetzt geringer. Aber man geht nie chancenlos in ein Spiel."

Gross nimmt Lehmann in die Pflicht

Die Hoffnungen der Stuttgarter stützen sich vor allem auf eine bärenstarke erste Halbzeit gegen Barca - und auf den 40 Jahre alten Lehmann. "Ich habe zu Jens Lehmann schon gesagt, dass er das Spiel seines Lebens machen muss", verdeutlichte Trainer Christian Gross vor dem Rückspiel im Stadion Camp Nou und war um Zuversicht bemüht:

"Wir haben eine Riesenmöglichkeit, uns wieder bestens zu präsentieren. Wir werden auch in Barcelona unsere Chance suchen. Man hat gegen jeden Gegner eine Chance."

Lehmann freut sich schon jetzt auf die große Herausforderung. "Der Trainer setzt mich unter Druck, das mag ich. In meinem Alter hat man seine Entwicklung abgeschlossen. Deshalb sollte ich in der Lage sein, seine Forderung umzusetzen", sagte der frühere Nationalkeeper.

Heldt: "Darauf kann man stolz sein"

Während Gross und seine Spieler vorwiegend schon an den Auftritt in Barcelona, aber auch an das Bundesligaspiel am Samstag gegen Eintracht Franfurt dachten, genoss Manager Horst Heldt den Augenblick. "Darauf kann man stolz sein. Wir waren gegen den Titelverteidiger nah an einem Sieg. Das war ein toller Abend für den VfB", sagte Heldt.

Die Stuttgarter, die keine Angst vor den großen Namen zeigten, waren durch Cacau in der 25. Minute verdient in Führung gegangen, versäumten es danach aber, bei weiteren Großchancen nachzulegen. "Wir hätten das Tor machen müssen. Das ärgert mich", meinte Gross überaus kritisch.

Das Spiel seiner Mannschaft sei in der ersten Hälfte zwar auf einem "sehr hohen Niveau" gewesen, aber beim Gegentor durch Barca-Torjäger Zlatan Ibrahimovic (52.) "haben wir schlecht verteidigt. Es war nicht das perfekte Spiel, was wir uns gewünscht haben." Dennoch gab es "viel Positives", das 1:1 sei "ein gutes Resultat. Nur wenige Mannschaften auf der Welt schaffen es, gegen Barcelona zu punkten. Das freut uns und macht uns für die nächsten Spiele optimitisch", sagte der Schweizer.

Guardiola lobt den VfB

Heldt lobte eine "überragende Vorstellung" gegen einen "übermächtigen Gegner". Barca sei auch nicht schlecht und lustlos gewesen, "wir waren einfach gut". Die spanischen Medien stuften die Darbietung der erfolgsverwöhnten Katalanen etwas anders ein. "Eine schreckliche erste Halbzeit hätte Barca erledigen können", titelte "Marca".

Barcelonas Erfolgscoach Pep Guardiola sprach deshalb von einem "relativ guten Resultat für uns. Stuttgart hat uns das Leben sehr schwer gemacht, aber wir haben uns alle Chancen erhalten."

Zuletzt war der Spitzenreiter der Primera Division in der Champions League 2002/2003 nach einem 1:1 im Hinspiel ausgeschieden. Zu Hause verlor Barca damals im Viertelfinale 1:2 nach Verlängerung gegen Juventus Turin. In der vergangenen Saison gab es im Achtelfinale jedoch die gleiche Konstellation schon einmal gegen Olympique Lyon: Barcelona war in Lyon nicht über ein 1: 1 hinausgekommen, fertigte die Franzosen im Rückspiel aber mit 5:2 ab.

Spielbericht Stuttgart - Barcelona