"Der Ausfall von Miro wiegt schwer", sagte Jürgen Klinsmann nach dem vergangenen Spieltag. Dabei hatte sein FC Bayern München doch gerade auch ohne Miroslav Klose mit 1:0 bei Arminia Bielefeld gewonnen. Ist diese Aussage angesichts des jüngsten Erfolgserlebnisses nicht verwunderlich?

Nein, denn ein Blick in die bundesliga.de-Datenbank verdeutlicht die hohe Bedeutung des Angreifers für den deutschen Rekordmeister.

Mehr Tore und Punkte

Seit dem 14. März und der Partie beim VfL Bochum, in der sich Klose ohne Fremdeinwirkung in der 31. Minute am Sprunggelenk verletzte, fehlt der Stürmer den Münchnern.

In 23 Saisonspielen war er bislang mit von der Partie und maßgeblich an den Offensivaktionen seines Teams beteiligt. Selbst netzte der 30-Jährige in der Liga bis zu seiner Verletzung am 24. Spieltag zehn Mal ein, die "Roten" sind aber mit ihm insgesamt deutlich torgefährlicher: 2,2 Treffer pro Spiel schafften die Bayern. In den fünf Partien ohne den Nationalspieler sind es nur 1,8.

Auch die Punktausbeute pro Spiel spricht für Klose: 1,96 Zähler holten die Münchner bislang mit ihrem Angreifer (1,9 ohne ihn).

Hilfe in der Rückwärtsbewegung

Das Fehlen Kloses und die gleichzeitige Verletzung von Lukas Podolski zwangen Klinsmann auch zu einer Systemumstellung. Der Bayern-Trainer bietet notgedrungen meist nur Luca Toni als einzigen Stürmer auf. "Natürlich ist das eine ganze andere Kiste, wenn der Miro an seiner Seite wäre", weiß Klinsmann. Dabei denkt der Coach wahrscheinlich nicht nur an die zusätzliche Gefahr im Angriff, sondern auch an Kloses Arbeit in der Rückwärtsbewegung.

Denn die Zahl der Gegentreffer war ohne den Nationalstürmer fast doppelt so hoch (im Schnitt 2) wie mit ihm (1,1). Allerdings verzerrt die höchste Saisonniederlage des FC Bayern - das 1:5 beim VfL Wolfsburg ohne Klose - diesen Wert ein wenig.

"Schale im Trikot hochhalten"

Fest steht allerdings, dass der FCB bis zu Kloses Ausfall Mitte März im Saisonverlauf noch nicht die Spitzenposition der Tabelle erklimmen konnte, und es auch ohne ihn noch nicht geschafft hat.

Das soll sich nach dem bayrischen Selbstverständnis im Laufe der verbleibenden sechs Spieltage bekanntlich ändern - am liebsten mit einem gesunden Klose. "Wir rechnen damit, dass er noch vor Saisonende eingreift und das eine oder andere Spiel machen kann", baut Klinsmann auf eine schnelle Genesung des Erfolgsfaktors.

Und auch Klose hat große Hoffnungen auf eine Rückkehr ins Mannschaftstraining und auf den Rasen: "Mein Ziel ist es, die Meisterschale im Trikot hochzuhalten."