Im Heimspiel gegen Arminia Bielefeld will die Frankfurter Eintracht endlich den ersten Saisonsieg einfahren und sich bei ihren Fans für das Aus im DFB-Pokal gegen den Zweitligisten FC Hansa Rostock revanchieren. (Fiebern Sie mit bei den Sonntagsspielen des 6. Spieltags ab 16:30 Uhr im Live-Ticker / Liga-Radio!)

Als Tabellen-17. stehen die Hessen vor dem Duell mit dem Rang-13. unter Zugzwang - auch im Hinblick auf die kommenden Gegner 1899 Hoffenheim (auswärts) und Bayer Leverkusen. "Wir sind in einer prekären Situation", sagt Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen.

Es gilt, Wiedergutmachung zu betreiben und den schwachen Auftritt beim 1:2 nach Verlängerung im DFB-Pokal gegen Hansa Rostock vergessen zu machen. "Das Spiel im Pokal gegen Rostock war Mist. Aber wenn wir gegen Bielefeld gewinnen, sind wir wieder gut im Rennen", erklärt Trainer Friedhelm Funkel. Wie es seine Art ist, lässt der 54-Jährige den aufkommenden Druck nicht an sich ran. Den schwachen Bundesliga-Start mit zwei Remis und zwei Pleiten analysiert Funkel gewohnt sachlich: Einige Leistungsträger hätten ihre Form noch nicht gefunden.

Meier muss passen

"Aber wenn ich und die betreffenden Spieler wüssten, woran es liegt, würden wir es sofort abstellen. Manchmal ist das halt so im Fußball. Dann muss man dagegen ankämpfen, mit Leidenschaft und man muss versuchen, so einfach wie möglich Fußball zu spielen", erklärt Funkel. "Doch ich lasse keinen Spieler so leicht fallen. Solange ich das Gefühl habe, dass sie versuchen, in die Erfolgsspur zurückzufinden, erhalten die Spieler von mir jede erdenkliche Unterstützung."

Wohl ohne die Unterstützung von Alexander Meier müssen die Frankfurter gegen Bielefeld auskommen. Den Mittelfeldmann machen Knieprobleme zu schaffen. Ein Fragezeichen steht auch hinter dem Einsatz von Rechtsverteidiger Patrick Ochs, der sich im Pokalspiel eine Beckenkammprellung zugezogen hat. Dafür steht Faton Toski nach auskurierter Oberschenkelverhärtung wieder Gewehr bei Fuß.

Arminia will Frankfurts Situation nutzen

Gegner Bielefeld, der ebenfalls unter der Woche im DFB-Pokal ausgeschieden ist (0:2 in Stuttgart), wittert seine Chance und will von der Situation bei der Eintracht profitieren.

"In Frankfurt herrscht aufgrund des schwachen Saisonstarts und des Ausscheidens im Pokal etwas Unruhe, das würden wir gerne nutzen", sagt Trainer Michael Frontzeck, fügt aber sogleich an: "Nichtsdestotrotz hat die Mannschaft großes Potenzial und mit Friedhelm Funkel einen sehr fähigen und erfahrenen Trainer, der schon ganz andere Situationen gemeistert hat."

Bangen um den besten Torjäger

Der Coach hofft, dass seine Spieler die Lehren aus dem zuletzt vergeigten Auswärtsauftritt beim VfL Bochum (0:2) gezogen haben: "Wir dürfen nicht so auftreten wie in Bochum, als wir die erste Halbzeit komplett verpennt haben, und müssen in Frankfurt von der ersten Sekunde an konzentriert zu Werke gehen."

Bangen müssen die Ostwestfalen um ihren besten Torjäger Artur Wichniarek (fünf Treffer), dessen Sehenreizung noch nicht ganz abgeklungen ist. Rüdiger Kauf wird aller Voraussicht nach wieder mitwirken können. - Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Frankfurt: Nikolov - Ochs (Mahdavikia), Bellaid, Galindo, Spycher - Russ, Fink - Köhler, Toski, Fenin - Liberopoulos

Bielefeld: Eilhoff - Lamey, Herzig, Kucera, Schuler - Kauf - Kirch, Tesche - Katongo, Wichniarek, Halfar


Karlsruher SC - VfL Wolfsburg

Den Rückenwind aus dem Einzug ins DFB-Pokal-Achtelfinale wollen die Karlsruher mitnehmen und gegen den noch ungeschlagenen VfL Wolfsburg den zweiten Saison-, und Heimsieg feiern. Doch Trainer Edmund Becker weiß, "dass wir am absoluten Limit spielen müssen, um überhaupt etwas zu holen".

Im DFB-Pokal gelang den Badenern unter der Woche bei Kickers Offenbach zwar ein von allen Beteiligten als wichtig eingestufter Sieg (2:0), personell gesehen wurde dieser aber teuer erkauft. Maik Franz musste zur Halbzeit verletzt in der Kabine bleiben, den Kapitän plagten Adduktorenprobleme.

Statistik spricht für den KSC

Sein Einsatz gegen die "Wölfe" ist laut Cheftrainer Edmund Becker nicht sicher, tendenziell zeichnet sich jedoch ab, dass der Innenverteidiger gegen seinen ehemaligen Club auflaufen kann. Weniger gut sieht es hingegen bei Joshua Kennedy aus. Der Australier zog sich in Offenbach eine Zerrung der Muskulatur zwischen Hüfte und Oberschenkel zu und wird wohl ausfallen. Fraglich ist auch der Einsatz von Stefano Celozzi rechts in der Viererkette, da seine Sprunggelenksverletzung noch immer nicht ganz verheilt ist.

Dafür spricht die Statistik den Gastgebern Mut zu. Der KSC gewann nämlich bislang alle vier Bundesliga-Spiele zuhause gegen die "Wölfe".

Selbstbewusste Wolfsburger

Gute Stimmung herrscht beim VfL Wolfsburg. Nach zuletzt drei Siegen in Folge (UEFA-Cup, Bundesliga und DFB-Pokal) haben die "Wölfe" auch allen Grund dazu. Beim 7:0-Pokalerfolg gegen den FC Oberneuland tankten die Niedersachsen weiter kräftig Selbstvertrauen. Und so kündigt Trainer Felix Magath an: "Wir werden in Karlsruhe voll auf Sieg spielen."

Vor allem Angreifer Edin Dzeko, der vier Treffer gegen den Amateurclub erzielte, ist heiß auf den Gastauftritt im Wildpark: "Ich hoffe natürlich, an die Leistung aus dem DFB-Pokal anzuknüpfen."

Knapp ein halbes Jahr ohne Pleite

Seit einem knappen halben Jahr sind die "Wölfe" ohne Pflichtspielniederlage. Vieles spricht laut Magath dafür, dass diese Serie auch in Karlsruhe nicht reißt: "Am Anfang der Saison, wie etwa in Bochum, hatten wir das Problem, dass wir zu viele Torchancen ausgelassen haben. Das ist jetzt jedoch überwunden. Das ist eine Frage der Konzentration, die haben unsere Stürmer jetzt offensichtlich wieder."

Der Fußballlehrer warnt aber davor, den KSC auf die leichte Schulter zu nehmen: "Es läuft zwar derzeit nicht wirklich rund beim KSC, aber das zweite Bundesligajahr ist immer schwer. Dennoch glaube ich, dass die Karlsruher mit dem Abstieg auch in dieser Saison nichts zu tun haben werden." - Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Karlsruhe: Miller - Staffeldt, Sebastian, Franz (Stoll), Eichner - Mutzel, Porcello - Iaschwili, da Silva, Freis - Kennedy (Timm)

Wolfsburg: Benaglio - Riether, Madlung, Barzagli, Schäfer - Josue - Dejagah, Gentner - Misimovic - Grafite, Dzeko