Frankfurt/Main - Testen für den Ernstfall: Beim Benefizspiel der deutschen Nationalmannschaft am Sonntag in Sinsheim gegen Uruguay (ab 19:45 Uhr im Live-Ticker) geht es nicht nur um die Ehre, sondern vor allem um die Feinabstimmung für die folgenden EM-Qualifikationsspiele der DFB-Auswahl gegen Österreich und vier Tage später Aserbaidschan.

"Wir müssen nun noch einmal die Konzentration hochfahren und uns für die kommenden Aufgaben einspielen. Wenn wir gegen Österreich und Aserbaidschan gewinnen, dann sieht es mit der EM-Qualifikation sehr gut aus", sagte Kapitän Philipp Lahm, der sich ebenso wie seine Kollegen in seinem Kurzurlaub nach dem Ende der Bundesligasaison fitgehalten hat.

Standortbestimmung

Dass die Neuauflage des kleinen WM-Finales um Platz 3, das Deutschland im vergangenen Sommer in Port Elizabeth 3:2 gewonnen hatte, für das deutsche Team eine wichtige Standortbestimmung vor den letzten beiden Saison-Pflichtspielen ist, betonte auch Lukas Podolski. "Es ist wichtig, dass der Bundestrainer noch das ein oder andere ausprobieren kann", sagte der Kölner, der wegen einer Knöchelverletzung im Training kürzer treten musste.

Dies galt auch für Neuling Marco Reus, der sich wegen seiner muskulären Probleme intensiv behandeln lässt und aus Vorsichtsgründen gegen die Südamerikaner noch nicht zur Verfügung steht. Im Gegensatz zu dem Mönchengladbacher wird Nachrücker Benedikt Höwedes wohl zu seinem Debüt in der A-Nationalmannschaft kommen.

"Das wäre ein perfekter Abschluss"

"Der Bundestrainer hat mir ein Signal gegeben, dass ich vielleicht schon gegen Uruguay zum Einsatz komme. Das wäre ein perfekter Saisonabschluss", sagte der Defensivspieler von Pokalsieger Schalke 04, der nach den Ausfällen von Bastian Schweinsteiger und Sven Bender von Bundestrainer Joachim Löw nachnominiert worden war.

Höwedes darf sich ebenso wie auch Reus berechtigte Hoffnungen auf ein Ticket für die EM 2012 in Polen und der Ukraine machen. Die beiden Youngster wissen aber, dass sie dafür auch konstant gute Leistungen bei ihren Clubs und auch im DFB-Trikot bringen müssen.

"Ich hänge die Messlatte viel höher als früher, das ist für meine Spieler nicht immer einfach", sagte Löw der "Süddeutschen Zeitung" und kündigte an, dass er mit seiner Mannschaft über kurz oder lang die Nummer eins in Europa sein möchte.

Khedira noch nicht dabei

Zuvor gelte es aber, nach bislang fünf Siegen in fünf Qualifikationsspielen frühzeitig die Fahrkarte für die EURO zu lösen. Dabei soll auch Sami Khedira tatkräftig mithelfen. Der Mittelfeldspieler von Real Madrid steht gegen Uruguay allerdings noch nicht zur Verfügung. Nach seinem Muskelbündelriss absolviert der ehemalige Stuttgarter derzeit vorwiegend Laufeinheiten.

"Ich bin optimistisch, dass er gegen Österreich spielen kann", sagte Löw, der Samstagabend mit seiner Mannschaft im Teamhotel in Frankfurt/Main das Champions-League-Finale zwischen Manchester United und dem FC Barcelona verfolgte. Dabei war auch Jerome Boateng, der zwar nicht zum aktuellen Aufgebot zählt, sich nach seiner Knie-OP aber von der medizinischen Abteilung des DFB pflegen lässt.

Die voraussichtliche deutsche Mannschaftsaufstellung:

Neuer - Lahm, Friedrich, Hummels, Schmelzer - Rolfes, Kroos - Schürrle, Özil, Müller - Gomez