Köln - Es war am Faschingsdienstag, am 27. Februar 1900: Um endlich am Ligabetrieb teilnehmen zu können, gründeten elf junge Herren des Männer-Turn-Verein München, die für ihre Leidenschaft für den neumodischen und etwas anrüchigen Fußballsport belächelt wurden, ihren eigenen Fußballverein: Den FC Bayern München.

115 Jahre später ist der Club, der an jenem Abend im Schwabinger "Cafe Gisela" aus der Taufe gehoben wurde, mit über 255.000 Mitgliedern der größte Sportverein der Welt. "Umso mehr erfüllt es mich mit Stolz, dass die Zahl immer weiter ansteigt", sagt FCB-Präsident Karl Hopfner im Interview auf fcbayern.de. "Unsere Posteingänge sind voll mit Mitgliedsanträgen, die Nachfrage ist ungebrochen."

24 x Meister, 17 x DFB-Pokal, 7 x Europapokal

Und Hopfner fügt hinzu: "Als ich 1983 beim FC Bayern begonnen habe, hatte der Klub zwar die glorreichen 1970er Jahre hinter sich und war ein sehr erfolgreicher Fußballverein. Aber die kommerzielle Entwicklung hat dann erst einige Jahre später eingesetzt. Was hier an der Säbener Straße nur durch eigene Mittel entstanden ist - ohne Kredite, Darlehen oder Hypotheken - ist eine unglaubliche Leistung."

Abgesehen vom kommerziellen Erfolg des Vereins, sucht auch das rein sportliche Abschneiden der Bayern weltweit seinesgleichen: Dem Gewinn der ersten Deutschen Meisterschaft im Jahr 1932 folgten bis heute 23 weitere.

17 Mal gewann die Mannschaft außerdem den DFB-Pokal. Seit dem Aufstieg im Jahr 1965 spielen die Münchner ununterbrochen in der Bundesliga – und waren fast immer ganz oben dabei. Aber auch auf internationalem Parkett wurden mit sieben Europapokalsiegen große Erfolge gefeiert. Dabei dürfte der phänomenale Gewinn des Triples aus Meisterschaft, Pokalsieg und Champions-League-Sieg in der Saison 2012/13 noch am besten in Erinnerung sein.

"Menschen in Giesing wie in Peking begeistern"

"Wer heute im Ausland über den Freistaat Bayern spricht, hört immer wieder drei Begriffe: Oktoberfest, Schloss Neuschwanstein - und Bayern München", sagt der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge in einem Grußwort auf der Club-Webseite über den FC Bayern als Weltmarke.

Rummenigge, der als Spieler selbst über 300 Mal das Bayern-Trikot getragen hat, weiß aber auch, dass "Zufriedenheit Stillstand bedeutet" und spricht von einer großen Herausforderung im Spagat zwischen Tradition und der Erschließung neuer Geschäftsfelder: "Der FC Bayern muss weiterhin die Menschen in München-Giesing begeistern - aber eben auch in Peking." Dabei gelte es in Zukunft, sich sowohl auf dem Platz als auch daneben mit Vereinen wie Real Madrid und dem FC Barcelona zu messen.

Das Aushängeschild des Clubs ist dabei die rot leuchtende und stets ausverkaufte Allianz Arena, die zu den modernsten Stadien der Welt gehört und inzwischen - viele Jahre früher als geplant - abbezahlt ist. Und hier wartet auch gleich schon das nächste Jubiläum. Denn neben den runden Geburtstagen von den Vereinsikonen Franz Beckenbauer (70) und Karl-Heinz Rummenigge (60) im September, feiert auch die Allianz Arena im Sommer ihr zehnjähriges Wiegenfest.

Karol Herrmann