Zusammenfassung

  • Ondrej Duda ist nach langer Leidenszeit bei Hertha angekommen

  • Der Mittelfeldspieler glänzte gegen Bayern als Torschütze

  • Mit der Slowakei will der zur WM in Russland

Berlin – Für Ondrej Duda war der Punktgewinn von Hertha BSC gegen den FC Bayern etwas ganz Besonderes. Er durfte sich über seinen ersten Treffer im blau-weißen Dress freuen.

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Vergangene Saison galt er eigentlich als Herthas Königstransfer: Ondrej Duda. Der slowakische EM-Teilnehmer kam von Legia Warschau, war enorm talentiert und sollte vor allem im Mittelfeldzentrum der Berliner die Qualität erhöhen. Doch daraus wurde erstmal nichts. Nach langwierigen Knieproblemen inklusive Operation sollte es über sieben Monate dauern, bis der sympathische Blonde Ende Februar zu seinem Pflichtspieldebüt für Hertha BSC kam.

Kurz danach setzte ihn dann noch ein Muskelfaserriss für mehrere Spiele außer Gefecht, so dass Duda in seiner ersten Saison für die Hauptstädter auf lediglich drei Einsätze und insgesamt 67 Spielminuten kam. "Das war nicht einfach für mich", räumt Duda ein und fügt an: "Bei Hertha haben mich die Mitspieler, der Trainer und alle anderen immer unterstützt."

Erst motiviert, dann glücklich

Diese Saison läuft es besser. Gegen die Bayern verbuchte Duda bereits seinen vierten Startelfeinsatz in der Bundesliga - und sein erstes Tor. "Ich hatte gegen Hoffenheim und Leverkusen schon Chancen, jetzt hat es endlich geklappt. Ich bin so glücklich über diesen Treffer, darauf habe ich ein Jahr gewartet", berichtete der strahlende 22-Jährige nach der Partie gegen den Rekordmeister.  "Noch glücklicher bin ich, dass wir einen Punkt geholt haben."

© imago / Camera 4

Duda verriet, dass Herthas Trainer Pal Dardai zur Einstimmung am Tag vor dem Spiel ein Video vom Punktgewinn gegen die Bayern in der vergangenen Saison zeigte. "Zur Vorbereitung brauchen wir das nicht, denn man kennt die Bayern ja", so Duda, dennoch habe es geholfen: "Es motiviert einen natürlich, das zu sehen."

Nun zur WM 2018?

Die Szene, die in der 51. Minute sein Team wieder ins Spiel zurückbrachte, erlebte Duda so: "Das sah einfach aus, aber es war gar nicht so leicht, denn es stand 0:2 und ich musste den unbedingt reinmachen." Sein erstes Tor im Dress von Hertha BSC widmete er seinen Eltern, "mein Vater war auch im Stadion", sagte Duda. Vorgelegt hatte dem Slowaken sein japanischer Teamkollege Genki Haraguchi nach einem Solo quer über den halben Platz. "Der macht immer so verrückte Sachen", sagte Abwehrmann Karim Rekik anerkennend über den Flügelflitzer.

Video: Mitchell Weiser - Herthas Schlüsselspieler

Der Japaner ist nun mit seiner Nationalmannschaft unterwegs – wie auch Duda. Zusammen mit Teamkollege Peter Pekarik spielt der offensive Mittelfeldspieler in der WM-Qualifikation mit der Slowakei am Donnerstag in Schottland und am Sonntag gegen Malta. Nach der EM, als die Slowaken erst im Achtelfinale gegen Deutschland ausschieden, ist man auch in der WM-Quali noch gut dabei. Hinter England belegt Dudas Team Platz 2 und hat Chancen, die Playoffs zu erreichen.

Duda: "Ich lerne jeden Tag"

Auch im Verein hofft der in Snina in der Ostslowakei geborene 17-malige Nationalspieler auf eine gute Entwicklung. Als zweifacher polnischer Meister nach Berlin gekommen, musste sich Duda nicht nur wegen seiner Verletzungsprobleme erstmal auf die Bundesliga einstellen. "Diese Liga ist viel hochwertiger, die Spieler sind viel disziplinierter und taktisch besser", beschreibt er die Unterschiede zwischen der höchsten deutschen Spielklasse und der polnischen Ekstraklasa. "Ich lerne jeden Tag hinzu – im Training und beim Spiel", sagt Duda bescheiden und fügt an: "Ich muss weiter hart arbeiten, damit ich in jeden Spiel 120 Prozent geben kann." Das wird auch nötig sein, hat Hertha mit der Bundesliga, dem Pokal und der Europa League nach der Länderspielpause doch weiter ein volles Programm.

Andre Anchuelo