Köln – Obwohl der Karlsruher SC erst am Sonntag gegen Arminia Bielefeld in die Rückrunde startete, herrschte in Karlsruhe bereits am Samstagabend beste Fußballatmosphäre. Etwa 800 Fans hatten sich in einem großen Saal zusammengefunden. Neben den Anhängern des KSC waren auch viele Fans von Hertha BSC angereist, um ein ganz besonderes Jubiläum zu feiern: Die vierzigjährige Fanfreundschaft der beiden Traditionsclubs.

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Es war der erste Spieltag der Saison 1976/77. Hertha BSC spielte beim Karlsruher SC. Die Fans aus der Hauptstadt, die damals noch mit dem Zug quer durch die DDR anreisen mussten, wurden bereits am Bahnhof sehr freundlich von einer Gruppe KSC-Fans empfangen, die die Gäste aus Berlin kurzerhand in ihre Fankneipe einluden. Badener und Berliner verstanden sich auf Anhieb prächtig und fuhren am Nachmittag zusammen zum Stadion und feierten nach dem Spiel zusammen, bis der Zug die Gäste am Abend wieder zurück nach Berlin fuhr.

Gemeinsame Gesänge und Choreografien

Dieser gemeinsam zelebrierte Bundesliga-Start hatten folgen. Fortan pflegten die Fanszenen beider Clubs den Kontakt und begegneten sich bei den Duellen der Clubs stets friedlich und respektvoll. Neben Freundschafts-Choreografien bei den Begegnungen hallen auch regelmäßig gemeinsame Gesänge durch den Wildpark und das Olympiastadion.

Obwohl das letzte direkte Aufeinandertreffen schon fast sechs Jahr her ist – damals gewann die Hertha in der 2. Bundesliga in Karlsruhe mit 6:2 – ist das Verhältnis nicht abgekühlt. Das belegte der Samstagabend in Karlsruhe eindrucksvoll. Und der größte Wunsch war bei den Fans beider Clubs derselbe: Endlich mal wieder in der Bundesliga gegeneinander antreten und feiern wie einst im August 1976.

Florian Reinecke