Während die Berliner in Trier den Sieg im zweiten Durchgang klar machen, setzt sich der VfL gegen Preußen Münster erst im Elfmeterschießen durch.

Nur mit Mühe hat Bundesligist Hertha BSC die erste Pokalhürde übersprungen und ein frühes Ausscheiden im Cup-Wettbewerb abwenden können. Erst Treffer der Youngster Fabian Lustenberger (60.) und Patrick Ebert (81.) erlösten das Team von Trainer Lucien Favre und sorgten für das 3:1 (1:1) beim Regionalligisten Eintracht Trier.

Pantelic mit der Führung

Die frühe Führung der Hertha durch Stürmer Marko Pantelic (8.) hatte Kevin Lacroix (26.) für die wacker kämpfenden Lokalmatadoren per Kopf ausgeglichen. Vor 5.830 Zuschauern im Moselstadion zeigten die mit drei Neuzugängen angetretenen Gäste ohne ihren verletzten Kapitän und Nationalspieler Arne Friedrich (Rückenbeschwerden) besonders in der Abwehr keine gute Leistung.

Sechs Tage vor dem Zweitrunden-Hinspiel der UEFA-Cup-Qualifikation bei NK Ljubljana/Slowenien und eine gute Woche vor dem Bundesligastart am 17. August bei Eintracht Frankfurt ließ sich das Favre-Team besonders in der ersten Halbzeit den Schneid abkaufen.

Trier stellt Berlins Abwehr vor Probleme

Dabei hatte Torjäger Pantelic die Berliner, bei denen Neuzugang Amine Chermiti nur in den letzten sieben Minuten zum Einsatz kam, nach Pass des brasilianischen Neuzugangs Cicero mit einem 15-Meter-Flachschuss früh in Führung gebracht.

Doch in der Folge forcierten dann überraschenderweise die viertklassigen Trierer das Tempo und deckten die Schwächen in der Hertha-Abwehr, die neben Friedrich auch Josip Simunic (Rotsperre) ersetzen musste, schonungslos auf. Zunächst verzog der emsige Lacroix einen Schuss noch knapp (21. ). Doch fünf Minuten später machte es der Abwehrspieler besser, als er eine Ecke von Eintracht-Kapitän Thorsten Wittek einköpfte.

Drobny verhindert Rückstand

Da wurden Erinnerungen wach an die Saison 1997/98, als sich die Trierer zum Pokalschreck gemausert hatten. Damals war der zweimalige Amateurmeister nach Überraschungssiegen gegen die Bundesligisten Borussia Dortmund (2:1) und Schalke 04 (1:0) erst in einem dramatischen Halbfinale am MSV Duisburg (9:10 n.E.) gescheitert.

Nach dem Wechsel entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem kein Klassenunterschied mehr auszumachen war. Hertha-Keeper Jaroslav Drobny bewahrte seine Elf mit einer Parade gegen Gustav Schulz sogar vor einem Rückstand (53.).

Fernandes hält, Yahia verwandelt

Auch beim VfL avancierte der Torhüter zum Matchwinner: Daniel Fernandes hat Bochum vor einer Blamage im DFB-Pokal bewahrt. Der portugiesische Neuzugang wurde nach 120 torlosen Minuten beim Regionalliga-Aufsteiger Preußen Münster im Elfmeterschießen (6:5) mit zwei gehaltenen Schüssen zum entscheidenden Spieler für die Mannschaft von Trainer Marcel Koller. Den letzten Elfmeter für den VfL verwandelte Anthar Yahia.

15.050 Zuschauer füllten beim Münsteraner "Spiel des Jahres" das altehrwürdige Preußen-Stadion bis auf den letzten Platz. Entsprechend leidenschaftlich gingen die Außenseiter, die als Meister der Oberliga Westfalen in die Regionalliga West aufstiegen, in das Spiel. Mit viel Einsatz und Fleiß boten sie dem VfL über weite Strecken der ersten Halbzeit Paroli.

Pech mit dem Aluminium

Bochum wirkte zunächst erwartungsgemäß abgeklärter. Die besten Chancen resultierten aus Standardsituationen. Eine Volleyabnahme von Stanislav Sestak nach Freistoß von Mimoun Azaouagh parierte Münsters überragender Keeper David Buchholz glänzend (18.), kurz vor dem Wechsel half Buchholz bei einem Kopfball von Yahia der Pfosten (43.).

Doch auch Preußen hätte durchaus in Führung gehen können, Mittelfeldspieler Mehmet Kara scheitere zunächst an Bochums Torhüter Daniel Fernandes (27.), wenig später traf Julian Loose nur das Außennetz (30.).

Hashemian vergibt Großchance

Bochums Trainer Marcel Koller musste auf Christoph Dabrowski und Joel Epalle verzichten, die aus dem vergangenen Wettbewerb noch Gelb-Rot-Sperren absaßen. Rückkehrer Paul Freier hatte noch Trainings-Rückstand, Ersatzkeeper Rene Renno verletzte sich im Abschlusstraining. Rückkehrer Vahid Hashemian saß zunächst auf der Bank.

Im zweiten Durchgang wurden die favorisierten Gäste zwingender, zweimal Azaouagh (51. und 65.) und der Japaner Shinji Ono sorgten für Gefahr. Doch die Gastgeber versuchten mit allen Kräften, dagegenzuhalten. Chancen blieben zunächst allerdings Mangelware. Koller brachte dann Hashemian ins Spiel, der Iraner hatte in seiner ersten Szene das 1:0 auf dem Fuß (76.), scheiterte aber an Buchholz.