Vedad Ibisevic ist mit 13 Toren nach elf Spielen der bislang treffsicherste Stürmer der Bundesliga. Diese Quote erreichte zuletzt Klaus Allofs vor 24 Jahren. Der damalige Kölner führte den FC mit seinen 26 Treffern bis Saisonende auf den 3. Rang und in den UEFA-Cup. So weit voraus will Ibisevic noch nicht blicken.

"Eine Saison hat 34 Spieltage, erst dann wird abgerechnet", sagt der Bosnier im Interview mit der Webseite von Hertha BSC Berlin. Der Blick zurück dagegen beweist die beeindruckende Entwicklung des 24-Jährigen, der in der vergangenen Spielzeit in Hoffenheim "häufig nur als Einwechselspieler" zum Zuge kam.

Frage: In der laufenden Bundesligasaison sind erst elf Spieltage absolviert. Trotzdem haben Sie bereits dreizehn Tore erzielt, ein unglaublicher Wert. Wie viele sollen es denn noch werden?

Vedad Ibisevic: Ich habe mir kein persönliches Ziel gesetzt. Es ist auch nicht wichtig, wer die Tore schießt. Die Hauptsache ist, dass wir erfolgreich sind und uns stetig weiterentwickeln.

Frage: Dabei wurden Sie in der vergangenen Aufstiegssaison in 31 Ligaeinsätzen häufig nur eingewechselt, erzielten dabei lediglich drei Tore. Wie ist Ihre steile Entwicklung zu erklären?

Ibisevic: Ich bin in der letzten Saison häufig nur als Einwechselspieler zum Zuge gekommen. Wenn man dann rein kommt, will man sofort zeigen, was man kann. Ich habe mich oftmals zu sehr unter Druck gesetzt und wollte zu viel. In der Sommerpause habe ich mir geschworen, mich wieder auf meine Stärken zu besinnen. Durch die Erfolge kommt dann das Selbstvertrauen zurück. Das ist für einen Stürmer das Wichtigste.

Frage: 1899 Hoffenheim spielt meist mit fünf offensiven Spielern in der Startformation. Bei allem Offensivdrang arbeitet aber auch jeder in der Defensive mit. Ist diese kontrollierte Offensive das Rezept des Erfolges Ihrer Mannschaft?

Ibisevic: Das macht unser Spiel aus. Nicht nur die Defensivspieler arbeiten nach hinten, sondern auch die Angreifer. Mit unserem aggressiven Spiel gegen den Ball versuchen wir immer Überzahl in Ballnähe zu schaffen und den Gegner zu Fehlern zu zwingen.

Frage: Im Moment führt Hoffenheim mit 25 Punkten die Tabelle an. Wo landet 1899 am Ende der ersten Bundesliga-Saison?

Ibisevic: Das kann man zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen. Es klingt zwar abgedroschen, doch eine Saison hat 34 Spieltage. Erst dann wird abgerechnet. Aber natürlich sind wir froh, dass wir so gut in die Saison gestartet sind und bereits zu diesem frühen Zeitpunkt derart viele Punkte eingefahren haben. Aber wir wissen das einzuordnen.

Frage: Am Sonntag treten Sie mit ihrem Team im Olympiastadion gegen Hertha BSC an. Was erwarten Sie von dieser Begegnung?

Ibisevic: Es wird in jedem Fall eine interessante Partie werden. Die Hertha hat eine gute Mannschaft, die jedes Team in der Bundesliga schlagen kann. Und wir sind ja auch nicht gerade schlecht drauf.