Köln – Auf den ersten drei Plätzen der Bundesliga stehen nach acht Spieltagen mit Bayern München, Borussia Dortmund und Schalke 04 die üblichen Verdächtigen, aber die Zusammenstellung des folgenden Trios ist dann doch etwas überraschend. Mit je 14 Punkten haben sich Hertha BSC, der 1. FC Köln und der FC Ingolstadt in der oberen Tabellenhälfte festgebissen. Und der Erfolg der Clubs hat gute Gründe (zur Ingolstädter Zwischenbilanz).

Hertha BSC

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Pal Dardai beendete seine parallele Tätigkeit als Nationaltrainer Ungarns und kann sich voll auf die Aufgabe in der Hauptstadt konzentrieren. Mit seiner geradlinigen Art hat er es geschafft, eine homogene Einheit zu formen, die gerade im Olympiastadion zu Höchstform aufläuft (zehn Punkte in vier Spielen). Vor allem durch die Mitte ist die Berliner Abwehr kaum auszuhebeln. Erst drei Gegentore wurden durchs Zentrum eingeleitet. Das ist der beste Wert der Bundesliga.

Aber nicht nur die Defensive glänzt im bisherigen Saisonverlauf. Mit Salomon Kalou und Vedad Ibisevic hat sich ein brandgefährliches Sturmduo gefunden, das zusammen für sieben Treffer verantwortlich ist. Die Bilanz ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass Ibisevic erst am vierten Spieltag für die Hertha debütierte. Halten die Torjäger ihre Form, hat die Hertha gute Chancen, sich in der oberen Tabellenhälfte festzubeißen.

1. FC Köln

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Was bei den Berlinern Teamarbeit ist, macht Anthony Modeste vom 1. FC Köln fast im Alleingang. Als Nachfolger von Anthony Ujah verpflichtet hat der Neuzugang aus Hoffenheim den ehemaligen Fanliebling längst in Vergessenheit geraten lassen. Sechs Tore in acht Spielen sprechen für sich. Und Modeste trifft dann, wenn es wichtig ist. Vier Mal erzielte er das 1:0 – so oft wie kein anderer Akteur.

Im Vergleich zur letzten Saison ist die spielerische Weiterentwicklung des FC augenscheinlich. Waren die Kölner im vergangenen Jahr die Minimalisten der Liga, hat die Mannschaft von Peter Stöger in diesem Jahr nach Bayern und Dortmund die meisten Treffer erzielt (13). Vor allem in der Endphase dreht der FC regelmäßig aus. Mit sieben Treffern in der Schlussviertelstunde stellen die Kölner sogar Bayern und Dortmund in den Schatten. Ein starkes Finish, das Träume in der Domstadt wachsen lassen könnte.

Florian Reinecke