Zusammenfassung

  • Trainer Pal Dardai ist mit der Mischung seiner Mannschaft zufrieden
  • Muhammed Kiprit empfiehlt sich für Einsätze im Profi-Kader
  • Kapitän Vedad Ibisevic: "Dieser Weg ist unberechenbar"

Köln - Eine lange Vorbereitung neigt sich dem Ende zu und ab dem 24.8. rollt endlich wieder der Ball in der Bundesliga. bundesliga.de nimmt alle Teams der Bundesliga im Teamcheck genau unter die Lupe. Heute ist Hertha BSC an der Reihe.

"Die Chemie stimmt!": Der Kader

Bei den Hauptstädtern sind die Weichen Richtung Zukunft gestellt. Zum einen, weil Verteidiger Jordan Torunarigha trotz verlockender Angebote bleibt. Trainer Pal Dardai hat zudem in allen Mannschaftsteilen junge, entwicklungsfähige Spieler bekommen. Etwa im Angriff, wo Kapitän Vedad Ibisevic zwar gesetzt ist, aber Konkurrenz von den Neuen Pascal Köpke (22, Erzgebirge Aue), Muhammed Kiprit (19, eigene U19) und Dennis Jastrzembski (18, eigene U19) erhält. Für die Abwehr holte Manager Michael Preetz Lukas Klünter vom 1. FC Köln, Mittelfeldspieler Javeirô Dilrosun kommt aus der U23 von Manchester City. Mit der Mischung aus zahlreichen jungen Spielern auf der einen und erfahreneren auf der anderen Seite hat Trainer Dardai offenbar gut gearbeitet. "Die Chemie stimmt", betont der ehemalige ungarische Nationalspieler, es gebe keine Grüppchenbildung innerhalb des Teams.

So könnte Hertha spielen

Pal Dardai: Nach Streich der dienstälteste Bundesliga-Trainer

Seit Februar 2015 ist der Ungar Hertha-Trainer. Und damit hat von allen aktuellen Bundesliga-Trainern nur Freiburgs Trainer Christian Streich eine längere Dienstzeit vorzuweisen. Nur acht Spieler, die an seinem ersten Arbeitstag zum Hertha-Kader gehörten, stehen heute noch unter Vertrag. Das heißt: Der 42-Jährige hat bei den Berlinern jeden Stein umgedreht und optimiert, was möglich war. In dieser Saison setzt er auf junge Spieler – es ist davon auszugehen, dass er auch in diesem Zusammenhang jeden Schritt akribisch geplant hat.

Aktuelle Form

Seine Spieler kamen allesamt mit hervorragenden Fitness-Werten aus der Sommerpause zurück, Trainer Dardai war mit der Vorbereitung zufrieden. Die Testspiel-Gegner FC Liefering (4:1), Aiginiakos FC (7:0) und Halle (4:1) forderten die Berliner offenbar aber nicht ausreichend, um eine Standortbestimmung für die kommende Saison vornehmen zu können.

 

Die Überraschung des Sommers: Muhammed Kiprit

Im Grunde hat er bereits für die erste Überraschung gesorgt. Als Muhammed Kiprit aus der U19 zum Profi-Kader stieß, staunten alle – Mitspieler, Trainer und Manager – über die Fähigkeiten des jungen Angreifers. "Er hat sich um Hemd und Hose gelaufen", lobte Michael Preetz. Dardai hat dem Deutsch-Türken empfohlen, in der U23 Erfahrung zu sammeln. Doch wegen der Verletzung und dem damit verbundenen Ausfall von Davie Selke ist es denkbar, dass der Ungar ihm Einsätze bei den Profis ermöglicht. Kiprit überzeugte bislang nicht nur in der U19, die er mit 26 Treffern zur Deutschen A-Junioren-Meisterschaft schoss. Auch in den Testspielen der Berliner machte der 19-Jährige auf sich aufmerksam. Dort fiel er insbesondere durch seine Unbekümmertheit sowie seine Stärke im Eins-gegen-Eins auf.

 

Zielsetzung und Ausblick

Das Fazit nach den ersten Trainingswochen klang sehr positiv: "Es funktionieren schon viele Dinge", erklärte Pal Dardai. Das ist insofern bemerkenswert, dass der Hertha-Trainer sein Team in der kommenden Saison ganz anders auftreten lassen möchte als noch zuletzt. "Wir wollen in der Lage sein, während des Spiels mit derselben Elf von einem aufs andere System wechseln zu können", kündigte er an. "Wir haben junge Spieler, dieser Weg ist natürlich unberechenbar", sagt Stürmer Vedad Ibisevic. Das meint er wertfrei. Hertha kann aber genau davon profitieren. Sind die Köpfe frei, werden auch die jungen, hungrigen Berliner ihr ganzes Können zeigen. Dardai: "Wenn alles mit den jungen Spielern gut läuft, kann es eine wunderschöne Saison werden."

Dominik Hamers