Zusammenfassung

  • Die Hertha verdient sich bei den Bayern ein 0:0.

  • Der BSC beendet seine Saison damit gegen den FCB ungeschlagen.

  • Im Tor glänzt Rune Jarstein.

München - Einige Fans harrten auch lange nach Spielende noch in der Eiseskälte vor dem Mannschaftsbus von Hertha BSC aus. Jedes Mal, wenn einer ihrer Helden die wenigen Schritte aus der Kabine bis zum Bus zurücklegte, brandete lauter Jubel auf. Wie Sieger feierten die Anhänger die Profis aus der Hauptstadt nach dem torlosen Remis beim FC Bayern. Für die Spieler war der Punktgewinn ebenso etwas Besonderes - auch wenn es nicht der erste Achtungserfolg in der Fremde war.

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In München war dies allerdings zuletzt vor neun Jahren der Fall, doch nach zehn Auswärtsniederlagen beim Rekordmeister in Serie endete die lange Durststrecke mit dem Unentschieden am Samstag - auch für den dienstältesten Herthaner ein Novum. "Wir haben einen Punkt mitgenommen, das ist mein erster hier in München nach zehn Jahren Berlin", sagte Fabian Lustenberger. "Das ist ein schönes Gefühl, dass man mal nicht mit leeren Händen oder einer Packung nach Hause fährt."

In dieser Saison ohne Niederlage gegen die Bayern

Robert Lewandowski findet kein Vorbeikommen an Rune Jarstein © imago

Erstmals seit 13 Jahren blieb die Alte Dame in einer Spielzeit somit ungeschlagen gegen den die Münchner, im Hinspiel im Olympiastadion hatte der BSC dem Tabellenführer ein 2:2 abgetrotzt. Auch der Vergleich in der Rückrunde der Vorsaison war mit einem Remis geendet. "Wir sind einfach gut eingestellt gegen Bayern und wissen, was wir investieren müssen", suchte Lustenberger nach einer Erklärung für die gute Bilanz.

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Vor allem die starken Auftritte in den Gastspielen bei den Top-Teams haben 2017/18 Methode bei den Berlinern, gepaart mit dem nötigen Glück. "Wir hatten in Leipzig so ein Spiel, in dem jeder Abpraller uns vor die Füße gefallen ist", erinnerte sich Lustenberger an den 3:2-Sieg beim Vizemeister im Dezember. "Das haben wir momentan gegen die großen Mannschaften, sei es in Leverkusen, in Leipzig oder heute in München. Wir haben irgendwie Magnete drin, die den Ball so ein bisschen anziehen."

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Ballmagnet Jarstein hält die Null

Für das Spiel in der Allianz Arena hatte sich Torhüter Rune Jarstein offenbar auch welche in seine Handschuhe gepackt. Egal, was Robert Lewandowski und Co. an Torschüssen und Kopfbällen auf seinen Kasten abfeuerten, der Norweger parierte. "Ich bin stolz auf die Mannschaft. Ein 0:0 hier bei den Bayern ist ein sehr gutes Ergebnis für uns. Der Punkt ist ein Bonuspunkt. Wir sind natürlich sehr zufrieden", sagte der Schlussmann, der sich seine weiße Weste mit sieben Paraden redlich verdiente.

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Zugleich sorgte er für einen Vereinsrekord: Erstmals überhaupt spielte Berlin in drei Auswärtspartien in Folge zu null. Und das einzige Gegentor im Jahr 2018 hatten sich die Herthaner bei der Niederlage in Stuttgart zum Rückrundenstart durch ein unglückliches Eigentor selbst eingeschenkt. Vor allem die Leistungen beim 2:0 in Leverkusen und jetzt beim FCB haben Eindruck hinterlassen.

Dardai fordert mehr Konstanz

Pal Dardai: "Das Ziel ist der zehnte Platz" © gettyimages / Stuart Franklin/Bongarts

Träumen von Europa ist beim Tabellenelften dennoch tabu. "Ich will erstmal 40 Punkte sammeln, dann können die Jungs ohne Druck spielen. Das Ziel ist der zehnte Platz, das wollen wir nicht hochschrauben", betonte Trainer Pal Dardai. "Wir sind nicht konstant genug, wir müssen uns erstmal stabilisieren." Vor allem zu Hause stimmt die Ausbeute des in den Vorjahren so heimstarken Teams nicht: Der letzte Erfolg ist Mitte Dezember gelungen, in der Vorwoche hatte es eine verdiente 0:2-Niederlage gegen Mainz gesetzt. "Wir müssen es wieder hinkriegen, dass wir zu Hause auch punkten", fordert Lustenberger.

Zunächst dürfen die Hauptstädter aber weiter auswärts an ihrer Erfolgsbilanz arbeiten. Am kommenden Wochenende steht mit dem Duell mit Schalke die nächste große Herausforderung auf dem Programm. "Natürlich fahren wir nicht dahin, um irgendetwas liegen zu lassen, sondern um etwas mitzunehmen", äußerte Innenverteidiger Niklas Stark. "Wir werden sehen, wie viel das ist." Und vielleicht haben die mitgereisten Fans dann allen Grund, ihre Spieler anschließend wie richtige Sieger zu feiern.

Aus München berichtet Maximilian Lotz