Zusammenfassung

  • Hertha BSC rückt Frankfurt auf Platz sieben auf die Pelle

  • Hoffen auf ein "Endspiel" gegen Leipzig am 34. Spieltag

  • Mathew Leckie trifft nach langer Durststrecke wieder

Frankfurt - Pal Dardai wollte seine Spieler gebührend loben, der Trainer von Hertha BSC hatte nach dem 3:0-Auswärtsieg bei Eintracht Frankfurt auch allen Grund dazu: „Die Mannschaft hat das sehr gut gemacht, ist ruhig geblieben und hat unseren Plan super umgesetzt“, erklärte Dardai nach dem Coup in Hessen zufrieden.

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Durch den zweiten Sieg in Serie rückten die Berliner (42 Punkte) dem Tabellensiebten aus Frankfurt (46) bedrohlich nahe. Der siebte Rang im Abschlussklassement reicht wohl für die Teilnahme an der Europa-League. Die Berliner sind nun zumindest wieder in Reichweite an den Europapokalplätzen und könnten durch Erfolge in den nächsten Spielen zuhause gegen Augsburg und in Hannover auf ein "Endspiel" um die Teilnahme an der Europa League im letzten Saisonspiel im Olympiastadion gegen Leipzig hoffen.

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Das ist ein harter Weg, aber die Hoffnung lebt wieder in Berlin. Auch weil einige Profis einen Aufwärtstrend zeigen. Mathew Leckie zum Beispiel traf nach langer Durststrecke endlich zu seinem fünften Saisontreffer und entschied die Partie mit dem 2:0 (77.). Zuletzt hatte der Rechtsaußen am 5. Spieltag gegen Leverkusen getroffen.

"Ich habe ja zuletzt gesagt, dass ich ganz nahe am Tor dran bin. Ich hoffe jetzt auf weitere Treffer und auch, dass es noch mit der Europa League klappt." Mathew Leckie (Hertha BSC)

Die Erleichterung war groß bei dem 27 Jahre alten Australier, der vor der Saison aus Ingolstadt zur Hertha gewechselt war. „Ich habe ja zuletzt gesagt, dass ich ganz nahe am Tor dran bin. Ich hoffe jetzt auf weitere Treffer und auch, dass es noch mit der Europa League klappt“, sagte Leckie mit viel Zuversicht.

Mathew Leckie trifft wieder für die Hertha
Mathew Leckie trifft wieder für die Hertha © imago / Nordphoto

Auch andere Angreifer der Berliner befinden sich im Aufwind. Davie Selke zum Beispiel hatte beim 2:1-Heimsieg gegen Köln in der Vorwoche nicht nur doppelt getroffen, sondern auch das 1000. Heimtor in der Bundesliga-Geschichte erzielt. In Frankfurt holte er den vorentscheidenden Elfmeter zur Führung heraus, ehe er diesen dann selbst verwandelte (57.).  Und das war eine Premiere: Selke trat zum ersten Mal in der Bundesliga zu einem Strafstoß an. Es passte ins positive Bild, das die Hertha-Stürmer an diesem Tag gaben, dass der eingewechselte Salomon Kalou das 2:0 von Leckie und das 3:0 des ebenfalls eingewechselten Offensivspielers Alexander Esswein (90.) vorbereitete.

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Es habe zum Plan gehört, auf den entscheidenden Moment zu warten und dann zuzuschlagen, erklärte Dardai – und zu diesem Plan habe auch die Einwechslung von Kalou gehört. Nach dem Kraftakt beim 1:0-Sieg am vergangenen Mittwoch in Schalke, der der Eintracht zum zweiten Mal in Serie den Einzug ins DFB-Pokalfinale bescherte, schwanden den Frankfurtern im zweiten Durchgang die Kräfte.

"Gott sei Dank haben die Frankfurter unsere Geschenke in der ersten Halbzeit nicht angenommen." Pal Dardai (Trainer Hertha BSC)

In den ersten 45 Minuten hatten die Spieler von Trainer Niko Kovac noch dominiert, aber weder Luka Jovic (9.), noch Mijat Gacinovic (19.) konnten ihre großen Chancen nutzen. "Gott sei Dank haben die Frankfurter unsere Geschenke in der ersten Halbzeit nicht angenommen", meinte Dardai, der aber vor allem die starke zweite Halbzeit seiner Elf lobte. In der gestatteten die Berliner den Gastgebern keine Torchance mehr und waren in der Offensive gnadenlos effizient: Drei Abschlüsse, drei Tore – so lautete die beeindruckende Bilanz. Bleibt die Hertha im Saisonfinale zu kaltblütig vor dem Tor, dann sind für die Berliner noch einige Punkte drin.

Aus Frankfurt berichtet Tobias Schächter

Video: Selke-Doppelpack gegen Köln