Berlin - Als letztes Team aller Bundesligisten macht sich Hertha BSC heute auf den Weg ins Trainingslager. Im türkischen Belek bereitet sich der insgesamt 24 Mann starke Kader in den nächsten sieben Tagen auf die Rückrunde vor.

Mit dabei sein wird auch Teamleiter und Quartiermeister Nello di Martino. Der Italiener ist ein Original, Herthaner seit 1971, von Inter Mailand gekommen, seitdem selbst Torhüter, Torwarttrainer und nun Teamleiter. Er hat bereits weit über 100 Trainingslager für Hertha BSC organisiert.

Kurze Wege haben Priorität

Dabei verpflichtet sich der 63-Jährige der Reibungslosigkeit. Di Martino muss die Hotels unter Leistungssportaspekten auswählen und buchen, Speise-, Reise- und Zimmerpläne erstellen. So auch das Cornelia Diamond Resort im türkischen Belek, in das die Herthaner am Sonntag (18.01.15) wieder gern zurückkehren.

"Das Hotel erfüllt alle Anforderungen", sagt di Martino. Er achtet bei der Auswahl auf verschiedenste Aspekte, oberste Priorität haben aber kurze Wege. Im Komplex zum Essen oder Kraftraum, aber auch außerhalb bis zum Trainingsgelände darf die Busfahrt nicht länger als 5-6 Minuten dauern.

25 Minuten im Bus zum Training

"Wir brauchen einen Platz mit mindestens anderthalb Feldern. Außerdem müssen die Zimmer, der Wellness- und Kraftbereich entsprechend ausgestattet sein. Die Küche muss unsere Wünsche erfüllen können", erklärt der Italiener.

Vor sieben Jahren, als die Hertha ihr Wintertrainingslager auf Teneriffa aufschlug, waren zumindest die kurzen Wege nicht gegeben, wie sich Mittelfeldmann Fabian Lustenberger erinnert. Es war sein erstes Trainingslager mit den Berlinern: "Wir hatten auch ein schönes Hotel, aber wir sind jeden Tag 25 Minuten mit dem Bus zum Trainingsplatz gefahren."

"Schweizer Zimmer" in Belek?

Nicht optimal, da sind die Bedingungen in Belek deutlich besser: "Das hast du in der Türkei natürlich nicht, da sind es fünf Fußminuten. Das ist natürlich überragend", sagt Lustenberger. Die Wahl seines Zimmergenossen bleibt dabei aber nicht ihm überlassen. Coach Jos Luhukay und Nello di Martino legen die Zimmerbelegung fest. "Verhandeln lassen wir das selten. Die Jungs müssen charakterlich zueinander passen", sagt di Martino.

Lustenbergers Teamkollege Valentin Stocker hofft mit seinem schweizer Landsmann auf ein Zimmer zu kommen: "Wenn ich es mir für Belek aussuchen könnte, würde ich mir vielleicht mit Lusti in ein Zimmer teilen", sagt Stocker. "Mit Vali würde das schon passen, dann könnten wir uns unterhalten. In einer anständigen Sprache", erwiedert Lustenberger mit einem Augenzwinkern.

Willkommene Abwechslung

Aber muss ein Trainingslager überhaupt sein? Könnte man sich nicht auch im heimischen Berlin optimal auf die Rückrunde vorbereiten? - "Nein!", sagt Fabian Lustenberger. "Ich finde, das Reisen muss schon sein. Du kommst raus aus dem Alltag: anderer Trainingsplatz, Leben im Hotel, in einem schönen Zimmer, gutes Essen. Wir haben auch als Mannschaft eine intensivere Zeit zusammen. Es ist eine willkommene Abwechslung"

Das Trainingslager sei einfach der zentrale Teil der Vorbereitung, unter anderen Vorzeichen, in einem anderen Umfeld, mit anderen Leuten. Dazu zählt auch Abends mit den Teamkollegen einen Film zu gucken und auf dem Zimmer zu entspannen.

Ein Kaffee in der Lobby

"Das ist eigentlich immer eine ganz entspannte Atmosphäre. Wenn es keine physiotherapeutische Behandlung gibt, schauen wir einen Film oder setzen uns noch auf einen Kaffee in die Lobby", sagt Lustenberger. In Belek könnte es dabei sogar zum Treffen mit einem alten Weggefährten kommen. "Vielleicht kommt Steve von Bergen mal vorbei, der mit den Young Boys Bern in einem nicht weit entfernten Hotel wohnt", freut sich der Berliner Kapitän.