Bruno Labbadia mit seinen Führungsspielern Matheus Cunha und Lucas Tousart - © imago images / Contrast
Bruno Labbadia mit seinen Führungsspielern Matheus Cunha und Lucas Tousart - © imago images / Contrast
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Hertha BSC im Check: Berlin will konstanter werden

Der Saisonstart rückt näher, am 18. September beginnt die neue Saison! bundesliga.de nimmt bis dahin alle Clubs unter die Lupe - hier Hertha BSC.

Kader

Die Hertha hat in diesem Sommer mit Marco Grujic eigentlich nur einen klaren Stammspieler, dafür aber mit Per Skjelbred, Vedad Ibisevic, Salomon Kalou und Thomas Kraft vier verdiente Spieler verloren, die auch außerhalb des Platzes den Ton angegeben haben. Beim 0:4 im Test gegen die PSV Eindhoven beklagte Bruno Labbadia im Nachhinein: "Das Krasseste fand ich, wie ruhig wir von der ersten bis zur letzten Minute auf dem Platz waren." Einer, der in eine Führungsrolle hineinwachsen könnte, ist Lucas Tousart. Der Neuzugang von Olympique Lyon könnte das Herzstück des Berliner Mittelfelds werden. Mit Alexander Schwolow und Deyovaisio Zeefuik sind zwei weitere Spieler mit guten Stammplatzaussichten an die Spree gewechselt.

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Schlüsselspieler: Matheus Cunha

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Der wuchtige Offensivspieler wechselte erst kurz vor Schluss des Winter-Transferfensters zur Hertha und verpasste die ersten zwei Spiele nach seinem Wechsel aufgrund von Olympia-Qualifikationsspielen mit der U23 Brasiliens. Danach startete er aber richtig durch. Zwischen dem 24. und 27. Spieltag traf er in vier Partien in Folge und hatte großen Anteil daran, dass sich die Berliner mit acht Punkten in diesem Zeitraum aus dem Abstiegskampf verabschieden konnten. Insgesamt steht er bei fünf Treffern in zehn Bundesliga-Partien für die Hertha. Mit seiner Energie und seinem Siegeswillen kann er seine Kollegen mitreißen - von seinen fußballerischen Fähigkeiten ganz zu schweigen. 2020/21 könnte seine Saison werden.

Überraschung der Vorbereitung: Jessic Ngankam

Nach der Bundesliga-Pause stand Jessic Ngankam immer im Profikader und wurde insgesamt vier Mal eingewechselt. Am 34. Spieltag legte er nach einer feinen Einzelleistung sogar das letzte Bundesliga-Tor von Vedad Ibisevic für die Berliner auf. Diese positiven Eindrücke bestätigt er bislang in der Vorbereitung. In den Testspielen war er zumeist einer der auffälligsten - auch, wenn die Ergebnisse äußerst durchwachsen waren. 81 Bundesliga-Minuten durfte der pfeilschnelle 20-Jährige, der in der Offensive sowohl zentral als auch auf außen spielen kann, bereits schnuppern. Es spricht vieles dafür, dass er diese Bilanz in der kommenden Saison vervielfachen kann.

Trainer und Taktik

Bruno Labbadia bekam die schlingernde Hertha in Windeseile in den Griff und holte aus den ersten vier Partien mit der Alten Dame zehn Punkte. Zumeist ließ er dabei in einem 4-2-3-1-System agieren - mit Matheus Cunha als Freigeist hinter einem zentralen Angreifer. Das dürfte in diesem Jahr auch wieder die bevorzugte Variante werden. Statt Ibisevic wird vermutlich Piatek im Sturmzentrum auflaufen. Eine Baustelle der vergangenen Saison war die Rechtsverteidigerposition in einem System mit Viererkette. Neuzugang Deyovaisio Zeefuik dürfte dieses Problem lösen.

Topfakt

Hertha BSC fehlen noch 12 Punkte bis zum historisch 1500. Punkt in der Bundesliga. Die Hertha wäre das 12. Team, das diese Marke erreicht.

>>> Der Spielplan von Hertha BSC

Saisonziel

"Besser als letzte Saison" ist das inoffizielle Saisonziel der Hertha. Und das bezieht sich sowohl auf die Platzierung, als auch auf die Spielweise. Wie viel besser als in der Vorsaison es werden kann, wird davon abhängen, wie schnell sich im Team eine neue Hierarchie bildet. Vom Papier her ist der Kader sicherlich besser als in der Vorsaison, aber zumindest in der Vorbereitung funktionierte er noch nicht einwandfrei als Team. Im DFB-Pokal schied Hertha schon in Runde eins gegen Eintracht Braunschweig aus (4:5).