München - Derbys schreiben oft ganz besondere Geschichten. Was hat es in 50 Jahren Bundesliga nicht schon alles gegeben? Torwart Jens Lehmann, der für Schalke im Revierschlager gegen Dortmund in der Schlussminute zum Ausgleich einköpft. Oder eine Papierkugel im Spiel des HSV gegen Bremen, die eine Ecke verursacht, in deren Anschluss das entscheidende 1:0 für Werder fällt.

Am vergangenen Wochenende war es wieder soweit. Beim Nachbarschaftsduell zwischen Hannover 96 und dem SV Werder schrieb Szabolcs Huszti ein weiteres Kapitel Derby-Geschichte. Der Ungar, der im Sommer wieder an die Leine zurückgekehrt war, war der Mann des Spiels. Bereits in der 6. Minute brachte er seine "Roten" durch einen direkt verwandelten Freistoß mit 1:0 in Front. Nur vier Minuten später war der 29-Jährige erneut zur Stelle. Mit einer zielgenauen Flanke fand er Leon Andreasen, der aus kurzer Distanz zum 2:0 einnickte.

Artistischer Siegtreffer



Die Bremer wehrten sich, kamen nach Treffern von Aaron Hunt und Kevin De Bruyne zum 2:2-Ausgleich. Doch noch war das Spiel nicht vorbei. In der dritten Minute der Nachspielzeit schlug Konstantin Rausch eine Flanke von links in den Strafraum. Huszti war zur Stelle und wuchtete das Leder mit einem wunderbaren Seitfallzieher zum 3:2 in die Maschen. Das war der Sieg für 96 - aber noch nicht das Ende des Spiels.

Der - zugegebenermaßen kuriose - Schlusspunkt folgte erst noch. Im Siegesrausch riss sich Huszti nämlich das Trikot vom Oberkörper und jubelte mit den 96-Fans in der Kurve. Konsequenz: Gelb-Rot wegen Trikotausziehens und übermäßigen Jubels. Ein denkwürdiger Tag im Fußballleben von Hannovers Nummer 10. Erst recht, weil die User von bundesliga.de den Linksfuß trotz Platzverweis offiziell zum "Spieler des 3. Spieltags" gewählt haben. Huszti erhielt 35,26 Prozent der Stimmen und landete somit bereits zum zweiten Mal in der noch jungen Saison ganz oben auf dem Treppchen.

Frankfurts Fels in der Brandung



Auf Rang 2 wählten die bundesliga.de-User Frankfurts Keeper Kevin Trapp, der für seine grandiose Leistung im Spiel gegen den Hamburger SV 20,47 Prozent der Stimmen bekam. Der 22-Jährige kassierte gegen die "Rothosen" zwar zwei Gegentreffer, war mit fünf weiteren Paraden - drei davon in Eins-gegen-Eins-Situationen - Garant für den 3:2-Erfolg der Eintracht gegen die Hamburger.

Auf dem 3. Platz bei der offiziellen Wahl zum "Spieler des 3. Spieltags" landete Max Kruse. Der Mittelfeldspieler des SC Freiburg sammelte beim sensationellen 5:3-Erfolg des Sport-Clubs zwei Scorer-Punkte: Das 2:1 war sein erster Kopfballtreffer überhaupt in der Bundesliga und das entscheidende 5:3 durch Sebastian Freis bereitete der aus St. Pauli gekommene 24-Jährige mit einem feinen Pass vor. Grund genug für die User von bundesliga.de, Kruse 13,42 Prozent der Stimmen zu geben.

Ein Pole vor einem Japaner und einem Bayer



Knapp das Treppchen verpasst hat Jakub Blaszczykowski. Der polnische Nationalspieler in Diensten von Meister Borussia Dortmund erzielte gegen Bayer Leverkusen den zweiten Treffer der "Schwarz-Gelben". Somit legte er schon vor der Pause den Grundstein zum 3:0-Erfolg des BVB und vereinte 12,88 Prozent der Stimmen der bundesliga.de-User auf sich.

Mit hauchdünnem Vorsprung vor Thomas Müller hat sich Hiroshi Kiyotake den 5. Platz (9,39 Prozent) bei der offiziellen Wahl zum "Spieler des 3. Spieltags" gesichert. Mit zwei Vorlagen und einem selbsterzielten Tor war der Japaner der entscheidende Spieler beim 3:2-Auswärtssieg des 1. FC Nürnberg in Mönchengladbach.

Mit 8,58 Prozent belegt Müller den 6. Rang. Der Mittelfeldspieler des FC Bayern München bereitete beim 3:1-Sieg gegen den 1. FSV Mainz 05 Mario Mandzukic' Treffer zum 1:0 vor. Auch danach war er einer der Umtriebigsten in Reihen des Rekordmeisters.