Neuer Leitwolf, neue Ängste - vor dem Nordderby am Freitag gegen den VfL Wolfsburg löst Lorenz-Günter Köstner als neuer Coach des deutschen Meisters sogar nach fast neun Jahren Ligapause beim Hamburger SV mulmige Gefühle aus (ab 20 Uhr im Live-Ticker und im Liga-Radio).

"Trainerwechsel bringen oft neuen Schwung, das ist ein blöder Moment für uns", fürchtet HSV-Torjäger Mladen Petric, und auch Abwehrchef Joris Mathijsen weiß: "Die Wolfsburger werden jetzt einen Neustart versuchen."

Köstner stärkt die Defensive

Müssen sie auch. Die Champions League liegt für die Niedersachsen schon in fast unerreichbarer Ferne, doch mit einem Erfolg in Hamburg würden sie bis auf sieben Zähler an die fünftplatzierten Hanseaten heranrücken. Was in 14 Partien bis zum Saisonende durchaus aufzuholen wäre.

Mit Disziplin und einer defensiveren Ausrichtung will der 57-jährige Köstner, der bis vor einer Woche noch das viertklassige Regionalliga-Team der Gäste betreute, die sportliche Talfahrt stoppen, die sein Vorgänger Armin Veh nicht beenden konnte. "Wir müssen wieder Boden unter die Füße kriegen", fordert der ebenfalls gerade erst inthronisierte VfL-Manager Dieter Hoeneß.

Petric und Berg stürmen gegen die "Wölfe"

Die Füße am Ball hat mittlerweile schon wieder Ruud van Nistelrooy. Beim vor einer Woche verpflichteten Superstar lassen die muskulären Probleme in der Wade nach, der 33 Jahre alte Niederländer konnte schon wieder mit leichtem Passtraining beginnen. Gegen Wolfsburgs allerdings sitzt der neue HSV-Hoffnungsträger noch auf der Tribüne, frühestens am 6. Februar in Köln könnte van Nistelrooy erstmals zum Kader gehören.

Trainer Bruno Labbadia weiß nur zu genau, dass Zeitdruck jetzt kontraproduktiv für den Spieler, aber auch für den Verein wäre: "Wir haben Ruud bis 2011 verpflichtet und genauso arbeiten wir auch." Was aber auch bedeutet: Gegen die "Wölfe" muss neben Petric wieder der schwedische Youngster Marcus Berg ran.

Ziani und Martins stehen beim Afrika-Cup im Halbfinale

Probleme in der Offensive drohen aber auch den Wolfsburgern. Der letztjährige Bundesliga-Torschützenkönig Grafite läuft weiter seiner Form hinterher, wegen des Afrika-Cups fehlen der Algerier Kazim Ziani und Topstürmer Obafemi Martins aus Nigeria.