München - Die Samstagsspiele des 22. Spieltags (ab 15 Uhr im Live-Ticker / Liga-Radio) stehen überwiegend im Zeichen des Kampfes um den Klassenerhalt.

VfL Wolfsburg - Hamburger SV

Nach reichlich Wirbel, der in der Entlassung von Steve McClaren gipfelte, ist die Lage in Wolfsburg ernst. Pierre Littbarski, bislang Assistent des Engländers, schwingt nun das Zepter und nennt sofort das oberste Gebot: Punkten. "Wir haben eines der letzten zwölf Spiele gewonnen und nur einen Punkt Vorsprung auf den 16. Platz, das sagt doch schon alles. Wir müssen also dringend die Ärmel hochkrempeln. Deshalb werde ich alles versuchen, dass am Samstag elf Mann auf dem Platz stehen werden, die dem HSV Paroli bieten können", so Littbarski.

Nicht mit von der Partie sein wird Diego, der vom neuen Coach quasi als erste Amtshandlung für die Begegnung suspendiert wurde. Dafür steht Neuzugang Koo Ja-Cheol im Kader. Kapitän Marcel Schäfer fordert jetzt absolute Professionalität: "Jeder hat sich jetzt auf seinen Job zu konzentrieren, sich zu 100 Prozent einzubringen und alles aus sich herauszuholen. Die Situation ist dramatisch." Dass die Mannschaft, wenn sie zusammenstehe und jeder für den anderen kämpft, aus der Lage herauskommt, davon sei er noch immer überzeugt. "Wer jetzt noch nicht kapiert hat, worum es hier geht, der ist bei uns falsch", appelliert der Kapitän.

Veh warnt vor angeschlagenen "Wölfen"

Durch das ausgefallene Stadt-Duell ist der HSV vielleicht ein bisschen aus dem Rhythmus gekommen, an den Zielen hat sich aber nichts geändert. "Um noch unter die ersten Fünf zu kommen, müssen wir das Spiel erfolgreich bestreiten", sagte Trainer Armin Veh an. Doch angeschlagene Boxer seien bekanntlich besonders gefährlich. "Für uns ist es schwer, sie zu analysieren. Man weiß nicht, wer spielen wird und wie viel getauscht wird", erklärte Veh.

Zumindest bekam er unter der Woche keine neuen Hiobsbotschaften überbracht. Collin Benjamin steht das erste Mal wieder im Kader der "Rothosen". Zudem kehrten alle Nationalspieler unversehrt nach Hamburg zurück. Darunter auch Joris Mathijsen, der für die Oranje-Elf wie abgesprochen 45 Minuten zum Einsatz kam. "Das hat ihm hoffentlich weiter gut getan", sagt Veh und stellte klar, dass er auch in Wolfsburg mit dem Innenverteidiger plant. Ansonsten erinnert sich der Übungsleiter gerne an die vergangene Saison zurück. Als Coach des VfL erlebte Veh einen der besten Auftritte des HSV. Nach einem berauschenden Spiel gewannen die "Rothosen" in Wolfsburg am Ende verdient mit 4:2. "Wenn wir so spielen, dann werden wir auch diesmal etwas holen", ist sich Veh sicher. Sollte das gelingen wäre es zudem der ideale Start in die heiße Nordwoche.




Eintracht Frankfurt - Bayer Leverkusen

Eintracht-Trainer Michael Skibbe peilt gegen seinen Ex-Club Bayer 04 Leverkusen den ersten "Dreier" im neuen Jahr an. Dass es keine leichte Aufgabe wird, ist Skibbe bewusst. "Bayer ist eine hervorragende Mannschaft, die eigentlich mehr hätte erreichen können, als den derzeit zweiten Tabellenplatz. Sie sind sehr spielstark und sind hervorragend besetzt. Aber sie haben auch Schwächen offenbart in den letzten Spielen, vor allem in der Defensive. Diese Schwächen wollen wir versuchen auszunutzen." Und weiter: "Wir wollen nicht unser erstes Tor erzielen in diesem Jahr, sondern auch versuchen, den ersten Sieg einzufahren."

Hinter dem Einsatz von Pirmin Schwegler, der angeschlagen von der Schweizer Nationalmannschaft zurückkehrte, steht noch ein Fragezeichen. "Er wurde beim Torschuss sozusagen 'abgeräumt'. Es tut ihm alles weh. Knöchel, Oberschenkel und er hat leichte Gesichtsverletzungen", bangt Skibbe um seinen Mittelfeldakteur. Definitiv nicht dabei sein wird Ioannis Amanatidis. Nach der öffentlichen Kritik zu seiner sportlichen Situation und über seinen Vorgesetzten, Michael Skibbe, spielt der Grieche in den Planungen des Cheftrainers vorerst keine Rolle mehr.

Bayer optimistisch

Bei den Leverkusenern geben sich alle zuversichtlich, dass das 0:1 in Nürnberg lediglich ein Ausrutscher war. "Wir müssen wieder versuchen, ein homogenes Team zu stellen, defensiv wie offensiv", sagt Jupp Heynckes, "wenn alle Normalform haben oder etwas besser spielen, können wir dort gewinnen, ganz klar." Dass die Frankfurter zu Beginn der Rückrunde einige Probleme hatten und in den ersten vier Begegnungen der zweiten Serie noch keinen Treffer erzielt haben, mag der Bayer-Coach keineswegs überbewerten. "Das hatte ja seine Gründe, weil die Eintracht einige Verletzungssorgen hatte und deshalb nicht ihre beste Formation stellen konnte. Beim 0:0 in Freiburg hat die Mannschaft ihr großes spielerisches Potenzial aber wieder angedeutet. Und deshalb wird sich Frankfurt gegen uns ganz anders präsentieren als noch in den vergangenen Wochen", betont Heynckes.

Bis auf Michal Kadlec, der beim Länderspiel mit Tschechien gegen Kroatien eine Prellung erlitt und hinter dessen Einsatz noch ein Fragezeichen steht, sind die übrigen Leverkusener Nationalspieler wie Torhüter René Adler wohlbehalten zurückgekehrt. Neben Michal Kadlec sind auch Simon Rolfes und Arturo Vidal angeschlagen. Der Chilene erlitt in Nürnberg eine scherzhafte Prellung auf dem Spann und musste sich im Übungsprogramm in dieser Woche bremsen. "Wir müssen schauen, ob er bis Samstag beschwerdefrei ist", sagt Heynckes. Ähnlich verhält sich die Sache bei Kapitän Rolfes, der am Mittwoch wegen einer Verhärtung in der Wade nicht mit den Kollegen trainieren konnte, sondern eine Einheit auf dem Ergometer einschob.




FC St. Pauli - Borussia Mönchengladbach

Das prestigeträchtige Hamburger Derby, das am vergangenen Sonntag ausgefallen war und am kommenden Mittwoch stattfindet, ist die Zukunft für die "Kiezkicker". Die Realität aber heißt Borussia Mönchengladbach. Denn weil die Elf von Holger Stanislawski mittlerweile tief im Abstiegskampf steckt (15. Platz, 22 Punkte), ist das Duell gegen das Schlusslicht vom Niederrhein (16 Punkte) immens wichtig.

Mit dabei ist wohl auch wieder Marius Ebbers. Nach knapp drei Wochen Zwangspause wegen eines Muskelfaserrisses in der Bauchdecke steht der Stürmer vor der Rückkehr in den Kader.
"Es geht mir gut, sehr gut. Ich denke, ich habe das so weit ausgestanden", sagte der 33-Jährige. Gegen die "Fohlen" erwartet Ebbers eine intensive Partie: "Das wird ein schönes Ding - ein schweres, hartes und wichtiges Spiel. Aber das war Köln ja auch schon."

Frontzeck mit Rumpfkader

Die Gäste reisen mit Personalsorgen ans Millerntor. Dass Dante wegen seiner Gelb-Roten Karte aus dem Stuttgart-Spiel ersetzt werden muss, war klar. Das Mitwirken von Jean-Sebastien Jaures (Trainingsrückstand nach Knieproblemen) war ebenfalls vorherzusehen. Dass nun aber auch noch Marco Reus (kleiner Muskelfaserriss im Oberschenkel) und Roel Brouwers (Grippe) nicht spielen können, ist bitter. Zudem steht hinter dem Einsatz von Karim Matmour (Rückenprobleme) noch ein dickes Fragezeichen. "Uns fehlen elementare Spieler, aber für eine kurze Zeit ist das zu kompensieren. Wir haben uns gut vorbereitet, und die Mannschat hat diese Woche sehr konzentriert gearbeitet", sagte Michael Frontzeck.

Auf die bittere 2:3-Pleite gegen Stuttgart wollte der VfL-Coach nicht mehr großartig eingehen. "Das war ein herber Schlag für uns, der nach der guten ersten Hälfte absolut unnötig war. Wir werden alles dafür tun, um in St. Pauli zu punkten und wollen uns mit keinen anderen Dingen mehr beschäftigen", erklärte Frontzeck. "St. Pauli hat eine sehr kampfbetone Mannschaft, die Stimmung im Stadion ist ebenfalls sehr kampfbetont. Das ist ein Spiel, in das wir uns reinbeißen müssen - und das werden wir mit Sicherheit auch tun."




FC Schalke 04 - SC Freiburg

"In der vergangenen Saison haben wir in zwei Spielen keinen Sieg gegen Freiburg holen können, dieses Jahr wollen wir es genau andersherum machen", sagt Felix Magath vor dem Heimspiel gegen den Sport-Club. Das Hinspiel im Breisgau im September 2010 entschied "Königsblau" dank eines späten Treffers von Klaas-Jan Huntelaar mit 2:1 für sich. Jetzt soll der zweite Sieg her. Einfach werde dieses Unterfangen aber nicht. "Der SC spielt einen attraktiven und erfolgreichen Fußball. Vor der Saison hatte vermutlich niemand geahnt, dass Freiburg nach 21 Spieltagen so weit oben steht", sagt der Coach. "Die Mannschaft tritt spielerisch geschlossen auf und hat mit Papiss Demba Cissé einen treffsicheren Stürmer in ihren Reihen. Ihn müssen wir stoppen."

Ein Heimsieg wäre für den S04 gleich in doppelter Hinsicht sehr wichtig. "Wir können die Tabelle lesen und wissen, dass der Abstand nach hinten nicht mehr so groß ist wie noch zu Rückrundenbeginn", sagt Magath. Andersherum schiele man aber auch noch nach oben. "In unseren beiden Heimspielen haben wir bisher nicht geglänzt, dafür aber auswärts beim Spitzenreiter und beim Tabellenzweiten zusammen vier Punkte geholt", so der 57-Jährige. Nun gelte es, auch zuhause ein Erfolgserlebnis zu feiern.

Dabei müssen Christoph Moritz und Christian Pander wie schon zuletzt im Derby passen. "Christoph hat eine Patellasehnenreizung und wird derzeit intensiv behandelt", erklärt Magath: "Er wird voraussichtlich noch 14 Tage fehlen." Anders verhalte es sich bei Pander. Der Linksfuß plagt sich mit einer Entzündung des Großzehgelenks. "Gegen Freiburg wird es noch nichts, aber ich bin guter Dinge, dass Christian in der kommenden Woche wieder zum Team stoßen wird", so der 57-Jährige.

Dutt mit viel Respekt

"Wenn man sich nur die Einzelspieler von Schalke anschaut", sagt Robin Dutt, "ist das eine Mannschaft von europäischer Klasse und im vorderen Drittel der Bundesliga anzusiedeln." Andererseits sei es so, dass das eigene Team auch nach dem 21. Spieltag noch auf Platz sechs stehe. "Deshalb können auch wir diese Herausforderung mit großem Selbstbewusstsein angehen. Wichtig ist, mit einer guten Mischung aus Selbstbewusstsein und Konzentration ins Spiel zu gehen."

Bei der Vorbereitung kann freilich auch Erik Jendrisek seinem Trainer ein paar wichtige Informationen über das Schalker Team liefern. Schließlich absolvierte der Slowake noch die komplette Rückrunden-Vorbereitung beim FC Schalke, bevor er sich für den Wechsel zum Sport-Club entschied. Weiter fehlen werden bei den "Königsblauen" Simon Pouplin (Sprunggelenk), Tommy Bechmann (Knie), Daniel Williams (Meniskus), Jonathan Jäger (Muskelfaserriss) und Julian Schuster (Zehenbruch). Auch Anton Putsila fällt mit einer Oberschenkelzerrung wahrscheinlich aus. Oliver Barth meldete sich am Donnerstag mit Fieber ab.




VfB Stuttgart - 1. FC Nürnberg

Nach den Big Points aus Gladbach will Stuttgart unbedingt nachlegen. "Wir haben einen wichtigen Sieg eingefahren, der aber an unserer Situation wenig geändert hat, da die Konkurrenten ebenfalls gepunktet haben", so Bruno Labbadia. Der VfB-Coach bastelt allerdings primär an einer schlagkräftigen Truppe. Arthur Boka (Innenbandriss im Knie), Christian Gentner (Außenbandriss im Sprunggelenk) und Timo Gebhart (Bänderriss im Sprunggelenk) verletzten sich unter der Wochen und fehlen wie der gesperrte Georg Niedermeier. Kapitän Matthieu Delpierre, Nationalstürmer Cacau und der angeschlagene Martin Harnik werden aber wohl wieder an Bord sein, eventuell auch Neuzugang Shinji Okazaki.

Dem "Club" bescheinigte Labbadia eine bis dato sehr gute Saison. "Sie spielen geschlossen, geduldig, engagiert und sind konsequent in der Zweikampfführung. Damit kaufen sie ihrem Gegner den Schneid ab, und das machen sie sehr gut. Wir wollen mit Tempo, aber auch mit Geduld dagegen halten", so der 45-Jährige.

FCN ist "heiß"

Nach zuletzt zwei tollen Heimsiegen in Serie ist der FCN wieder auswärts gefordert. "Wir wollen unseren kleinen Lauf weiter ausbauen und möglichst über die 30 Punkte springen", gab Dieter Hecking ein klares Ziel aus: "Die Mannschaft hat im Training sehr gut gearbeitet. Wir sind heiß auf das Spiel!"

Beim "Club" hat sich personell wenig getan. Zwar sind Ilkay Gündogan und Mike Frantz mittlerweile wieder im Lauftraining, und auch Pelle Nilsson absolvierte unter der Woche ein Testspiel mit der zweiten Mannschaft, dennoch kommt für das Trio ein Einsatz gegen den VfB zu früh. Im Fokus wird sicherlich Julian Schieber stehen, denn der fünffache Torschütze ist ausgerechnet vom VfB nach Franken ausgeliehen und traf beim 2:1-Sieg im Hinspiel zur Führung.