München - Die Samstagnachmittagsspiele des 12. Spieltags stecken voller Brisanz und versprechen den einen oder anderen heißen Tanz: In Köln steigt das Derby zwischen dem FC und Borussia Mönchengladbach. Felix Magath reist mit Schalke zu seinem Ex-Club nach Wolfsburg.

Angeschlagene Bremer empfangen vor Selbstbewusstsein strotzende Frankfurter. Mit Kaiserslautern und Stuttgart treffen zwei Tabellennachbarn aufeinander, die sich vom unteren Tabellenende absetzen wollen. Und der FC St. Pauli strebt am Millerntor gegen Bayer Leverkusen den zweiten Heimsieg an (alle Partien gibt's ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

VfL Wolfsburg - FC Schalke 04

Wolfsburg gegen Schalke - ein Duell mit besonderem Hintergrund. Denn S04-Cheftrainer Felix Magath war zwei Jahre beim VfL und wird für immer in der Wolfsburger Historie verankert bleiben. 2008/2009 holte Magath mit dem VfL die Deutsche Meisterschaft. Im Sommer 2009 verließ er den VfL und wechselte zum morgigen Kontrahenten aus Gelsenkirchen. "Ich würde sagen, dass noch rund 50 Prozent Felix Magath im Team sind. Grafite, Schäfer, Dzeko und ich - diese Mannschaft hat angefangen unter Magath zusammen zu spielen", äußerte VfL-Brasilianer Josue vor der Partie gegen den Ex-Trainer.

Nach dem bitteren 1:3 in Frankfurt und erst vier Saisonsiegen hofft "Wölfe"-Trainer Steve McClaren gegen Schalke auf die Trendwende: "Schalke ist eine starke Mannschaft und hat auch sehr gute Spieler. Sie hatten einen schlechten Start in die Saison, aber wir wollen gewinnen - egal wer der Gegner ist. Das ist für uns im Moment das Wichtigste, und darauf liegt unsere ganze Konzentration."

Huntelaar dabei

Felix Magath reist mit einem klaren Ziel zu seinem Ex-Club: "Wir fahren nach Wolfsburg, um etwas Zählbares zurück mit nach Gelsenkirchen bringen zu können", sagt Magath. Dass dies nicht leicht werde, weiß der 57-Jährige. "Wolfsburg hat eine gute Mannschaft mit vielen starken Individualisten. Das weiß ich aus meiner Zeit dort nur allzu genau", erklärt Magath.

Dabei kann der Coach auf Klaas-Jan Huntelaar zurückgreifen. "Er ist fit und kann spielen, wenn nichts mehr dazwischen kommt", sagt Magath über seinen niederländischen Torjäger, der zuletzt wegen leichter Knieprobleme mit dem Training pausiert hatte. Auch ein möglicher Einsatz von Christoph Moritz sei aller Voraussicht nach nicht gefährdet. Der 20-Jährige zog sich im Training einen Jochbeinbruch zu und muss mit Maske spielen.




1. FC Köln - Borussia Mönchengladbach

Kölns Trainer Frank Schaefer hob im Vorfeld die besondere Bedeutung der Partie hervor. "Das kommende Spiel ist ein besonderes. Wir gehen aufgrund der sehr guten Heimspielauftritte mit sehr viel Optimismus in diese Partie. Es ist ein sehr, sehr wichtiges, aber kein Endspiel. Es ist ein Tendenzspiel. Wir haben die Chance die ganze Entwicklung in eine positive Richtung zu schieben."

Die besondere Atmosphäre rund um das Derby ist für den FC-Trainer zusätzliche Motivation. "Auch wenn ich mich nur mit dem Spiel beschäftige, gibt uns das alles ein besonderes Gefühl. Wir müssen die ganzen Emotionen aber in die richtige Richtung lenken." Dies will seine Mannschaft vor allem durch "eine hohe Laufbereitschaft, einen kühlen Kopf und viel Disziplin" erreichen und so "das Spiel an sich reißen".

Die "richtige Balance zwischen Offensive und Defensive" ist für Frank Schaefer der entscheidende Punkt, das Vorhaben am Samstag erfolgreich umzusetzen. Er möchte, dass seine Mannschaft durch ein "permanent aktives Spiel und ein permanentes Bearbeiten des Gegners" den Gladbachern den nötigen Raum zum Spielen nimmt.

"Heißes Spiel"

Gladbachs Trainer Michael Frontzeck erwartet ein "für beide Seiten heißes Spiel. Entscheidend wird sein, dass man bei aller Aggressivität und Zweikampfhärte, die es in den Derbys gibt, seine Nerven im Griff hat, um seinen Plan erfolgreich umzusetzen", unterstreicht Frontzeck.

Verzichten muss Frontzeck auf Juan Arango (Rotsperre), Tony Jantschke (Mittelfußbruch), Jean-Sébastien-Jaurès (Knieprobleme) und Christian Dorda (Aufbautraining). Bei zwei Profis wird erst kurzfristig entschieden, ob sie in den Kader rutschen. Sebastian Schachten bekam am Dienstag im Training einen Schlag auf den Knöchel und erlitt dabei eine Bänderdehnung. Ähnlich verhält es sich bei Dante, der nach langer Verletzungspause noch nicht wieder gemeinsam mit der Mannschaft trainiert hat. Derweil kehrt Thorben Marx nach seiner Gelbsperre zurück in die erste Elf.




SV Werder Bremen - Eintracht Frankfurt

Nach dem desolaten Auftritt beim 0:6 in Stuttgart stehen die Gastgeber enorm unter Druck und wollen gegen die Hessen Wiedergutmachung betreiben. Kein leichtes Unterfangen: Zum einen ist die Eintracht seit sechs Bundesligaspielen ungeschlagen, zum anderen muss Werder auf Top-Torjäger Claudio Pizarro verzichten. Der Peruaner fällt wegen eines Muskelfaserrisses aus.

Auch Clemens Fritz steht dem Trainer nicht zur Verfügung, für ihn kommt das Spiel noch zu früh. "Wir hatten die Hoffnung, dass er am Samstag wieder dabei sein kann. Unsere Wünsche haben sich aber nicht erfüllt", so Schaaf, der auf eine positive Trainingswoche zurückblickt: "Wir haben die Zeit genutzt, Dinge aufzuzeigen, die wir verbessern müssen. Wir haben die Woche über auch sehr individuell gearbeitet, sowohl im Training als auch in der Analyse", erklärte der 49-Jährige.

Eintracht will punkten

Eintracht-Trainer Michael Skibbe misst der 0:6-Packung der Bremer keine Bedeutung zu: "Sie ist uninteressant für uns. Das ist überhaupt nicht ausschlaggebend für Samstag. Die Bremer werden hochmotiviert und -konzentriert sein, genau wie wir. Ich hoffe darauf, dass wir mindestens einen Punkt mitnehmen können."

Sonny Kittel wird der Eintracht aufgrund einer Erkältung fehlen. Dafür wird Ümit Korkmaz ins Aufgebot rutschen.




1. FC Kaiserslautern - VfB Stuttgart

FCK-Coach Marco Kurz setzt gegen den VfB auf die Karte Heimspiel: "Wir haben beim Spiel gegen Bayern gezeigt was bei Spielen auf dem Betzenberg möglich. Das müssen wir auch am Samstag abrufen", erklärt Kurz.

FCK-Verteidiger Alexander Bugera ist sicher, dass mit einem Sieg gegen Stuttgart die Weichen gestellt werden können, um die Negativserie von nur einem Sieg aus den jüngsten neun Bundesligapartien zu beenden. "Wir müssen uns aus dem Abstiegskeller herauskämpfen und mutig ins jedes Spiel gehen", so der 32-Jährige.

Mit Stiven Rivic, der in den Kader zurückkehrt, steht dem Lautrer Trainerteam dazu eine weitere Alternative im Mittelfeld zur Verfügung.

Zuversicht beim VfB

"Wir haben zuletzt zwei Mal souverän gewonnen, warum sollen wir da nicht optimistisch nach Kaiserslautern fahren", so VfB-Cheftrainer Jens Keller, der einen heißen Tanz auf dem "Betze" erwartet: "Mit den Fans im Rücken wird Kaiserslautern uns von Anfang versuchen unter Druck zu setzen und Vollgas zu geben. Ich erwarte eine extrem körperbetonte Partie."

Personell kann der VfB-Trainer fast aus dem Vollen schöpfen. Sicher ausfallen wird Serdar Tasci aufgrund seines Muskelfaserriss. Hinter Martin Harnik stand zuletzt noch ein Fragezeichen.




FC St. Pauli - Bayer Leverkusen

Nach drei Niederlagen in Folge sucht man beim FC St. Pauli nach den Gründen für die sportliche Misere. Angreifer Gerald Asamoah vermisst "die Galligkeit, ein Spiel unbedingt gewinnen zu wollen". Und: "Wir haben zwar 13 Punkte, aber die Konkurrenten schlafen nicht. Wir müssen aufwachen!"

Da kommt Bayer Leverkusen doch gerade recht - zumindest sagt das die Statistik. Denn: Leverkusen konnte noch nie ein Bundesliga-Spiel am Millerntor gewinnen (ein Remis, fünf Niederlagen) - der einzige Punktgewinn gelang im letzten Duell: Im Februar 2002 traf Ballack zum 2:1 gegen St. Paulis Spieler Stanislawski (Endstand: 2:2).

"Kühlen Kopf behalten"

Bayer-Trainer Jupp Heynckes erwartet am Millerntor "ein schwieriges Spiel in einer für die Bundesliga ungewöhnlichen Atmosphäre". Heynckes: "Da gilt es, einen kühlen Kopf zu behalten. Aber das hat meine Mannschaft in dieser Saison verinnerlicht."

Renato Augusto und Gonzalo Castro sind zwar vergangene Woche zur Mannschaft zurückgekehrt, Augusto gehörte gegen den 1. FC Kaiserslautern sogar zur Startelf. Das heißt aber nicht, dass sie zu 100 Prozent fit seien und von jetzt an jedes Spiel von Anfang an bestreiten. "Renato spielt emotional, Fußball ist für ihn Beruf und Hobby zugleich - da habe ich ihn mit einem gewissen Risiko schon letzte Woche gebracht", erklärte Heynckes.