Zwölf Spieltage ist die Bundesliga-Saison 2009/10 bereits alt. Schon jetzt hat sie allerhand Überraschungen, traumhafte Tore und Jubiläen mit sich gebracht. Nach der Länderspielpause setzen die 18 Bundesligisten zum Hinrunden-Endspurt an.

Doch wer geht besonders "heiß" in die kalte Jahreszeit? bundesliga.de hat die Liga genauer unter die Lupe genommen und die Mannschaften, Spieler und Trainer herausgesucht, die aktuell richtig gut in Fahrt sind und dafür sorgen könnten, dass sich die Konkurrenz ganz warm anziehen muss...

Werder Bremen

Eine grün-weiße Welle überrollt den Profifußball. Nur am 1. Spieltag musste Bremen eine Niederlage einstecken. Seitdem blieb die Elf von Thomas Schaaf in 19 Pflichtspielen ungeschlagen (13 Siege, sechs Remis). Platz 2 in der Liga, das Viertelfinale im DFB-Pokal und die vorzeitige Qualifikation für die nächste Runde in der Europa League sind die logische Folge. Auch die kommenden Aufgaben scheinen lösbar. Bei den vergangenen beiden Gastspielen in Freiburg schoss Bremen insgesamt zehn Tore. In Köln verlor Werder zwar zuletzt, blieb davor aber zehn Mal in Serie ungeschlagen (acht Siege, zwei Remis). Gegen den HSV gewann Werder drei der vergangenen vier Pflichtspiele und auch gegen Wolfsburg und Schalke haben die Hanseaten eine positive Heimbilanz. Beste Aussichten also im hohen Norden.

Bayer Leverkusen

Als einziges Team im deutschen Profifußball noch ungeschlagen (sieben Siege, fünf Remis), beste Defensive (acht Gegentore) und zweitbeste Offensive (25 Tore). Diese Zahlen zeigen, warum Bayer Leverkusen nach zwölf Spielen verdienter Tabellenführer der Bundesliga ist. Dabei können selbst Ausfälle von Leistungsträgern wie Patrick Helmes, Simon Rolfes oder Renato Augusto kompensiert werden. Doch die Reifeprüfung steht noch an. Am kommenden Spieltag ist Bayer zu Gast beim FC Bayern. Die vergangenen neun Duelle gingen verloren. Den letzten Auswärtssieg in München feierte die Werkself 1989/90. Damals schwang Bayers Trainer Jupp Heynckes noch das Zepter beim Rekordmeister.

1. FSV Mainz 05

Der Aufsteiger ist das Überraschungsteam der Saison. Die Rheinhessen rangieren auf Platz 6 der Tabelle. Mit 21 Zählern sind sie punktgleich mit dem Deutschen Meister aus Wolfsburg und haben sogar einen Punkt mehr auf dem Konto als der Rekordmeister Bayern München.
Das liegt vor allem an der Heimstärke der Mainzer: Zuhause noch ungeschlagen (fünf Siege, ein Remis), liegt der Club auf Platz 1 der Heimtabelle. Da kann man mit breiter Brust in die vor der Winterpause noch anstehenden Heimspiele gegen den HSV und Stuttgart gehen.

Andreas Ivanschitz

Der Offensivallrounder steht wie kein anderer Spieler für die aufstrebende Mannschaft von Mainz 05. Mit sechs Toren und sechs Assists ist der Österreicher der Top-Scorer der Liga. Gleichzeitig ist er zweitbester Torschütze und zweitbester Vorlagengeber im Oberhaus. Keine Frage: Mainz ist mit der Verpflichtung ein absoluter Glücksgriff gelungen.

Aaron Hunt

Bis in die Nationalmannschaft hat sich der Bremer gespielt. Mit fünf Treffern in der Bundesliga, einem Tor im Pokal und einem Treffer in der Europa League hat er sich für den Tabellen-Zweiten unverzichtbar gemacht. Vier Mal erzielte Hunt dabei das wichtige 1:0.

Lucas Barrios

Der Dortmunder hat einen Lauf. Mit großen Erwartungen zum BVB gekommen, blieb der Argentinier zunächst sieben Spieltage ohne Treffer. Doch nur, um dann eine große Serie zu starten. In den vergangenen fünf Spielen gelang ihm jeweils ein Treffer, auch in allen drei Pokalpartien traf Barrios.

Stefan Kießling

An den ersten fünf Spieltagen traf Bayers Stürmer. Auch an den vergangenen zwei Spieltagen war der Stürmer erfolgreich. Kein Wunder, dass er wieder dem Kader der Nationalmannschaft angehört. Mit acht Toren ist Kießling Top-Torschütze der Bundesliga.

Thomas Tuchel

Er ist der Vater des Mainzer Erfolgs. In der vergangenen Spielzeit wurde er als Coach der Mainzer A-Jugend noch Deutscher Meister. Ohne jede Trainer-Erfahrung im Profibereich übernahm er kurz vor Saisonstart die Nachfolge von Jörn Andersen als Cheftrainer der 05er. Und das mit großem Erfolg: Als Abstiegskandidat gestartet, hat der jüngste aktuelle Bundesligatrainer (36) sogar Tuchfühlung zu den internationalen Plätzen.

Jupp Heynckes

Er ist derzeit unschlagbar. Nicht nur mit Bayer Leverkusen ist der Fußballlehrer noch unbesiegt, saisonübergreifend ist Heynckes sogar schon 17 Spiele ohne Niederlage als Bundesliga-Trainer (elf Siege, sechs Remis). Der aktuell älteste Coach im Oberhaus (64) würde nur allzu gerne seine längste ungeschlagene Serie brechen. Von 1988 bis 1989 blieb Heynckes als Bayern-Trainer 27 Spiele ungeschlagen.

Felix Magath

Dass ein Verein auch in finanziell schwierigen Zeiten erfolgreich sein kann, beweist Magath bei Schalke 04. Kaum jemand hätte damit gerechnet, dass die "Knappen" oben mitspielen würden. Der Meistertrainer setzt auf eine Mischung aus Erfahrung und jungen Talenten und rangiert damit nur knapp hinter den Champions-League-Plätzen. Mit den Remis gegen die Topclubs aus Hamburg, Leverkusen und München sorgte er zuletzt für weitere Achtungserfolge.