Köln - Heinz Müller ist mit Sicherheit der erfahrenste Praktikant im deutschen Profifußball. Auch sein Aufgabengebiet ist eher ungewöhnlich. Statt Kaffee zu kochen und Stunden am Kopierer zu verbringen steht Müller auf dem Trainingsplatz des FC Bayern München und lässt sich von Arjen Robben, Franck Ribery und Co. die Bälle um die Ohren schießen. "Hier reinschnuppern zu dürfen, ist nochmal ein schönes kleines Kapitel in meiner Karriere", erklärt der 36-jährige Torhüter, der für den 1. FSV Mainz 05 65 Mal in der Bundesliga auflief, gegenüber fcbayern.de.

Seit dem Sommer 2014 ist Müller vereinslos und hielt sich mit individuellem Training fit. Jetzt stellt er sich im Bayern-Training der ultimativen Herausforderung. "Wenn ich den Ball gegen die Wand schieße und fange, ist das nicht zu vergleichen damit, wenn Thomas Müller oder Franck Ribéry vor einem stehen und ihre Täuschungen machen. Dann ist alles viel komplexer. Dann fehlen hier ein halber Schritt und da zehn Zentimeter", beschreibt Müller seine anfänglichen Schwierigkeiten.

Teamkollegen nehmen Müller super auf

Nach zwei Wochen Training auf höchstem Niveau stimmen die Abläufe beim Torhüter-Praktikanten aber wieder. "Ich fühle mich von Tag zu Tag besser. Jetzt merke ich, wie die Abläufe stimmen, wie das Gefühl für das Tor wieder da ist", erklärt Müller, auch wenn er einschränkt: "Ich habe mein Limit aber noch lange nicht erreicht."

In der Kabine war der Routinier sofort akzeptiert: "Sie haben mich auch toll aufgenommen. Alle sind super freundlich, keiner hat die Nase oben. Es war easy", so Müller über seine neuen Teamkameraden. Besonders beeindruckt zeigt er sich von seinem Kollegen Manuel Neuer. "Manuel ist einfach klasse! Man sieht im Training, was der Bursche alles drauf hat", lobt der ehemalige Mainzer den Nationaltorhüter.

Rückkehr auf den Rasen nicht ausgeschlossen

"Der Verein ist total auf Erfolg ausgerichtet, jeder tut alles für den Erfolg. Die Spieler haben drei Spiele in der Woche und arbeiten trotzdem eine Stunde vor dem Training im Kraftraum an sich selbst. Dieser Hunger ist beeindruckend", lobt Müller die Arbeitsmoral des FC Bayern.

Er selbst profitiert davon und könnte in Zukunft noch einmal auf den Rasen zurückkehren. "Ich trainiere auf dem besten Niveau der Bundesliga - das schadet mir sicher nicht. Was danach kommt, ist offen", erklärt Müller zu seinen Zukunftsplänen. Jetzt genießt er erst einmal den schönsten Praktikumsplatz der Welt.