Der "ewige Feuerwehrmann" Karsten Heine glaubt fest an die Rettung der "alten Dame" Hertha. Einen Tag nach der Entlassung von Lucien Favre impfte Interimscoach Heine den Spielern von Hertha BSC neues Selbstvertrauen ein.

"Es ist eine reizvolle Aufgabe, aber wir haben wenig Zeit. Wir müssen jetzt daran arbeiten, dass uns die einfachen Dinge wieder gelingen. Die Mannschaft hat genügend Qualität", sagte Heine nach der ersten Trainingseinheit am Dienstagvormittag.

"Wir müssen die Talfahrt stoppen"

U-23-Coach Heine übernimmt bereits zum vierten Mal die Profis und weiß genau, wo er vor dem Gruppenspiel der Europa League am Donnerstag bei Sporting Lissabon anzusetzen hat: "Wir müssen die Talfahrt stoppen und wieder Mut und Selbstvertrauen zeigen."

Der 54-Jährige wird in Lissabon und wohl auch im Ligaheimspiel am Sonntag gegen den Tabellenführer Hamburger SV auf der Hertha-Bank sitzen. Danach soll ein gestandener Trainer das Ruder beim Tabellenschlusslicht übernehmen. "Wir erstellen ein Trainerprofil und werden uns die gebotene Zeit für das Thema nehmen", sagte Manager Michael Preetz.

Anforderungsprofil wird erstellt

Im Anforderungsprofil dürften die Punkte Erfahrung in der Bundesliga sowie im Abstiegskampf an oberster Stelle stehen. Der gesuchte Mann muss aber gleichzeitig den eingeleiteten Umbruch fortsetzen und deshalb ein Händchen für Talente haben.

Der von Favre zusammengestellte Kader ist mit Perspektivspielern gespickt, mit denen der Schweizer irgendwann den Titel holen wollte. Beide Qualitätsmerkmale - Abstiegskampferfahrung und Kompetenz im Umbruch - sind in der Branche aber nur schwer in einer Person zu finden.

"Ich wusste, dass die Saison schwierig werden könnte. Dass es aber so happig kommt, habe ich mir nicht vorgestellt", erklärte Sportidirektor Michael Preetz.